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Monatsstein Juli – Rubin



Weltweit wurden von der International Mineralogical Association über 5.300 Mineralien erfasst. Zu viele, um jedem Monat im Jahr einen Stein zuzuordnen. Im Jahr 1912 wurde aus diesem Grund von der Vereinigung der Juweliere von Amerika eine Liste veröffentlicht, die jedem Monat ausgewählte Mineralien zuordnet – Steine, die sich über Jahre, wenn nicht sogar über Jahrzehnte hinweg, einen Namen in der Schmuckbranche gemacht haben. Die Steine des Monats Juli sind Karneol, Onyx und Rubin. Und auch wenn die Monatssteine bzw. Geburtssteine vom Juli ein Trio sind, werden Rubine am häufigsten mit dem Sommermonat Juli in Verbindung gebracht.



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Rubin

Der Name Rubin ist Programm. Rubin wird aus dem Lateinischen mit rot übersetzt und verweist auf die Farbe des Minerals. Lange Zeit wurden deshalb unter dem Begriff Rubin die verschiedensten roten Mineralien verstanden, auch wenn neben dem eigentlichen Rubin hinter dem Namen auch Almandin, Spinell, Turmalin oder roter Topas standen.

In der Mineralogie werden lediglich die roten Kristalle der Korundgruppe mit der chemischen Zusammensetzung Al2O3 als Rubin definiert.


Rubinschmuck von Juwelo

Goldring mit Mosambik-Rubin Silberhalskette mit Rubin Silberohrringe mit Madagaskar-Rubin

Rubinrot

Das klassische Rot von Rubinen ist ein intensives, mittleres Rot, das leicht ins Bläuliche geht, aber auch hellrote, rotbraune und reinrote Farben sind bei Rubinen üblich. Steine, die deutlich ins Pinke gehen, werden dahingegen den Fancy Saphiren zugeordnet, d.h. Saphire, die von nicht-blauer Farbe sind. Wichtig für die Unterscheidung zwischen Pinken Saphiren und Rubinen ist, dass der Rotton von Rubin dominiert. Um die Bestimmung zu erleichtern, werden deshalb Farbtafeln zum Vergleich herangezogen, die die Farben detailliert aufschlüsseln.

Doch nicht immer entspricht das Rot von Rubinen den Erwartungen bzw. Vorstellungen des Edelsteinmarktes. Entweder ist die Farbe zu hell, zu dunkel oder fällt ungleichmäßig, fleckig aus. Mit einer vergleichsweise simplen Methode kann der Farbe von Rubin in Hinblick auf die Intensität und den Farbton nachgeholfen werden.
Das als Brennen von Edelsteinen bekannte Verfahren wird bereits seit vielen Jahrhunderten bei zahlreichen Steinen standardmäßig angewendet. Dazu werden die roten Steine in speziellen Muffelöfen vorsichtig auf eine Temperatur von 1.800 °C erhitzt. Infolge von Oxidationsvorgängen des farbgebenden Chroms wird nicht nur die Farbe korrigiert und der Stein erstrahlt im typischen Rubinrot, auch gewinnen Rubine auf diese Weise gleichzeitig an Reinheit. Da die Brenntemperatur dem Schmelzpunkt der Korund-Varietät nahe kommt, verschließen sich kleinere gasgefüllte Hohlräume und Kanäle, sodass der Stein reiner wird.

Eine andere Behandlungsmethode setzt auf Bleiglas, das in die luftgefüllten Bereiche von Rubinen eingeleitet wird. Aufgrund des vergleichbaren Brechungsindexes fallen die Füllungen nicht auf, der Rubin dahingegen wirkt reiner und farblich einheitlicher.

Schönheitsbehandlungen bei Rubinen und anderen Edelsteinen sind keine Ausnahme. Schätzungsweise 95 Prozent aller Rubine, die zu Schmuck verarbeitet werden, wurden einer Farb- und Reinheitskorrektur unterzogen.

