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Ceylon-Saphir – Saphir aus Sri Lanka



Unter allen Edelsteinen gibt es Steine, deren Herkunft für eine erstklassige Qualität und Exklusivität steht: Tansanit aus Tansania, Rubin aus Mosambik, Smaragd aus Kolumbien oder aber Saphir aus Ceylon.



Ceylon, Sri Lanka und die Edelsteine

Die Insel Ceylon befindet sich im Indischen Ozean an der südlichsten Spitze von Indien vorgelagert.
In aktuellen Atlanten findet man Ceylon heute unter dem Eintrag Sri Lanka, was dem geschichtlichen Hintergrund der Unabhängigkeit des Inselstaats im Jahr 1972 geschuldet ist, die mit der Umbenennung der einstigen britischen Kolonie von Ceylon in Sri Lanka einherging.

In der älteren Literatur zum Thema Bodenschätze von Ceylon wird die Insel immer wieder mit dem Titel „Insel der Edelsteine“ oder „Ceylon, die juwelenreiche Insel“ (Bauer) versehen, die bereits den Alten Griechen und Römern ein Begriff war. Vor allem die Gegend um Ratnapura, Suryakanda und Kabaragara stehen in enger Verbindung mit dem hochkarätigen Reichtum von Ceylon.

Der Mineraloge Max Bauer (1844 bis 1817) schildert in seinem Werk „Rubin und Sapphir“ aus dem Jahr 1897 neben der Beschreibung der Edelsteine auch den Abbau der Edelsteine von Ceylon und nennt in diesem Zusammenhang Spinell, Hyazinth, Almandin, Kaneelstein, Amethyst, Mondstein, Turmalin, Rubin und Saphir.
Die von Bauer beschriebene Art und Weise der Gewinnung wird auch heute noch praktiziert. Die Edelsteine werden nach wie vor vorwiegend manuell abgebaut. Große, hochtechnologisierte Förderanlagen wie man sie aus den weltweit agierenden Edelstein-Lagerstätten kennt, sind vor Ort eine Seltenheit. Die edlen Steine werden traditionell per Hand gewonnen: in Gruben, Schächten oder in Bergwerken.

Die geologische Vergangenheit von Ceylon und die fortwährenden Vorgänge der Verwitterung unterstützen dabei den Abbau. Das Muttergestein des Ceylon-Saphirs und der anderen Edelsteine sind metamorphe Gesteine. Im Zuge der Verwitterung wird das edelsteinhaltige Muttergestein durch physikalische, chemische und biologische Prozesse zerkleinert und die Edelsteine förmlich von der Natur herausgelöst. Bedingt durch die Tatsache, dass Saphire mit einer Mohshärte von 9 sehr harte Mineralien sind, überstehen diese die Gesteinszerkleinerung unbeschadet.

Der Großteil der Edelsteine von Ceylon liegt in Form von Seifen vor; d.h., Anreicherungen von Mineralien in lockeren Sedimenten, bestehend aus Sand oder Ton, wobei der Transport der Edelsteine zum Ablagerungsort in den Sedimenten alluvial, durch Flüsse, erfolgte.

Um an die mächtigen, in den Sedimenten versteckten Edelsteinseifen zu gelangen, werden zunächst Schächte und Gruben angelegt, in die über Bambusleitungen Wasser gespült wird. Sand und Ton werden der geringeren Dichte wegen durch das Wasser weggespült, sodass man den im Vergleich dazu schweren Saphir nur noch aufsammeln muss.

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Die Farbe von Ceylon-Saphir

Dass der Edelstein Saphir mit der Farbe Blau in Verbindung gebracht wird, liegt nicht zuletzt mit der etymologischen Bedeutung des Namens Saphir begründet. Das Wort Saphir stammt aus dem Griechischen und wird mit blau übersetzt.
In der Vergangenheit stiftete der Name Saphir deshalb Verwirrung, weil verschiedene blaue Mineralien und Gesteine wie Lapislazuli Cordierit oder Kyanit ebenfalls in die „Kategorie Saphir“ fielen, bis Saphir als eigenständiges Mineral und blaue Varietät der Mineralgruppe Korund definiert wurde.

Das Saphirblau von Ceylon-Saphiren gilt unter allen globalen Vorkommen als das edelste und schönste und präsentiert sich in einem hellen bis mittleren Blau mit samtartigem Charakter.
Aber auch hellblaue, weiß- bis violettblaue Steine ergänzen das Farbspektrum von Saphir, oder wie Max Bauer schreibt: „schwankt die Nuance zwischen Kornblumenblau, Indigo, Berlinerblau, Smalteblau, Graublau“ sowie schwarzblau („Diese sehr dunkle Farbe nennt man tintig“).

Die schottische Reiseschriftstellerin Constance Frederick Gordon-Cumming (1837 bis 1924) fand auf Ceylon allerdings nicht nur blauen Saphir: „azure-blue, indigo, dark-red, violet-blue, poppy-red, conchineal, carmine, rose-red to rose-white, milk-white, yellow-white, French-white, lemon-yellow, and green“.

Dass die Farbe von Saphir über Blau hinausgeht, ist bislang relativ wenig verbreitet. Von gelb und orange über pink/rosa, violett und grün machen farbige Saphire unter dem Begriff Fancy Saphir anderen Farbedelsteinen Konkurrenz und erobern die Schmuckbranche – wobei rosa Saphir und orange-rosafarbener Padparadscha-Saphir derzeit zu Höchstpreisen verkauft werden, deren Wert den Preis von blauem Saphir teilweise übersteigt.


