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Diorit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Diorit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: diorite | französisch: diorite


Diorit
Bild 1: Kugeldiorit in Finnland


Der aus dem Griechischen abgeleitete Name Diorit bezieht sich indirekt auf das Gestein Diabas, mit dem Diorit der Ähnlichkeit wegen verwechselt werden kann. Hauptkriterium der Unterscheidung (daher auch der Name, griech.) ist die Zusammensetzung, insofern Diorit im Gegensatz zu Diabas keinen Orthoklas aufweist.


Eigenschaften von Diorit

Diorit ist ein magmatisches Gestein intrusiver Herkunft mit intermediärer Zusammensetzung (d.h. SiO2-Gehalt: 52 bis 65 %).
Das Gestein ist von hell- bis dunkelgrauer Farbe, kann aber auch grünlichgrau, blaugrau bis nahezu schwarz sein. Bedingt durch die dunkle Färbung wird Diorit neben weiteren Gesteinen dunkler Farbe auch als Schwarzer Granit bezeichnet, auch wenn die Zusammensetzung von der von "echtem" Granit abweicht.
Hauptgemengteile des polymineralischen Gesteins sind Plagioklas, Hornblende, Biotit und Augit. Als Nebengemengteile können neben Granat, Titanit und Apatit auch Magnetit, Zirkon, Pyroxene und Ilmenit vertreten sein. In einigen Fällen enthält das Magmatit Olivin, Mikroklin oder Quarz, wird im letzten Fall entsprechend Quarz-Diorit genannt. Weiterhin wird Diorit den Anteilen dunkler Gemengteile nach in Leuko- und Meladiorit unterschieden, die weniger als 25 % bzw. mehr als 50 % dunkle Minerale im Bestand aufweisen.
Das Gefüge von Diorit ist körnig, die Korngröße variiert zwischen fein- bis mittelkörnig. Die Kristallform der aufbauenden Minerale ist sowohl xeno- als auch idiomorph, die kompakt ohne Einregelung im Gesteinsverbund angeordnet sind. Eine Ausnahme bildet der sogenannte Kugeldiorit (Orbiculit), bei dem die Gemengteile ringförmig und sortiert eingeregelt sind.
Die Dichte des Plutonits beträgt 2,85 bis 3,05 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Diorit

Diorit geht als Tiefengestein aus der langsamen Erkaltung und Auskristallisation in die Erdkruste emporgedrungener Magmen hervor, häufig auch in Verbindung mit Intrusionen von Gabbro und Granit.
Diorite sind weltweit verbreitet. Fundorte des Gesteins in Deutschland befinden sich u.a. in Löbau/Oberlausitz/Sachsen; Dessau, Harz/Sachsen-Anhalt; Ruhla, Kyffhäuser/Thüringen; Odenwald/Hessen; Bayerischer Wald, Spessart/Bayern und Schwarzwald/Baden-Württemberg. Weitere Vorkommen wurden in Niederösterreich (Waldviertel)/Österreich; Schweiz; Leicestershire/England; Schottland; Schweden; Finnland; Bretagne und Normandie/Frankreich; Rumänien; Südtirol, Piemont/Italien; Türkei; Ägypten; Neuseeland; Anden/Südamerika; Arizona, Nevada, Minnesota/USA; China und Japan dokumentiert.


Bedeutung und Verwendung von Diorit

Diorite sind seit altersher ein begehrter Naturstein, die bereits im antiken Griechenland, Rom und auch bei den Ägyptern verwertet wurden. Unter anderem wurden aus dem steinernen Material Säulen für Tempel, Treppenstufen oder Kunst- sowie Gebrauchsgegenstände gefertigt. Zudem diente Diorit der höheren Härte wegen als Werkzeug zur Bearbeitung von Granit.
Heutzutage ist Diorit v.a. als Kanten- und Pflasterstein sowie als Schotter von Bedeutung, da dieser der Verwitterung gegenüber sehr resistent ist.


Siehe auch:
Steckbrief Granodiorit
Rohstoff Schwarzer Granit
Der Unterschied zwischen Lava und Magma


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2018

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