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Marmor Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Marmor - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: marble | französisch: marbre

MarmorBild 1: grauer Marmor von der Insel Euböa/Griechenland

Das Wort Marmor leitet sich vom Altgriechischen máramos, der Vokabel für schimmern, glänzen ab und verweist auf die schimmernde Oberfläche des Gesteins.

Eigenschaften von Marmor
Marmor ist ein metamorphes Gestein, das zu wenigstens 50 Volumenprozent aus Calcit, Dolomit oder Aragonit aufgebaut ist. Chlorit, Epidot, Glimmer, Limonit, Granat, Pyrit, Quarz und Serpentin sind mögliche Nebengemengteile.

MarmorBild 2: grüner Marmor von der Insel Euböa/Griechenland

Die Farbe von Marmor ist abhängig von den Nebengemengteilen und kann weiß, grau, cremeweiß, rot, grün und blau sein.
Charakteristisches Kennzeichen von Marmor ist die sog. Marmorierung. Ausdruck der Marmorierung können das Gestein durchziehende, helle und dunkle Streifen, Maserungen, Flecken oder Äderungen sein.
Variationen: grüner, blauer, grauer und Olivinmarmor.

⇒ silber: Muskovit, Phlogopit
⇒ schwarz: Markasit, Mangan, Graphit
⇒ rot: Hämatit
⇒ grün: Serpentin, Chlorit
⇒ gelbbraun: Eisenoxide, Limonit
⇒ violett: Manganverbindungen

Die Korngröße der Gemengteile variiert zwischen grob und fein, zeitgleich sehr kompakt gelagert. Die Textur ist kristallin und lediglich an den Gesteinskanten ist Marmor durchscheinend, dabei aber stets abhängig von Einregelung und Größe der Gemengteile sowie der mineralischen Reinheit. Marmor ist mit einer Härte von 3 ein weiches Gestein, die Dichte beträgt 2,7 bis 2,9 g/cm3.

MarmorBild 3: weißer Marmor von der Insel Euböa/Griechenland

Entstehung und Verbreitung von Marmor
Marmor ist ein metamorphes Gestein. Infolge von hohen Temperatur- und Druckverhältnissen wird das Ausgangsgestein - karbonatreiches Gestein - umgewandelt. Verschiedene mineralische Beimengungen bewirken während der Metamorphose die Marmorierung. Die Umformung kann sowohl kontakt- als auch regionalmetamorph erfolgen.

Charakteristisch für die Regionalmetamorphose ist die Umwandlung des Ausgangsgesteins infolge von hohem Druck durch aufliegendes Gestein oder durch tektonische Vorgänge. Dieser Prozess verläuft über viele Jahre hinweg. Entsprechender Marmor weist ein Richtungsgefüge auf.
Während der Kontaktmetamorphose verursachen in die Erdkruste intrudierende Magmen, dass umliegendes Gestein auf 700 bis 1100 °C aufgeheizt und aufgeschmolzen wird, Drücken bis zu 10 kbar unterliegt und anschließend rekristallisiert.
Marmor ist weltweit verbreitet. Als Fundorte bekannt sind Spanien; Pas de Calais/Frankreich; Fichtelgebirge, Bayerischer Wald, Odenwald/Deutschland; Kristall/Österreich; Insel Euböa, Drama, Kavala; Thassos/Griechenland; Türkei; Tessin, Wallis/Schweiz; Toskana, Südtirol/Italien; Portugal; Devonshire/England.

Verwendung von Marmor
Marmor ist ein begehrtes Baumaterial in der Innenraumgestaltung und wird zur Fassadenverkleidung, als Bodenbelag, Sanitäranlagen, Arbeitsplatten und Ornamentik genutzt.
Bedeutende Kunstwerke der Geschichte wie die Akropolis, Michelangelos David, der Obelisk von Washinton/USA sowie der Pergamonaltar sind aus dem Naturstein Marmor gefertigt.
Fein gemahlen oder pulverisiert wird Marmor auch als Schleifmittel in Zahnpasta oder Scheuermilch sowie als Pigment in Farben genutzt.

Nachweis
Bei Kontakt mit Säuren schäumt Marmor auf.

Siehe auch:
In, auf und aus Gestein gebaut: David von Michelangelo
In, auf und aus Gestein gebaut: Washington Monument
Marmor und Quarzit unterscheiden

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

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