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Glimmerschiefer Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Glimmerschiefer - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: mica schist | französisch: micaschiste


Glimmerschiefer
Bild 1: Intensiv schimmernder Glimmerschiefer mit deutlich sichtbarem Muskovit


Namensgebend für die Bezeichnung Glimmerschiefer sind die im Gestein vorhandenen Minerale der Glimmergruppe, allen voran Muskovit, sowie das schiefrige Gefüge des Gesteins.


Eigenschaften von Glimmerschiefer

Glimmerschiefer ist ein metamorphes Gestein (Umwandlungsgestein), das der Definition zufolge zu einem Großteil aus dem hellen Glimmermineral Muskovit besteht.
Mit einem etwa 50%-igen Anteil ist Muskovit neben Quarz Hauptbestandteil der Minerale, aus denen Glimmerschiefer aufgebaut wird. Untergeordnet sind zudem Kyanit, Andalusit, Chlorit, Graphit, Minerale der Granatgruppe - insbesondere Almandin, Dunkelglimmer Biotit, Staurolith, Sillimanit und Turmalin vertreten. Mitunter können an der Zusammensetzung zudem auch Magnetit, Pyrit, Hämatit, Zirkon, Aktinolith oder Calcit im Glimmerschiefer beteiligt sein. Treten die Nebengemengteile im Glimmerschiefer außerordentlich in den Vordergrund, so werden die Varietäten entsprechend betitelt, z.B. Granatglimmerschiefer, Quarzglimmerschiefer oder Staurolithglimmerschiefer.
Abhängig von den vorhandenen Gemengteilen variiert die Farbe von Glimmerschiefer zwischen hell- und dunkelgrau bis graugrün, stets silbrig glänzend - bedingt durch die hohen Gehalte an glimmerndem Muskovit, während ausgeprägte Biotitgehalte das Gestein dunkelgrau bis schwarz einfärben. Durch die Oxidation eisenhaltiger Minerale im Gestein kann Glimmerschiefer mitunter rötlich oder bräunlich werden.
Die Korngröße von Glimmerschiefer ist mittel- bis grobkörnig, die aufbauenden Minerale sind parallel zueinander eingeregelt.
Wie für Schiefer charakteristisch, zeigt Glimmerschiefer ebene, unebene oder gewellte Schieferungsflächen, anhand derer das Gestein zu Platten aufgespalten werden kann. Typisch für frisch aufgebrochene Glimmerschieferplatten ist der intensiv schimmernde Glanz, der umso matter erscheint, desto länger die Platten angewittert sind. Die Spaltbarkeit ist bei Glimmerschiefer umso ausgeprägter, desto mehr Muskovit enthalten ist.
Die Dichte von Glimmerschiefer beläuft sich auf 2,64 bis 3,05 g/cm3.


Glimmerschiefer
Bild 2: Granatglimmerschiefer aus dem Ötztal/Österreich


Entstehung und Verbreitung von Glimmerschiefer

Glimmerschiefer als Gestein metamorphen Ursprung entsteht im Rahmen der Regionalmetamorphose, bei der es im geologisch kleinräumigen Maßstab zur Umwandlung von Tonmineralen, Tonsteinen oder sandigen Gesteinen in Glimmerminerale kommt.
Infolge von mittleren bis hohen Temperatur- und Druckverhältnissen werden die Gemengeteile (d.h. die gesteinsaufbauenden Minerale) aufgeschmolzen, anschließend erfolgt die Rekristallisation und durch den dabei vorherrschenden einseitigen Druck entsteht das charakteristische Schiefergefüge.
Große Vorkommen von Glimmerschiefer wurden u.a. im Fichtelgebirge, Bayerischen Wald, Erzgebirge, Schwarzwald, Thüringer Schiefergebirge, Taunus/Deutschland; Alpen; Tirol, Vorarlberg, Steiermark, Salzburg, Kärnten/Österreich; Wallis/Schweiz; Zentralmassiv/Frankreich; Norwegen; Schwede; Russland; Schottland; England; Karlsbad,Olmütz, Pilsen, Ústí nad Labem/Tschechien; Banská Bystrica/Slowakei; Südtirol, Lombardei, Toskana/Italien; Spanien; Portugal; Laurion/Griechenland; Indien; China; Kasachstan; Queensland/Australien; Kolumbien; Bahia, Minas Gerais/Brasilien; Argentinien und Kanada dokumentiert.


Glimmerschiefer
Bild 3: Glimmerschiefer im Detail


Verwendung und Bedeutung von Glimmerschiefer

Glimmerschiefer ist nicht weiter von wirtschaftlichem Interesse, sofern keine abbauwürdigen Minerale wie Granat enthalten sind. Gelegentlich wird das Gestein als Werkstein verwendet.


Siehe auch:
Glimmerschiefer und Tonschiefer unterscheiden
Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal
Die Smaragde vom Habachtal


Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

Letzte Aktualisierung: 3. Juli 2019

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