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Rumänit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Rumänit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Rumänit ist die Bezeichnung für Bernsteine aus Rumänien, insbesondere für Funde im Bereich der rumänischen Karpaten – demnach wurde der Name Rumänit nach dem Ort bzw. Land des Erstfundes gewählt.


Eigenschaften von Rumänit

Rumänit besteht aus dem erhärteten fossilen Harz von Mammutbäumen, Kiefern und Tannen. Deshalb wird der Rumänische Bernstein auch nicht den Steinen und Mineralen zugeordnet, sondern den fossilen Harzen, zu denen auch der gewöhnliche Bernstein (sog. Succinit bzw. Bernstein aus der Ostsee) zählt.
Die Eigenschaften von Rumänit sind denen von gewöhnlichen Bernsteinen sehr ähnlich bzw. gleich. Rumänischer Bernstein weist eine Mohshärte von 2 bis 2,5 auf; lässt sich einfach mit einem Messer oder einer Münze ritzen. Die Dichte ist mit 1,05 bis 1,10 g/cm³ sehr gering, so dass Rumänit in der Lage ist, auf Wasser zu schwimmen.
Im Gegensatz zu Ostsee-Bernsteinen ist die Farbe von Rumänischen Bernsteinen dunkler, dennoch in der Grundfarbe braun bis goldbraun. Die Strichfarbe ist weiß.
Rumänit weist einen harzartigen Glanz auf, die Transparenz reicht von durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist muschelig und teilweise scharfkantig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.


Entstehung und Verbreitung von Rumänit

Die Zeit der Entstehung von Rumänit wird auf das Oligozän (vor 33,9 bis 23,03 Mio. Jahren) datiert. Zu dieser Epoche der Erdgeschichte waren die Grundrisse der Gestalt der heutigen Verteilung der Kontinente und Weltmeere im Groben bereits deutlich zu erkennen. Der Bereich des heutigen Rumäniens war zu großen Teilen von Meerwasser überdeckt. Der Vorgang, wie die Rumänischen Bernsteine entstanden, gleicht dem der Ostsee-Bernsteine: Feinste Harztropfen wurden von den hiesigen Nadelbäumen abgesondert, gelangten ins Meer, wurden über die Jahrmillionen von Sedimenten, z.B. Sand, überdeckt und wurden auf diese Weise vor der Zersetzung geschützt. Das Material erhärtete unter der Auflast der Sedimentdecke. Mit der fortlaufenden tektonischen Entwicklung – Heraushebung der Karpaten und Schließung der Meere – wurden die Rumänischen Bernsteine aus dem Meer emporgehoben.
Die Vorkommen von Rumänischen Bernsteinen liegen deshalb teilweise im Berg oder Höhlen verborgen. Große Bekanntheit im Zusammenhang mit Rumänit erlangte der Ort Colti, zentral in Rumänien gelegen.


Verwendung und Bedeutung von Rumänit

Neben der Verwendung als Schmuckstein sind Rumänische Bernsteine auch für die Wissenschaft von Bedeutung. Einschlüsse von Tieren oder Pflanzenteilen vermitteln einen Eindruck der Flora und Fauna der weiten Vergangenheit der Erde.


Siehe auch:
- Die Bernsteinstraße
- Amber/Ambra in Parfüm
- Ambroid/Pressbernstein


Quellen:
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Reinicke, R. (2007): Steine am Ostseestrand. Demmler Verlag Schwerin*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 1. November 2018

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