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Grauwacke Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Grauwacke - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: greywacke | französisch: grauwacke



Der Name Grauwacke wurde seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Harzer Bergbau für Gesteine verwendet, die minderwertig oder taub, d.h. ohne nennenswerte Mineralgehalte oder abbauwürdiges Erz, sind. Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) war die Graue Wacke vom Harz 1784 ein Begriff, erwähnt in seinen Aufzeichnungen „Über den Granit“, wo der Dichter und Naturforscher auf die Verwechslungsgefahr mit Granit hinweist.



Eigenschaften von Grauwacke

Definition: Grauwacke ist ein Sedimentgestein detritischer Klassifikation und mariner Herkunft.
In der Geologie ist Grauwacke der Definition zufolge ein Gestein, das zu den Sandsteinen zählt und sich durch einen hohen Anteil an Quarz und Feldspäten auszeichnet, und zudem ein Alter von mindestens 250 Mio. Jahren (Paläozoikum) oder älter aufweist.
Wie aus dem Namen Grauwacke hervorgeht, weist das Gestein eine hell- bis dunkelgraue Farbe auf, kann aber auch braun- oder grüngrau sein - abhängig von der chemischen Zusammensetzung der Gemengteile bzw. vom Mineralbestand des Gesteins.
Die Zusammensetzung von Grauwacke wird hauptsächlich bestimmt durch Quarz (28 bis 53%), gefolgt von Feldspat (25 bis 47%), insbesondere Albit, GlimmermineralenMuskovit und Biotit - (4 bis 21%), Chlorit (4 bis 25%), Karbonate (bis zu 6%) und akzessorische Gemengteile wie Pyrit, Apatit und Zirkon.
Angelehnt an die dominierenden mineralischen Bestandteile von Grauwacke wird zwischen Quarzwacke, Feldspatwacke und lithischer Wacke unterschieden. Das Merkmal von lithischer Wacke sind auffällige größere Fragmente von Gesteinen, die in der Matrix vorhanden sind. Eingebettet sind die Bestandteile von Grauwacken in einer Matrix aus Ton- und Glimmermineralen, weshalb das Gestein oftmals einen tonigen Geruch aufweist.
Die Korngröße der aufbauenden Gesteinsbruchstücke ist fein- bis mittelkörnig bei eckig-kantiger Kornform. Im Gegensatz zur locker verfestigten, ähnlichen Arkose sind die Bestandteile unsortiert, fest miteinander zementiert. Fossilien sind in Grauwacken eine Seltenheit, bspw. vorhanden sind Seelilien/Crinoiden (siehe dazu auch: Bonifatiuspfennig).
Die Dichte von Grauwacke beträgt 2,60 bis 2,63 g/cm3.



Entstehung und Verbreitung von Grauwacke

Die europäischen Grauwacken entstanden im Karbon vor ca. 350 Mio. Jahren aus dem Verwitterungsschutt einstiger Gebirge wie bspw. den Varisziden. Das abgetragene, zerkleinerte Gesteinsmaterial wurde in die damaligen Meere verlagert und unter der Auflast folgender Sedimente sowie zirkulierender Bindemittel diagenetisch zu einem Hartgestein verfestigt (siehe auch: Die Entstehung von Sedimentgesteinen).
Die Vorkommen von Grauwacke strecken sich über viele Teile der Erde. Nennenswerte Funde in Deutschland wurden im Frankenwald, Thüringer Schiefergebirge, Harz, Lausitz, Vogtland, Rhön, Rheinischen Schiefergebirge und in den Alpen dokumentiert, wo Grauwacke mitunter auch in Steinbrüchen abgebaut wird. Bedeutende Grauwacke-Vorkommen in Österreich befinden sich in der Steiermark, Vorarlberg und Tirol (Grauwackenzone).



Bedeutung und Verwendung von Grauwacke

Grauwacke ist ein hartes Gestein, das vergleichsweise verwitterungsresistent ist. Deshalb findet Grauwacke nicht nur Verwendung im Garten, bspw. in Form von Mauersteinen bei der Gestaltung einer Natursteinmauer, auch Pflastersteine, Splitt und Schotter werden aus Grauwacken hergestellt. Daneben hat sich Grauwacke als Naturstein für Arbeitsplatten, für die Fassadengestaltung, als Fensterbank für die Gestaltung von Aquarien bewährt.



Siehe auch:
Findlinge
In, auf und aus Gestein gebaut - Rakotzbrücke Kromlau
Persönlichkeiten der Mineralogie und Geologie: Johann Wolfgang von Goethe



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2018

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