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Bims Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Bims - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: pumice | französisch: ponce


Bims
Bild 1: Bims schwimmt auf Wasser

Das Wort Bims stammt ursprünglich im Lateinischen. Aus Pumex entwickelte sich über den althochdeutschen Begriff bumiz das heutige Wort Bims. Der Name Pumex wird aufgrund der Optik und Entstehung mit Schaumstein übersetzt.


Eigenschaften von Bimssteinen

Bimssteine werden zu den magmatischen Gesteinen mit extrusiver Herkunft gezählt.
Die Farbe von Bims variiert von weiß, hellgrau und gelblich bis hin zu rötlichen oder dunklen Farben. Mit der Zeit verwittert die Gesteinsoberfläche, so dass ältere Bimssteine von hellbrauner Farbe sind.
Die chemische Zusammensetzung von Bims kann sowohl sauer als auch basisch sein. Nicht selten enthält Bims mikrokristalline Silikatminerale wie Feldspäte und Eisen-Magnesiumminerale.
Das Gefüge von Bimsstein ist sehr porös, die einzelnen Poren grenzen im Normalfall nicht aneinander. Das Porenvolumen beträgt bis zu 80 %. Die Korngröße ist feinkörnig, die Mohshärte beträgt 5. Bimssteine sind aufgrund der Entstehung amorph, d.h. glasartig und ohne erkennbare Kristallisation der mineralischen Bestandteile. Die geringe Dichte von 0,24 bis ca. 0,3 g/cm3 bewirkt, dass Bims auf Wasser schwimmt und somit über weite Strecken transportiert werden kann (Vergleich Dichte von Wasser bei 20 °C: ca. 1 g/cm3).


Bims
Bild 2: Porenhohlräume im Bims


Entstehung und Verbreitung von Bimsstein

Das schaumige Gesteinsglas Bims entsteht durch die schnelle Abkühlung von Gesteinsschmelzen an der Erdoberfläche. Infolge der plötzlichen Eruption von Vulkane ist die austretende Lava sehr gasreich. Wasserdampf, Kohlendioxid und andere Leichtflüchtige in der Lava lassen die Gesteinsschmelze aufblähen und schäumen.
Die enthaltenen Gase entweichen und bleiben nach der Abkühlung als Hohlräume im erstarrten Gestein über. Das neu gebildete Gestein ist zu diesem Zeitpunkt noch verformbar, insofern gibt die mögliche Form der Blasenhohlräume Aufschluss über die Fließrichtung des Lavastroms. Der schnellen Abkühlung wegen bildet sich auf der Oberfläche von Bimssteinen ein glänzender, glasartiger Überzug, weil die gesteinsbildenden Minerale in dieser kurzen Zeit nicht in der Lage waren, Kristalle auszubilden und stattdessen zu amorphem Glas erstarrten.
Die Vorkommen von Bims erstrecken sich weltweit auf Regionen, deren Entstehung mit Vulkanismus in Verbindung steht - sowohl in der weit zurückliegenden Vergangenheit wie auch aktuell stattfindend. Nennenswerte Fundorte befinden sich zum Beispiel in Island; Auvergne/Frankreich; Neuwieder Becken und am Laacher See/Deutschland, Liparische Inseln/Italien, Australien, Kos/Griechenland sowie die Türkei.


Bims
Bild 3: Bimsstein aus Island


Bims und Tuff

Bims und Tuff sind zwei Gesteine, die sich durch den porenreichen, feinkörnigen Charakter auszeichnen.
Im Unterschied zu Bims sind bei Tuffen Einschlüsse von anderen Mineralien oder Gesteinsbruchstücken deutlich zu erkennen, während Bims optisch homogener sind. Das Aussehen von Tuff ist mit dem von Beton zu vergleichen. Auch sind die Porenhohlräume bei Bimsgesteinen ausgeprägter als im Vergleich mit Tuff.


Verwendung und Bedeutung von Bims

Bims ist ein Gestein, das zu vielerlei Zwecken genutzt wird. Fein zermahlen wird Bims Scheuer- und Schleifmitteln zugesetzt, ist aber auch Bestandteil von Leichtbeton/Bimsbeton. Dass Bims als Zuschlagstoff in Beton Verwendung findet, wird mit der Wärmedämmung des Gesteins begründet.
Ebenso hat sich Bims einen Namen als Substrat im Gartenbereich gemacht. Aufgrund der hohen Wasserspeicherfähigkeit und der unterstützenden Wirkung auf die Durchwurzelbarkeit sowie die Durchlüftung des Bodens wird Bims verwendet, um die Qualität von Böden zu verbessern. In Kombination mit anderen Gesteinen vulkanischen Ursprungs wird Bims zur Herstellung von rein mineralischer Kakteenerde eingesetzt, die es im Handel bereits fertig zur Nutzung zu kaufen gibt.


Siehe auch:
Vulkanisches Glas
Alltägliches - Bimsstein in der Fußpflege
Die Entstehung magmatischer Gesteine

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 2. November 2017



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