Der Wert von Ceylon-Saphir

Die Frage „Wie viel kostet ein Ceylon-Saphir?“ oder „Wie viel ist ein Karat Ceylon-Saphir wert?“ ist nicht einfach und pauschal zu beantworten.

Der Preis eines Edelsteins ergibt sich aus einem Konglomerat verschiedener Größen, die angelehnt an die Bewertung der Qualität von Diamanten nach den 4C (Color/Farbe, Carat/Karat, Clarity/Reinheit sowie Cut/Schliff) betrachtet werden. Zusätzlich fließt in das Gutachten bei einigen Edelsteinen – so auch beim Ceylon-Saphir – der Faktor Seltenheit mit ein.

Im Zusammenspiel aller Größen ergibt sich für jeden einzelnen Stein ein individueller Preis, bei dem das Hauptaugenmerk – wie bei der Bewertung von Farbedelsteinen gängig – auf der Qualität der Farbe liegt: natürlich versus farbveredelt, dem Farbton per se, dessen Sättigung und Tonhöhe.

Ceylon-Saphir zeichnet sich im internationalen Vergleich durch eine exzellente Güte der Farbe aus. Das Blau entspricht dem Ideal und verlangt nur selten eine Schönheitsbehandlung zur Korrektur oder Optimierung der Farbe.
Schätzungen zufolge wurde die Farbe von 80 bis 90 % aller Saphire, die zu Schmuck verarbeitet werden, im Nachhinein verbessert. Allen voran das Brennen von Saphir mittlerweile gängige Praxis.

Das Verfahren findet seit Jahrhunderten Anwendung, um ungleichmäßige Farben zu korrigieren, hellere oder dunklere Farben zum Optimum zu führen.
Parallel werden durch die Behandlung unter Hitze bei ca. 1.700 °C kleinere Einschlüsse wie bspw. Rutilnadeln, die die Reinheit beeinträchtigen, aufgeschmolzen.

Dennoch ist nicht jeder Ceylon-Saphir unbehandelt. Mit der steigenden Nachfrage wurden Saphire verändert, die naturbelassen auf dem Markt keinen Abnehmer gefunden hätten: die sog. Geuda-Saphire – milchig-weiße Saphire mit einem Hauch von Blau, von denen in den 1970er Jahren reichhaltige Vorkommen auf Ceylon entdeckt wurden.
Infolge des Brennens der Geuda-Saphire wird das farbgebende Eisen auf eine andere Oxidationsstufe gebracht und der Saphir erstrahlt im typischen Saphirblau.

Und auch wenn ein gebrannter Ceylon-Saphir im direkten Vergleich mit einem unbehandelten Ceylon-Saphir perfekter, blauer und reiner ist, ist der Preis eines unbehandelten Ceylon-Saphirs in einem ursprünglichen, mittleren Blau höher.

Dementsprechend variabel ist die Preisliste von Ceylon-Saphir gestaltet; der Wert steigt unproportional mit dem Gewicht. Viele Ceylon-Saphire werden mit einem Gewicht von weniger als einem Karat (= 0,2 Gramm) gefunden. Steine, die ein Gewicht von fünf Karat oder mehr auf die Feinwaage bringen, sind eine Rarität. Der größte Ceylon-Saphir trägt den Namen Star of Adam (Gewicht: 1.404,49 Karat), gefolgt vom Logan-Saphir, der im Kissenschliff (Cushion Cut) gehalten ist und 422,99 Karat wiegt – eine absolute Ausnahme in dieser Größendimension. Ein weiterer bekannter Ceylon-Saphir, der in die Geschichte einging, ist der Verlobungsring von Kate Middleton. Ein 12-karätiger Saphir im Ovalschliff, der von 14 weißen Diamanten im Brillantschliff eingerahmt ist.

Kurzum: die gewichtigsten Argumente für den Preis von Saphiren aus Ceylon sind die außerordentlich hohe Güte der Farbe und Reinheit plus die Seltenheit, sodass Ceylon-Saphire eine Preis von bis zu 5000 Euro pro Karat erreichen und damit mitunter teurer sind als Diamanten.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ Zippe, F. X. M. (1857): Geschichte der Metalle
⇒ Quenstedt, F. A. (1863): Handbuch der Mineralogie
⇒ Weber, J.C. und Haushofer, K. (1871): Die Mineralien in 64 colorirten Abbildungen nach der Natur
⇒ Suckling, H. J. (1876): Ceylon A General Description of the Island, Historical, Physical, Statistical. Containing the Most Recent Information
⇒ Ferugson, J. (1888): All about Gold, Gems, and Pearls (also Minerals Generally) in Ceylon and Southern India
⇒ Gordon-Cumming, C. F. (1892): Two Happy Years in Ceylon
⇒ Kunz, G. F. (1892): Gems and Precious Stones of North America
⇒ Doelter y Cisterich, C. A. (1893): Edelsteinkunde. Bestimmung und Unterscheidung der Edelsteine und Schmucksteine. Die künstliche Darstellung der Edelsteine
⇒ Kunz, G. F: (1894): The Curious Lore of Precious Stones. Being a Description of Their Sentiments and Folk Lore, Superstitions, Symbolism, Mysticism, Use in Medicine, Protection, Prevention, Religion, and Divination, Crystal Gazing, Birthstones, Lucky Stones and Talismans, Astral, Zodiacal, and Planetary
⇒ Bauer, M. (1897): Rubin und Sapphir
⇒ Bauer, M. (1907): Edelsteinkunde
⇒ Newman GG, Renée (2016): Gemstone Buying Guide. International Jewelry Publications,U.S.; Auflage: Revised
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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Letzte Aktualisierung: 16. August 2021




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