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Santa Maria-Aquamarin – Der perfekte Aquamarin



Aquamarin - der Edelstein, dessen Farbe mit dem Blau des Ozeans gleichgesetzt wird. Doch genauso unterschiedlich wie die Farbe des Meerwasser kann auch das Blau von Aquamarin sein: pastellblau, sodass der Stein fast farblos erscheint, grünblau, türkis, blau mit einem Hauch von Gelb, mittelblau bis hin zu dunkleren Nuancen. Als Ideal gilt ein mittleres Blau – so wie der Farbton der Aquamarine aus der Mine Santa Maria in Brasilien.



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Steinreiches Brasilien

Bevor der amerikanische Kontinent entdeckt wurde, galt Asien, insbesondere Ceylon und Indien, als die Schatztruhe für verschiedene Edelsteine.
Die aktive Suche nach hochkarätigen Bodenschätzen in Brasilien setzte im frühen 17. Jahrhundert ein. Noch heute zeugen die Namen einiger Städte von der steinreichen Vergangenheit. In der Stadt Diamantina wurden die ersten großen Diamant-Vorkommen in der Neuen Welt entdeckt und der Bundesstaat Minas Gerais – übersetzt: allgemeine Minen – steht als Inbegriff ertragreicher Minen, in denen Mineralien abgebaut wurden und auch heute noch den Hauptwirtschaftszweig darstellen.

Schon 1896 schrieben Blanc und Lange über die Bodenschätze Brasiliens folgendes: „Unter den Producten Brasiliens nehmen die Edelsteine und Metalle den ersten Rang ein“. Louis Rothschild stellte bereits 1879 fest, dass der Staat in Südamerika mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann: „Die Fundorte der kostbarsten Edelsteine sind Ceylon, Ostindien, Brasilien, der Ural“; Im Speziellen führt Daniel Stein 1836 die Quarze Amethyst, Achat und Rosenquarz, die Berylle Smaragd und Aquamarin, Jadeit, Kunzit/Spodumen, Turmalin, Imperialtopas/Topas, Saphir, Granat, Hyazinth/Zirkon, Chrysoberyll sowie Gold und andere Erze auf.


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Santa Maria-Aquamarin = Aquamarin im idealen Blau und begehrter Edelstein für die Herstellung von Schmuck, wie diese Auswahl von Juwelo zeigt


Der Aquamarin von Santa Maria

Unter allen Aquamarinen, die in Brasilien zutage gefördert wurden, haben sich die blauen Edelsteine aus der Mine Santa Maria einen Namen über die Grenzen Brasiliens hinaus gemacht.
Die Mine Santa Maria liegt nahe der Stadt Itabira in Minas Gerais.

Das Besondere am Aquamarin von Santa Maria ist die Farbe: ein idealtypisches mittelblau wie der Ozean ohne den Stich ins Grüne oder Gelbe. Die Farbe ist größtenteils einheitlich und war zum Zeitpunkt der Entdeckung einmalig, nicht vergleichbar mit Aquamarinen anderer Fundorte.

Das Asian Institute of Gemology Sciences (AIGS) hat im Juni eine Definition veröffentlicht, nach welcher nicht mehr alle Aquamarine, die in den Mine um Santa Maria aus den Gruben geholt werden, diesen Namen tragen. Stattdessen erhalten nur noch hiesige Aquamarine das Prädikat Santa Maria-Aquamarin, wenn die Steine von "blauer Farbe und mittlerer Farbsättigung sind, ohne dass ins Braune oder Gelbe zu gehen" (Originalzitat: "... has a blue color and medium saturation, without brown or yellow tints").

Das Geheimnis hinter der Farbe von Aquamarin ist zweiwertiges Eisen, dessen Anteil an der Zusammensetzung bis zu zwei Prozent beträgt.

Mit den Aquamarinen vom Standort Santa Maria de Itabira meinte es Mutter Natur mehr als gut.
Die Farbqualität vieler Aquamarine entspricht oftmals nicht dem Vorbild aus dem Lehrbuch. Diese Steine können dennoch auf dem Edelsteinmarkt angeboten werden, da verschiedene Methoden praktiziert werden, um die Farbe von Mineralien im Nachgang zu korrigieren, optimieren oder gänzlich zu verändern. Bei Aquamarin kommt das sogenannte Brennen zur Anwendung. Die Steine werden auf ca. 400 °C erhitzt, das enthaltene Eisen oxidiert und der Stein erstrahlt im typischen Aquamarinblau.

Das Blau der Santa Maria-Aquamarine zeichnet sich durch eine gleichmäßig verteilte, intensive Farbe aus, sodass Schönheitsbehandlungen nicht vonnöten sind.
Ein Manko gibt es dennoch: Die Vorräte der Santa Maria de Itabira-Mine sind erschöpft, weshalb es aktuell nur noch Exemplare aus vergangenen Tagen zu kaufen gibt.


