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Rhyolith Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Rhyolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: rhyolite | französisch: rhyolite


Rhyolith
Rhyolith

Namensgebend für Rhyolith ist das Gefüge des Gesteins. Rhyolith wird aus dem Griechischen mit fließender Stein übersetzt - angelehnt an das Fließ- bzw. Fluidalgefüge.


Eigenschaften von Rhyolith

Definition: Rhyolith ist ein magmatisches Gestein extrusiver Herkunft.
Die Farbe von Rhyolithen wird als hell bis mittel beschrieben, variiert dabei von hellbraun bis hellgrau, grün sowie rötlich, teilweise auch ins Violette gehend.
Der Grund für die Farbe sind die am Aufbau des Gesteins beteiligten Minerale. Als Hauptgemengteil dominieren im Rhyolith mikrokristalline Quarze, vulkanische Gläser und Alkalifeldspäte; aufgrund des Vorherrschens von Quarz wird Rhyolith in der Literatur deshalb auch als Quarzporphyr bezeichnet. Die Nebengemengteile (= bis zur 5 % an der Zusammensetzung des Gesteins beteiligt) sind Biotit und Hornblende, Apatit sowie Magnetit, die als Einsprenglinge in der feinkörnigen Gesteinsmatrix ein porphyrisches Gefüge bedingen und wegen der Auffälligkeit die Bestimmung erleichtern. D.h. die Korngröße des Gesteins ist hauptsächlich feinkörnig, wird aber durchsetzt von gut sichtbaren größeren Kristallen - ein Gefüge, das in der Geologie als porphyrisch bezeichnet wird; optisch erinnert das Gefüge von Rhyolith an Beton
Die Dichte von Rhyolith beträgt 2,5 bis 2,8 g/cm3.


Rhyolith
Rhyolith

Entstehung und Verbreitung von Rhyolithen

Rhyolithe werden zu den http://www.steine-und-minerale.de/artikel.php?topic=2&ID=8&keywords=Vulkanismus,%20Mineralien,%20Extrusivgestein,%20Intrusivgestein,%20Vulkangestein">magmatischen Gesteinen gezählt, die oberhalb der Erdoberfläche gebildet werden. Die Entstehung vollzieht sich in zwei Schritten: Zunächst erfolgt im Vulkan die Bildung erster größerer, gesteinsbildender Kristalle infolge der Abkühlung der Gesteinsschmelze während des Transports Richtung Erdoberfläche. Bei der anschließender Eruption kühlt sich die Gesteinsmasse weiterhin zügig ab, weitere Minerale kristallisieren aus - insbesondere sogenannte Gläser (= amorphe, kristalllose Gesteine). Vulkanische Gläser gelten als Zeugnis einer besonders schnellen Abkühlung von Gesteinsschmelzen: so schnell, dass sich - wie für Gläser typisch - keine Kristalle entwickeln können. Daneben weisen Hohlräume im Rhyolith auf die Beschaffenheit der Lava hin, die im Fall von Rhyolith gasreich und viskos war
Als Varietät von Rhyolith ist die gebänderte Version bekannt. Charakteristisch für gebänderten Rhyolith sind ineinander verwirbelte Lagen, die infolge verschiedener Gefüge und Farben von vulkanischem Material entstehen. Begleitend treten Feldspäte und Quarznadeln auf.
Bedeutende Vorkommen von Rhyolith befinden sich an Orten, die durch Vulkanismus geprägt sind oder es waren, z.B. Island, Königsstuhl, Thüringer Wald, Harz, Erzgebirge, Odenwald/Deutschland; Bozen/Italien; Rocky Mountains/USA; Vogesen/Frankreich; Mexiko; Brasilien; Australien; Indien, Madagaskar; Peru und Neuseeland.
Im US-Bundesstaat Nevada wurde die Stadt Rhyolithe nach dem dort vorkommenden Gestein benannt.


Rhyolith
Rhyolith

Bedeutung und Verwendung von Rhyolith

Rhyolith wird vor allem als Pflaster- und Bordkantenstein sowie als Straßenschotter eingesetzt.
Daneben wird Rhyolith unter den Handelsnamen Aztekenstein und Dr. Liesegang-Stein als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Rhyolith in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Siehe auch:
Thundereggs
Die Schneekopfkugeln vom Thüringer Wald
Steinerne Zeugen - Triniusstein




Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*

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Letzte Aktualisierung: 1. November 2018

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