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Rogenstein Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Rogenstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Rogenstein
Rogenstein

Der Name Rogenstein ist auf die optische Ähnlichkeit mit Rogen, Fischeiern, zurückzuführen.


Eigenschaften von Rogenstein

Rogenstein ist ein Sedimentgestein mariner Herkunft, das den Kalksteinen zugeordnet wird – daher auch die alternative Bezeichnung oolithischer, d.h. eierförmiger, Kalkstein.
Die Farbe von Rogenstein variiert mit den mineralischen Bestandteilen des Gesteins, aber auch äußere Einflüsse wie Verwitterung haben einen Einfluß auf die Farbe von Rogenstein. Am häufigsten findet man beige, rote, braune bis graue Rogensteine.
Im Wesentlichen besteht Rogenstein aus Calcit, weshalb Rogenstein ebenso wie Kalkstein in die Kategorie der monomineralischen Steine fällt. Daneben kann Rogenstein in geringeren Anteilen Hämatit, Feldspäte oder Tonmineralen enthalten.
Das auffälligste Merkmal von Rogenstein ist das Gefüge: viele kleine Kügelchen aus Calcit mit einer Korngröße von 0,1 bis 2 mm – vergleichbar mit Fisch- oder Ameiseneiern – in dichter Packung sortiert angeordnet.


Rogenstein
Rogenstein

Entstehung und Verbreitung von Rogenstein

Rogenstein entsteht, wenn Ooide durch ein Bindemittel miteinander verkittet werden. Ooide sind Mineralkörper von runder Form, die einen schalenartigen Aufbau aufweisen. Voraussetzung für die Bildung von Ooiden sind Kristallisationskeime, um welche sich konzentrisch Minerale anlagern. Im Fall von Rogenstein war es zunächst Aragonit, der sich um das Zentrum anlagerte, und sich mit der Zeit in Calcit umwandelte – verkittet durch calcitische oder quarzhaltige Mineralausfällungen. Entsprechende Bedingungen, die zum Wachstum von Ooiden bzw. Rogenstein führen, existierten vor Jahrmillionen (Zeitraum: Bundsandstein in Norddeutschland und Dogger in Süddeutschland) in Flachwasserbereichen mit starken Wellenbewegungen.
Die Vorkommen an Rogenstein beschränken sich deutschlandweit auf wenige Regionen: Rogenstein kann man sowohl im Bereich des Harzvorlandes (Niedersachsen und Sachsen-Anhalt) sowie am Kaiserstuhl (Baden-Württemberg) finden, wobei die süddeutschen Rogensteinausläufer bis in die nördliche Schweiz reichen.


Bedeutung und Verwendung von Rogensteinen

Rogenstein ist ein sehr robuster Stein – sowohl in der Härte als auch im Verhalten gegenüber den Einflüssen von Regen, Wind und Schnee/Eis. Deshalb wurde das Gestein in der Vergangenheit für den Bau von Häusern, aber auch als Bord- und Pflasterstein verwendet.


Siehe auch:
In, auf und aus Gestein gebaut - Altes Rathaus Sangerhausen
Pseudofossilien
Eier aus Stein


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München



Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2019

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