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Ignimbrit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Ignimbrit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: ignimbrite | französisch: ignimbrite


Der Name Ignimbrit ist lateinischen Ursprungs und wird mit Stein aus einer Feuerwolke übersetzt – ein Hinweis auf die Entstehung bzw. Herkunft des Gesteins.


Eigenschaften von Ignimbrit

Ignimbrit oder auch Schmelztuff ist ein magmatisches Gestein extrusiver Herkunft mit saurer, bisweilen intermediärer Klassifikation.
Die Farbe des Vulkanits wird als hell bis mittel eingestuft, ist charakteristisch bräunlich, rotbräunlich oder gräulich und durchzogen von helleren oder dunkleren Mineral- oder Gesteinsfragmenten. Häufig erscheinen bimshaltige Bruchstücke in roter Farbe, die der Ähnlichkeit zu Flammen wegen als Fiamme bezeichnet werden.
Hauptgemengteil von Ignimbriten sind Biotit, Quarz und Feldspäte wie Sanidin und Albit. Untergeordnet sind u.a. Amphibole wie Hornblende, vulkanische Gläser, z.B. Obsidian, und diverse Pyroxene an der Zusammensetzung beteiligt.
Das Gefüge von Ignimbrit ist richtungslos, teilweise auch bandartig und mit Fließgefüge. Die xenomorphen Gemengteile sind dicht miteinander verbunden bei mikrokristalliner bis feiner Korngröße.


Entstehung und Verbreitung von Ignimbrit

Die Bildung des Vulkanits Ignimbrit steht im Zusammenhang mit explosiven, hoch in die Atmosphäre aufreichenden Eruptionen von Vulkanen. Damit einhergehend bildet sich eine bis zu 800°C heiße Wolke aus Asche, Lavafetzen, Gesteinsfragmenten und Gasen, die auf der Erdoberfläche einen bis zu 500 km/h schnell fließenden pyroklastischen Strom bildet, aus welchen die Gemengteile von Ignimbrit miteinander verbacken werden. Mitunter zeichnet sich das Fließen selbigen im Gefüge aus. Mögliche enthaltene Gesteinsbruchstücke erklären sich mit der Zusammensetzung der Magma – saure Magmen sind zähflüssig und versperren oft den Vulkanschlot. Als Pfropf erstarren diese dann teilweise, werden bei Ausbrüchen der Vulkans zerkleinert und von der Lava mitgerissen. Bedingt durch das gashaltige Wesen der Lava von Ignimbriten können wellenartige Strukturen im Gestein vorkommen, die auf die Entstehung vulkanischer Gläser um gasgefüllte Blasen der Lava zurückzuführen sind.
Fundorte von Ignimbrit befinden sich u.a. in Ostisland/Island; Norwegen; Dänemark; Snowdonia/Wales; Argyll/Schottland; Kamtschatka/ Russland; Eifel, Kaiserstuhl/Deutschland; Umbrien, Trentino-Südtirol/Italien; New South Wales/Australien; Neuseeland; Montagne Pelée/Martinique; Chile; Mexiko; Mount Katmai (Alaska)/USA.


Bedeutung und Verwendung von Ignimbrit

Ignimbrit wird der abwechslungsreichen Muster wegen als Material für Wandvertäfelungen, Arbeitsplatten oder Bodenbeläge verwendet. Weiterhin dient der Naturstein als Schotter.


Siehe auch:
Merkmale von Gesteinen - Haupt- und Nebengemengteile
Der Volvic-Vulkan
Die Entstehung magmatischer Gesteine


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*

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Letzte Aktualisierung: 13. November 2018

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