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Feuerstein Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Feuerstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: flint | französisch: silex


Feuerstein
Feuersteine


Der Name Feuerstein geht auf den Umstand zurück, dass man mit Feuersteinen tatsächlich ein Feuer entfachen kann; d.h. wenn Feuersteine und Metalle im richtigen Winkel gegeneinander geschlagen werden, entstehen feuerbildende Funken.


Eigenschaften von Feuerstein

Definition Feuerstein: Feuerstein wird zu den Sedimentgesteinen gezählt, die unter marinen (= im Meer) Bedingungen gebildet wurden.
Die Farbe von Feuerstein kann grau, braun, schwarz, grünlich oder rot sein - bedingt durch Beimengungen organischen Materials oder mineralische Komponenten.
Rote Feuersteine, die bisweilen an der Nordseeküste an den Strand gespült werden, sind unter dem Namen Helgoländer Diamanten bekannt, auch wenn es sich nicht um Diamanten im eigentlichen Sinn handelt.
Aber auch im Gestein enthaltene Gase oder Wasser können einen Einfluß auf die Farbe von Feuersteinen haben, die sich in helleren Farbgebungen ausdrücken.
Die Strichfarbe von Feuerstein ist weiß.
Chemisch betrachtet besteht Feuerstein aus Siliciumdioxid als Hauptbestandteil mit einem nicht definierbaren Gehalt an Wasser (SiO2*nH2) - weshalb das Gestein den Kieselsteinen zugeordnet wird. Ein Begriff, der mittlerweile veraltet ist und eigentlich Steine zusammenfasste, die aus Kieselsäure bestehen.
Das feinkörnige Gestein ist amorph (= Kristalle werden nicht ausgebildet), bildet knollige oder platte Aggregate. Infolge des Verlustes von Kristallwasser bildet sich auf der Oberfläche von Feuersteinknollen häufig eine weiße Kruste oder wie im Fall von Hühnergöttern ein Loch im Stein.
Der Bruch ist muschelig und äußerst scharfkantig, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Der Glanz ist fettig oder matt, die Transparenz durchsichtig bis durchscheinend, vor allem an den Kanten des Gesteins. Feuerstein ist mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 ein hartes Gestein, die Dichte beträgt 2,5 bis 2,6 g/cm3.


Feuerstein
Feuersteinknolle und versteinerter Seeigel mit Feuerstein-Steinkern

Entstehung und Verbreitung von Feuersteinen

Die Entstehung von Feuerstein verläuft in mehreren Stadien.
Bereits zur Wende vom Erdzeitalter Jura zur Kreidezeit vor etwa 145 Mio. Jahren setzte die Entstehung der heutigen Feuersteine ein. Im Meerwasser befindliche sowohl anorganische – z.B. verwittertes Silikatgestein – als auch organische Substanzen wie Coccolithe, Diatomeen und Radiolarien, lieferten das Ausgangsmaterial von Feuersteinen. Über Millionen von Jahren hinweg verdrängten kieselsäurehaltige Lösungen die Carbonate aus den Skeletten der Kieselsäurelieferanten; Kieselsäure ist der Baustein von Feuersteinen. Im ersten Stadium verfestigt sich die Kieselsäure zu einem Gel, indem enthaltenes Wasser abgegeben wird - es entsteht amorpher Opal. Auflösungs- und Rekristallisationserscheinungen kennzeichnen das zweite Stadium – die Bildung von Porzellanit, d.h. unregelmäßiger, kristalliner Opal entwickelt sich. Ist die diagenetische Verfestigung abgeschlossen, sind alle karbonathaltigen Anteile im Gestein durch Siliciumdioxid ersetzt. Als Zeugnis der organischen Beteiligung an der Gesteinsentstehung des Feuersteins sind häufig Skelette oder Schalen zu erkennen.
Dass die Verkieselung von innen nach außen verläuft, beweisen feine Bänder im Feuerstein, resultierend von unterschiedlichen Gehalten an Kieselsäure und Verfestigung, sog. Bänderfeuerstein.
Hühnergötter sind ebenfalls Feuersteine, bei denen nicht verkieselter Kalk durch das Meerwasser ausgespült wurde und ein Loch im Gestein verbleibt.
Die Vorkommen von Feuersteinen befinden sich weltweit in Küstennähe.
Einige Feuersteine kann man in Deutschland aber auch weit bis ins Landesinnere finden - entlang der sog. Feuersteinlinie. Die Feuersteinlinie wird durch die deutsche Mittelgebirgslinie – von der Nordsee beginnend: Teutoburger Wald, Harz, Erzgebirge - begrenzt und deutet auf den weitesten Gletschervorsprung während der Eiszeiten hin. Feuersteine in diesen Gebieten sind nicht am Fundort nicht entstanden, sondern ein Relikt des Transportes im Gletschereis.


Verwendung und Bedeutung von Feuersteinen

Feuerstein wurde bereits in der Steinzeit verwendet, um daraus Waffen und Werkzeuge zu fertigen. Im 17. Jahrhundert wurden Feuersteine in Steinschoßgewehren zum Funken schlagen genutzt. Heute dient Feuerstein als Polier- und Schleifmittel sowie als Schmuckstein und Glücksbringer/Talisman.

Feuerstein
Feuerstein


Siehe auch:
Feuer machen mit Feuersteinen
Die Feuersteinlinie
Findlinge


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Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*
Reinicke, R. (2007): Steine am Ostseestrand. Demmler Verlag Schwerin*

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Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2018

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