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Muschelkalk Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Muschelkalk - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: mussel chalk | französisch: calcaire coquillier


Muschelkalk
Bild1: Muschelkalk aus Rüdersdorf/Brandenburg


Der Name Muschelkalk umschreibt nicht nur eine lithostratigraphische Einheit der Trias, die auf den Zeitraum vor 243 bis 235 Mio. Jahren datiert wird, sondern bezeichnet auch ein Gestein, das über beachtliche Gehalte an fossilen Muscheln verfügt. Angelehnt an die kalkhaltige Zusammensetzung und die vielen sichtbaren Fossilien in Form von Muscheln gab der deutsche Geologe Georg Christian Füchsel (1722 bis 1773) dem Gestein den Namen Muschelkalk.



Eigenschaften von Muschelkalk

Definition: Muschelkalk ist ein Sedimentgestein biologischer Klassifikation mariner Herkunft (= im Meer gebildet), das aber auch in Süßwasserbereichen entstanden sein kann.
Die Farbe von Muschelkalk ist hell und erscheint in grauen, braunen oder gelbgrauen Farbtönen.
Die Zusammensetzung von Muschelkalk wird von fossilen Muschelschalen dominiert, sowohl in Gänze erhalten als auch als Fragmente vorliegend. Hauptsächlich wird der Fossilgehalt von Muschelkalk durch Muscheln repräsentiert, wobei ebenfalls Armfüßer und Stachelhäuter vorhanden sein können. Das Zementationsmaterial von Muschelkalk ist vorrangig Calcit, untergeordnet können weiterhin Quarz, Pyrit, Feldspat, Glimmerminerale, Glaukonit oder Chlorit am Aufbau des Gesteins beteiligt sein.
Das Sedimentgestein ist von fein- bis mittelkörniger Korngröße, deren Kornform vorwiegend kantig ist. Das Gefüge ist muschelig bei einer Dichte von 2,7 g/cm3.



Muschelkalk
Bild 3: Muschelkalk-Bohrkern, Herkunft: Treppe im Rathaus Berlin-Schöneberg


Entstehung und Verbreitung von Muschelkalk

Muschelkalk entstand wie andere Sedimentgesteine auch durch die Vorgänge von Ablagerung und Verfestigung von Muscheln, Skeletten oder sonstigen kalkhaltigen Ausscheidungen von Lebewesen, die vor Jahrmillionen in Salz- und Süßwasserbereichen lebten. Als Ablagerungszeitraum des Muschelkalks gilt die gleichnamige Gruppe der germanischen Trias, also vor 243 bis 235 Mio. Jahren.
Die Vorkommen von Muschelkalk sind weltweit verbreitet, insbesondere im Bereich des nördlichen und südlichen Wendekreises bei jeweils 23°26` N bzw. S gibt es zahlreiche Fundorte von Muschelkalk.
Die deutschen Muschelkalkvorkommen befinden sich u.a. in Rüdersdorf bei Berlin (Brandenburg); Karlstadt, Grafenwöhr, Würzburg (Bayern); Freudenstadt, Göppingen, Wutachschlucht im Schwarzwald, Crailsheim, Heilbronn (Baden-Württemberg); Mühlhausen, Jena (Thüringen), Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz). In Polen sind mächtige Muschelkalklagen in Oberschlesien, Kielcer Bergland und im Katzbachgebirge bekannt.



Muschelkalk
Bild 2: Muschelkalk im Detail


Bedeutung und Verwendung von Muschelkalk

Aufgrund der Festigkeit und hohen Verwitterungsstabilität findet Muschelkalk vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Aus dem Naturstein werden zum Beispiel Bodenfliesen, Grabsteine, Treppen, Bordsteine, Mauern, Arbeitsplatten und Wandverkleidungen hergestellt. Auch als Baumaterial findet Muschelkalk Verwendung, wie bspw. bei der Eckartsburg Eckartsberga. Zudem wird Muschelkalk als Gleisschotter, Zuschlagstoff in Zement, zum Verputzen oder zur Extraktion von Erzen genutzt.
Ferner ist Muschelkalk zwecks Rekonstruktion der Erdgeschichte für die Wissenschaft von Interesse, genau wie das Gestein teilweise über abbauwürdige Mengen an Erzen verfügt.



Siehe auch:
Pseudofossilien
Findlinge
Gletscherschrammen



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 12. November 2018

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