Ob die Farbe von Rubinen naturbelassen ist oder das Ergebnis einer nachträglichen Optimierung, ist für den Käufer leider nicht immer zu erkennen. Farbbehandlungen mittels Hitzezufuhr müssen beim Kauf nicht deklariert werden.

Einige Händler – wie auch Juwelo – arbeiten transparent, sodass die Angaben gebrannter Rubin, erhitzter Rubin, heat enhanced oder heat treatment für einen farbbehandelten Rubin sprechen.


Eignung als Schmuckstein

Rubine sind wegen der mineralspezifischen Eigenschaften geradezu prädestiniert, als Schmuckstein verarbeitet zu werden.
Rubine weisen eine hohe Härte auf, d.h. der Stein zerkratzt nicht so einfach wie weichere Mineralien. Außerdem zeichnen sich Rubine durch die nicht vorhandene Spaltbarkeit aus, was die roten Steine zu einem dankbaren, splitterfreien Material in der Verarbeitung macht.

Abhängig von der Reinheit werden verschiedene Schliffe angewendet. Ziel ist es, das Strahlen bzw. die Brillanz, auch das Feuer genannt, im Rubin optimal auszuarbeiten. Anhand der vielen Facetten kommt es zu einem Lichtspiel im Stein, so dass der Stein regelrecht leuchtet.

Die häufigste Schliffart, die bei Rubinen Anwendung findet, ist der Facettenschliff, bspw. in Form des Smaragdschliffs. Aber auch Formen wie der Runschliff, Herzschliff, Ovalschliff, Tropfenschliff oder Marquiseschliff sind bei geschliffenen Rubinen weit verbreitet.

Rubine mit trüber, durchscheinender Transparenz oder bei denen Einschlüsse herausgearbeitet werden sollen, werden zu einem Cabochon geschliffen, bei dem auf Facetten verzichtet wurde und stattdessen die glatt polierte Oberfläche optische Finessen und die tiefrote Farbe des Rubins betont.

So bewirken insbesondere Einschlüsse des Minerals Rutil in Rubinen interessante Effekte. Zu den bekanntesten Erscheinungen zählen der Katzenaugeneffekt (Chatoyance) und der Asterismus, bei dem sich sternförmige Strahlen im Rubin zeigen. Die Ursache sowohl von Seidenrubinen als auch Sternrubinen sind eingelagerte Rutilnadeln, die abhängig von der Lage im Rubin einen Asterismus oder den Katzenaugeneffekt hervorrufen.
Wie bei anderen Edelsteinen auch, leistet der Schliff einen wesentlichen Beitrag zum Preis von Rubinen. Rubine, die im Facettenschliff gehalten sind, verlangen vom Edelsteinschleifer eine wesentlich höhere Fingerfertigkeit und Präzision als ein Rubin im einfachen Cabochonschliff, was sich entsprechend im Wert des Rubins niederschlägt. Der Glanz, die Farbe, die Reinheit und nicht zuletzt die Größe sind die weiteren Merkmale, die den Wert von Rubinen bestimmen.


Auch interessant:
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Quellen:
⇒ De Boodt, Anselmus (1609): Gemmarum et Lapidum Historia
⇒ von Kobell, Franz (1864): Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Neuere Zeit. Zweiter Band. Geschichte der Mineralogie
⇒ Krünitz, J. G. (1820): Oeconomische Encyclopädie oder Allgemeines System der Stats-Stadt-Haus- und Land-Wirthschaft. und der Kunst-Geschichte in alphabetischer Ordnung. 128. Teil
⇒ Wallerius, J. G. (1752): Mineralogie oder Mineralreich
⇒ Schröter, J. S. (1784): Lithologisches Real- und Verballexikon, in welchem nicht nur die Synonymien der deutschen, lateinischen, französischen und holländischen Sprachen angeführt und erläutert, sondern auch alle Steine und Versteinerungen ausführlich beschrieben werden. Sechster Band
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2020





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