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Ammoniten Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Ammoniten - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: ammonites | französisch: ammonites

AmmonitenErstmals erwähnt wurden Ammoniten in den Aufzeichnungen des römischen Philosophen und Naturforscher Plinius d. Älteren (25 bis 79). Die Funde der in sich gedrehten Versteinerungen erinnerten Plinius den Älteren der Form wegen an Ammonshörner – das Geweih des ägyptischen Gottes Ammon, der mitunter mit einen Widderkopf einschließlich spiralförmig, in sich windender Hörner, dargestellt wird.
Angelehnt an Plinius´ Namensgebung führte der deutsche Geologe und Paläontologe Karl Alfred von Ritter (1839 bis 1904) die wissenschaftliche Systematisierung der Ammonidae ein.Ammoniten

Lebensweise von Ammoniten
Ammoniten waren eine artenreiche Gruppe von Kopffüßern, die im Meer lebten. Bekannt sind der Definition von Ammoniten zufolge über 1500 Ammoniten-Gattungen mit wiederum 30.000 bis 40.000 Arten. Auch wenn bei der heute existenten Art Nautilus aufgrund der Ähnlichkeit der Vergleich eines lebenden Nachfahrens von Ammoniten aufkommt, handelt es sich bei Ammoniten um seit dem Ende des Erdzeitalters der Kreidezeit ausgestorbene Meeresbewohner.
Anhand von versteinerten Ammoniten lässt sich die Größe der einstigen Meeresbewohner bestimmen, die zwischen einem und 30 cm lag; die Größe von frisch aus Eiern geschlüpften Ammoniten betrug 0,5 bis 0,8 mm. Gefunden wurde aber auch ein ausgewachsenes Exemplar mit 1,80 m Durchmesser bei einem Gewicht von über 3,5 t. Parapuzosia seppenradensis ist der weltweit größte bekannte Ammonit. 2008 wurde der Superlativ unter den Ammoniten in Seppenrade/Nordrhein-Westfalen entdeckte Ammonit zum Fossil des Jahres 2008 erklärt.
Ammoniten lebten in den Weltmeeren vor 65 bis 48 Mio. Jahren – vom Zeitalter Unterdevon bis zum Ende der Kreidezeit.
Zu Lebzeiten bestanden Ammoniten aus der spiralförmigen Schale und den Weichteilen einschließlich acht oder zehn Armen, einem Kopf mit Mundöffnung. In der Schale, die im vorderen Bereich als Wohnkammer diente, befanden sich neben den Organen auch gasgefüllte Auftriebskammern. Ammoniten konnten das Gasvolumen in den Auftriebskammer steuern und damit die Auf- und Abbewegung im Wasser dirigieren. Schwimmen konnten Ammoniten dennoch nicht, vielmehr glich die Fortbewegung auf dem Meeresgrund einer kriechenden Bewegung. Bevorzugte Nahrung von Ammoniten waren neben Krebsen und Plankton auch Schnecken, die mit einer Raspelzunge (Radula) zerkleinert wurden.
Für die Unterscheidung der vielen Ammonitenarten sind die genannten Kammern von großer Bedeutung, da die Trennwände sich von Art zu Art unterscheiden.

Ammoniten
Versteinerte Ammoniten, Verbreitung und Vorkommen von Ammoniten
Heute sind von Ammoniten nur noch die Schalen erhalten - entweder als Steinkern, der nach dem Ableben von Ammoniten den inneren Hohlraum mit Gesteinsmaterial ausfüllte, oder als mineralischer „Überzug“ jener Hohlräume, vor allem mit Aragonit und Perlmutt. Für den Vorgang der Versteinerung siehe Bonifatiuspfennige.
Versteinerte Ammoniten kann man weltweit finden, eingebettet in Sedimentsteine, die auf eine marine Herkunft deuten.

Verwendung/Bedeutung von Ammoniten
Kaum ein anderes Fossil ist neben Trilobiten und Belemniten bzw. Donnerkeilen so bekannt wie Ammoniten.
Fossilisierte Ammoniten sind insbesondere für die Wissenschaft von Bedeutung, da anhand von Fossilien Rückschlüsse auf die Umweltbedingungen zu Lebzeiten von Ammoniten und das Alter der Gesteine, in denen Ammoniten eingebettet sind, gezogen werden können. Aufgrund dessen zählen Ammoniten zu den Leitfossilien, d.h. Funde von Ammoniten in Gesteinsschichten belegen, dass der Fundort zu Lebzeiten der Ammoniten von Wasser bedeckt war - insofern Ammoniten Wasserlebenwesen waren und nach ihren Ende von Sedimenten bedeckt wurden, die mit den Jahrtausenden zu Sedimentgesteinen verfestigt wurden.
Mitunter werden kleinere Ammoniten zu Schmuck verarbeitet. Derzeit stehen aber nicht nur die Steinkerne von Ammoniten hoch im Beliebtheitskurs, sondern auch das hauchfeine Perlmutt, das einige Ammoniten aufweisen. Im Handel wird Ammoniten-Perlmutt unter dem Namen Ammolith, Ammolit oder Calcentin geführt. Der hohe Preis, den man für Ammolithen bezahlen muss, erklärt sich mit der Seltenheit dieses Perlmutts. Ammolith, den es zu kaufen gibt, stammt hauptsächlich aus dem Nordwesten der USA und der nördlich angrenzenden Provinzen Kanadas. Die Besonderheit von Ammolith ist das opalähnliche Schillern in den Farben des Regenbogens, das bei anderen Ammoniten nicht bzw. nicht in dieser Form vorkommt. Der Grund: die Entstehungsbedingungen, die verhinderten, dass das ammoniteigene Perlmutt während der Versteinerung zersetzt, herausgelöst oder umgewandelt wurde.

Siehe auch:
Hühnergötter
Steinkerne
Fossilien

Quellen:
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Reinicke, R. (2007): Steine am Ostseestrand. Demmler Verlag Schwerin*
Ivanov, M.; Hrdlickova, S.und R. Gregorová (2005): Illustrierte Fossilien-Enzyklopädie*
- www.femo-online - Aufbau von Ammoniten
- www.lwl.org - LWL Museum für Naturkunde

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