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Obsidian Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Obsidian - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: obsidian | französisch: obsidienne


Obsidian
Obsidian

Das Gestein Obsidian wurde nach einem Römer namens Obsius benannt. Er entdeckte in der Antike das Gestein in Äthiopien.


Eigenschaften von Obsidian

Obsidiane sind magmatische Gesteine mit extrusiver Herkunft, zählt außerdem zu den vulkanischen Gläsern.
Die Farbe von Obsidian ist vor allem schwarz. Durch Beimengungen verschiedener Elemente kann das Gestein aber auch dunkelgrün, dunkelbraun oder rot gefärbt sein. Die Strichfarbe ist dennoch bei allen Farben weiß bis hellgelb.
Obsidian zählt zu den sauren, kieselsäurereichen (bis zu 70 % Kieselsäure) Gesteinen. Trachytische, adamitische und phonolithische Obsidiane sind grundsätzlich möglich, gegenüber rhyolithischen aber selten. Mit weniger als einem Prozent ist Kristallwasser auch an der Zusammensetzung beteiligt. Mitunter enthält Obsidian Quarz- und Feldspatkristalle als Einschlüsse.
Das Gefüge ist kompakt und glasartig, d.h. eine Kristallstruktur der aufbauenden Minerale ist nicht vorhanden. Das amorphe Gestein entglast jedoch über Jahrtausende hinweg, indem strahlenförmige Kristalle – Sphärolithe – ausgebildet werden und auf diese Weise durch Alterung Pechstein entsteht. Zu erkennen ist die fortschreitende Kristallbildung im Obsidian und damit auch die Alterung anhand der Sphärolithe, die in Form weißer, unregelmäßig begrenzter Flecken - den sogenannten Schneeflocken - im Obsidian sichtbar werden.
Der Glanz von Obsidianen ist glasartig und ist mit einer Härte von 5 bis 5,5 ein relativ hartes Gestein, dessen Bruch muschelig und sehr scharfkantig ist. Die Spaltbarkeit ist nicht gegeben. Die Transparenz ist undurchsichtig, an Gesteinskanten hingegen ist die Transparenz durchscheinend. Die Dichte beträgt 2,5 bis 2,6.g/cm3


Obsidian
Obsidian mit beginnender Kristallisation

Entstehung und Verbreitung von Obsidianen

Obsidian entsteht als Folge der sehr zügigen Abkühlung von Lava, bspw. bei großen Unterschieden der Temperatur von Lava und Luft oder wenn Lava im Wasser schlagartig erkaltet. Die flüssige Gesteinsschmelze verfestigt sich derart schnell, dass eine Kristallisation der gesteinsbildenden Minerale nicht möglich ist, aber dass dennoch ein glasartiges, strukturloses und festes Gefüge ausgebildet wird.
Die Bildung von Obsidianen ist immer an Vulkane gebunden. Aus diesem Grund kommen vulkanische Gläser auch als krustiger Überzug auf vielen Lavaströmen vor - sowohl an der Erdoberfläche als auch untermeerisch, als Auswurf bei Eruptionen oder als Hülle von Vulkandomen.
Zahlreiche Obsidianvorkommen wurden in Anatolien/Türkei; Indonesien; Japan; Island; Lipämische Inseln/Italien; Wyoming, Neu Mexiko, Utah, Texas, Hawaii/USA; Griechenland; Armenien; Neuseeland; Kamtschatka/Russland; Ecuador; Guatemala und Ungarn beschrieben.


Verwendung von Obsidian

Aufgrund des kompakten Charakters des Gesteins und den scharfen Bruchkanten von bearbeiteten Obsidianen wurde das Gesteinsglas bereits in der Frühgeschichte der Menschheit als Waffe und Werkzeug zum Schneiden genutzt. Heute dient Obsidian als Schmuckstein und als Material für Gegenstände des Kunsthandwerks sowie für Skulpturen. Die Bauindustrie verwendet pulverisierten Obsidian als Beimengung für Mineralwolle.


Obsidian und ähnlich aussehende Steine und Minerale

Aufgrund des ähnlichen Aussehens kann Obsidian mit Onyx und Schörl verwechselt werden.


Obsidian
Schneeflockenobsidian

Nachweis von Obsidian

Obsidiane weisen keine Fluoreszenz auf.




Siehe auch:
Pechstein und Obsidian unterscheiden
Steckbrief Regenbogenobsidian
Steckbrief Schneeflockenobsidian


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 5. Januar 2018

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