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Granulit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Granulit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: granulite | französisch: granulite


Das körnige Aussehen ist ausschlaggebend für Namen des Gesteins Granulit. Granulit wird aus dem Lateinischen mit körniger Stein übersetzt; ist aber nicht mit Granit zu verwechseln.


Eigenschaften von Granulit

Granulit ist ein metamorphes Gestein, das unter hochmetamorphen Bedingungen gebildet wird und Gesteinen mit intermediärem bis saurem Chemismus hervorgeht.
Die Farbe von Granulit ist ein gräuliches Weiß bis Grau.
Der Mineralbestand von Granulit wird zur Hauptsache von Alkali- und Plagioklas-Feldspäten sowie Quarzen und Granaten bestimmt. Nebengemengteile (bis zu 5 Vol-%) sind neben Cordierit auch Biotit, Disthen/Kyanit, Spinell, Sillimanit, Pyroxene (v.a. Hypersthen und Diopsid) sowie Amphibole. Akzessorisch (weniger als 1 Vol-%) können Rutil, Zirkon und Apatit vertreten sein.
Das Gefüge von Granulit ist massig und richtungslos bei kristalliner Textur der fein- bis mittelkörnigen Gemengteile. Mitunter ist das Gefüge gneisartig, wobei sich hellere (Quarze) und dunklere Lagen (Biotit) bandartig abwechseln.
Die Dichte beträgt 2,6 bis 2,9 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Granulit

Die Bildung von Granulit findet im gleichnamigen Bereich der sog. Granulit-Fazies statt. Die Gesteine, die im Zuge der Metamorphose zu Granulit umgewandelt werden, sind vornehmlich von intermediärem bis saurem Chemismus, teilweise auch basisch, was sich im Mineralbestand widerspiegelt; es handelt sich u.a. um Grauwacken, Arkosen und Tonsteine.
Granulit ist eines der metamorphen Gesteine, das während der Regionalmetamorphose unter wasserarmen Verhältnissen gebildet wird. Die Temperaturen sind mit 700 bis 900 °C hoch, der Druck liegt bei 5 bis 15 kbar; abhängig von der Tiefe der Erdkruste, wo die Bildung stattfindet (ca. 40 bis 50 km unter der Erdoberfläche).
Die Verbreitung von Granulit erstreckt sich auf zahlreiche Regionen weltweit: z.B. Skandinavien; Sächsisches Granulitgebirge, Eifel und Schwarzwald/Deutschland; Russland; Teile Afrikas; Indien; China und Australien.


Nachweis von Granulit

Der wichtigste Unterschied, um eventuelle Verwechslungen mit Granit zu vermeiden, ist die Bestimmung der Minerale im Granulit. Granulit weist im Gegensatz zu Granit keinen Muskovit auf (Begründung: die hochgradigen Bildungsbedingungen) und ist granathaltig. Sehr häufig sind rote bis rotbraune Granatkristalle perfekt in Granuliten deutlich erkennbar ausgebildet; im Granit fehlen sie.


Bedeutung und Verwendung von Granulit

Aufgrund der Kompaktheit ist Granulit als Schotter- und Pflasterstein begehrt, wird aber auch als Bodenfliese unter dem Namen Cashmere White verkauft.


Siehe auch:
- Die Entstehung metamorpher Gesteine
- Kontakt- und Regionalmetamorphose
- Verwitterung von Gesteinen


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*

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Letzte Aktualisierung: 6. Juni 2018

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