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Anorthosit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Anorthosit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Der Name Anorthosit bezieht sich auf den hohen Gehalt am Feldspatmineral Anorthit im Gestein.

Eigenschaften von Anorthosit
Anorthosit ist ein magmatisches Gestein intrusiver Herkunft mit basischer Klassifikation (Siliciumdioxid unter 52 %).
Die Farbe von Anorthosit ist weiß, hell- bis dunkelgrau, mitunter auch rötlich, grünlich oder violett; teilweise mit schimmernder Oberfläche.
Das kieselsäurearme Gestein besteht zu wenigstens 90 % aus Plagioklasen, insbesondere Anorthit, Andesin, Labradorit und Bytownit. Alternativ wird das Gestein deshalb auch Plagioklasit genannt. Untergeordnet sind Olivin, Rutil, Ortho- und Klinopyroxene; Ilmenit, Chromit; Almandin, Korund, Muskovit, Biotit, Chalkopyrit, Spinell, Rutil und Tetraedrit an der Zusammensetzung beteiligt.
Das Gefüge ist charakterisiert durch die richtungslose Anordnung der grobkörnigen, idio-, aber vorwiegend xenomorphen Gemengteile, die bisweilen auch lagenweise eingeregelt sein können - bedingt durch den Zeitraum der zuerst auskristallisierten, dunklen Minerale, denen hellere folgten. Zudem trägt die Korngröße der Gemengteile zu lagigen Textur bei, auch zurückzuführen auf den Kristallisationszeitpunkt (früher auskristallisierte Minerale nehmen mehr Platz ein, spätere Mineralen "schließen" die Lücken im Gestein).
Die Dichte beträgt 2,8 bis 3,0 g/cm3.

Entstehung und Verbreitung von Anorthositen
Als Plutonit geht Anorthosit aus der Erstarrung basaltischer Magmen in der Erdkruste hervor, vor allem in der Nähe von Plutonen oder auch als mächtige Stöcke und Gänge in der Umgebung von Gabbro, Syenit und Granit.
Die schimmernde Oberfläche von Anorthositen ist auf die hydrothermale Umwandlung der aufbauenden Feldspäte zu Muskovit zurückzuführen.
Als Beispiele für Fundorte von Anorthosit seien Nuuk/Grönland; Lund/Norwegen; Schweden; Nuijamaa, Ylämaa/Finnland; Schottland; Ostbayern/Deutschland; Aude/Frankreich; Fassatal/Italien; Halbinsel Kola/Russland; Ukraine; Bushveld-Kompex/Südafrika; China; Indien; Stillwater-Komplex, Appalachen/USA und Kanada genannt. Das weltweit größte Anorthositvorkommen befindet sich in Kunene/Namibia und erstreckt sich auf 18.000 km2.

Verwendung von Anorthosit
Anorthosit ist bedeutend für die Herstellung von Wandvertäfelungen oder Bodenbelägen. Gelegentlich wird das Gestein auch verwendet, um feuerfeste Materialien herzustellen.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart

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