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Porphyr Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Porphyr - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: porphyry | französisch: porphyre


Porphyr
Porphyrisches Gefüge

Der Name Porphyr stammt aus dem Altgriechischen und wird mit purpur übersetzt - bezugnehmend auf die Farbe des Gesteins.


Eigenschaften von Porphyren

Definition Porphyr: Als Porphyr wird ein Gefüge von Gesteinen magmatischen Ursprungs bezeichnet, in dessen feinkörniger Gesteinsmatrix vereinzelte, größere ausgebildete Kristalle enthalten sind.
Vertreter von Gesteinen mit porphyrischem Gefüge sind u.a. Lamproit, Rhyolith, Andesit, Dazit und Trachyt.
Hauptgemengteile von Porphyr sind Feldspäte, Vertreter der Glimmergruppe, Quarz, Pyroxene und Amphibole. Untergeordnet im Gestein können Turmalin und Pyrit enthalten sein. Abhängig von den Mineralen, die an der Zusammensetzung von Porphyr beteiligt sind, kann die Farbe sowohl purpurn, rötlich, gräulich oder bräunlich sein, stets durchsetzt von helleren, größeren Kristallen, sodass die Optik von Porphyr an das Aussehen von Beton erinnert.
Die Korngröße ist sehr variabel, kann fein-, mittel- bis grobkörnig sein.
Die Dichte von Porphyr beträgt 2,7 bis 3,3 g/cm3.



Porphyr
Porphyr mit Quarz aus Finsterbergen/Thüringen

Entstehung und Verbreitung von Porphyr

Porphyr entsteht in mehreren Schritten.
Zunächst kristallisieren Frühkristalle wie bspw. Feldspäte und Quarze in der Erdkruste aus flüssigen Gesteinsschmelzen aus. Gelangt das Magma an die Erdoberfläche, kühlt die Schmelze aufgrund der geringeren Temperatur der Atmosphäre schnell ab und erstarrt. Um die bereits vorhandenen Kristalle bildet sich so eine feinkörnige Matrix.
Alternativ kann diese Entwicklung auch nur im Erdinneren vonstattengehen. Im ersten Schritt kristallisieren, wie bereits erwähnt, Minerale mit dem höchsten Schmelzpunkt aus. Im Laufe von Millionen von Jahren kann das umgebende Magma ebenfalls erkalten, so dass sich porphyrische Komplexe bilden.
Erwähnenswerte Vorkommen von Porphyr befinden sich zum Beispiel in Finsterbergen, Friedrichroda, Oberhof (Thüringen), Odenwald, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Schwarzwald, Hunsrück/Deutschland; Südkarelien/Finnland; Norwegen; Schweden; Frankreich; Sardinien, Trentino-Südtirol/Italien; Polen; Murmansk, Sibirien/Russland; Rumänien; Laurion/Griechenland; Tansania; Indonesien; Sumatra; China; Südaustralien, Tasmanien/Australien; Chile; Kolumbien; Mexiko; Peru; Kanada und in den USA. /p>

Porphyr
Porphyr mit Quarzdrusen

Bedeutung und Verwendung von Porphyr

Porphyr wird vor allem als Baumaterial und Bildhauerstein eingesetzt. So kam das Gestein bspw. für die Fertigung der Porphyrschale in der Sala Rotunda im Vatikan zum Einsatz. Die Schale aus purpur-farbenem Porphyr misst 15 m im Umfang und wurde aus einem Stück geschlagen. Bevor die Porphyr-Schale in den Vatikan kam, stand das Kunstwerk im Domus Aurea - dem Goldenen Haus, einem Palast in Rom, dessen Errichtung im Jahr 64 n.Chr. auf Kaiser Nero (37 bis 68 n.Chr.) zurückgeht.



Sonstiges

Porphyr wird mitunter auch als Heilstein unter den Namen Aztekenstein oder Dr. Liesegang-Stein gehandelt.


Siehe auch:
Die Schneekopfkugeln vom Thüringer Wald
Neptunismus und Plutonismus
Steinerne Zeugen - Porphyrfelsen Triniusstein



Quellen:
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*

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Letzte Aktualisierung: 2. November 2018

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