Santa Maria Africana-Aquamarin

Auf Regen folgt Sonnenschein und nach Brasilien kommt Mosambik.
1991 wurden in Mosambik Aquamarinvorkommen entdeckt, die in puncto Farbe mit dem Aquamarin von Santa Maria mithalten können. Ebenfalls von tiefblauer Farbe eroberte der mosambikanische Aquamarin aus Alto Ligonha District schnell die Schmuckbranche und wurde als Reminiszenz bzw. als Gedenken an die begehrten brasilianischen Berylle Santa Maria Africana getauft.


Santa Maria-Aquamarin als Schmuckstein

Dass der Aquamarin von Santa Maria, aber auch aus Mosambik, die Herzen so schnell erobern konnte, liegt nicht nur an der Farbe. Auch die die Reinheit ist außergewöhnlich hoch und wird als augenrein eingestuft, d.h., mit dem bloßen Auge sind keinerlei Fehler im Kristall zu erkennen. Entstehungsbedingt sieht man unter der Lupe in Aquamarin oftmals Einschlüsse von Fremdmineralien, Gasen oder Flüssigkeiten, aber auch mikroskopisch kleine Risse und Frakturen können die Reinheit beeinträchtigen.
Der Faktor ist eine gewichtige Größte, wenn es darum geht, den Preis eines Aquamarins festzulegen.

Neben der Farbe kommen als weitere Größen das Gewicht und bei geschliffenen Steinen die Qualität des Schliffs hinzu.
Stichwort Farbe: es ist durchaus möglich, dass ein Santa Maria-Aquamarin mit geringerem Gewicht einen höheren Preis verlangt als ein Pendant mit mehr Karat. Der Grund: Steine mit einer ursprünglichen Farbe, bei der keinerlei Farbbehandlungen vorgenommen wurden, werden als hochpreisiger gewertet. Anmerkung: derzeit wird Santa Maria-Aquamarin zwischen 600 bis 2.000 Euro pro Karat gehandelt.

Der Schliff ist von Bedeutung, weil jeder Schliff genau definiert ist, was die Anzahl der Facetten betrifft und es Vorgaben gibt, welche Proportionen einzuhalten sind. Abweichungen davon, zusätzliche oder fehlende Facetten und abgebrochene Ecken führen zur Abzügen.

In Bezug auf die Größe gelten Steine mit einer hohen Karatzahl als das Nonplusultra. Allerdings erfüllt die Natur nicht alle Wünsche. 1859 schwärmte Jean Baptiste Riederer von „15 Pfund schwere(n) Aquamarin aus Ribarao dos Americanos“ in Brasilien. Die Realität sieht leider anders aus. Der Großteil der Stein ist eher von geringer Größe. Aquamarin in der Farbe Santa Maria ist selten größer als zwei Karat.

Dennoch gelingt es den Virtuosen der Steinschleiferbranche, auch kleineren Santa Maria-Aquamarin perfekt in Form zu bringen. Facettenschliffe werden bei Aquamarin bevorzugt, um die Farbe und die Reinheit zu unterstreichen, weshalb neben dem Ovalschliff ebenso Aquamarin im Marquiseschliff, Tropfenschliff, Antikschliff, Smaragdschliff, Rundschliff oder Kissenschliff in Ringe, Anhänger und Ohrringe eingefasst werden.


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Auch interessant:



Quellen:
⇒ Blanc, L. G. und Lange, H. (1869): Handbuch des Wissenswürdigsten aus der Natur und Geschichte der Erde und ihrer Bewohner zum Gebrauch beim Unterricht in Schulen und Familien, vorzüglichlich für Hauslehrer, sowie zum Selbstunterricht. Asien. Australien. Afrika. Amerika. Vollständiges Register über alle drei Theile · Band 3
⇒ Stein, C. G. D., Hörschelmann, F. und Vogel, J. C. C. (1836): Kleine Geographie für Gymnasien und Schulen
⇒ Steger, A. (1857): Brasilien für deutsche und schweizerische Auswanderer
⇒ Riederer, J. B. (1859): Anleitung zur Kenntniß der Edelsteine. Band 1
Das Kaiserthum Brasilien im Jahre 1873 ein kurzgefasster Ueberblick der vorwärtsschreitenden Entwickelung Brasiliens (1874)
⇒ Rothschild, L. (1879): Taschenbuch für Kaufleute, insbes. für Zöglinge des Handels
www.gia.edu - Are origins like “Santa Maria” important to the value of aquamarines?
&rrr; Branstator, B. (2022): AIGS Launches Grading Report for ‘Santa Maria’ Aquamarine IN: National Jeweler

Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2022




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