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Zeolith-Gruppe Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Zeolith-Gruppe - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: zeolite | französisch: zéolithe

Zeolith-GruppeDie Bezeichnung Zeolith ist dem Griechischen entlehnt, wird mit Sprudelstein übersetzt und bezieht sich auf das Verhalten des Minerals in der Flamme, in welcher Zeolithe unter Abgabe von Kristallwasser aufsprudeln. Deshalb existiert gelegentlich im Zusammenhang mit Zeolithen der Begriff Siedestein.

Eigenschaften von Zeolithen
Zeolithe sind eine Gruppe von Mineralen mit gleicher oder ähnlicher Zusammensetzung, die der Mineralkasse der Silikate zugehörig sind.
Die Farbgebung von Zeolithen variiert zwischen rötlich, bräunlich, gelblich und weiß. Die Strichfarbe ist immer weiß.
Die Härte von Zeolithen schwankt im Bereich von 3,5 bis 5,5. Mit einem spezifischen Gewicht von 2,0 bis 2,5 gelten Zeolithe als leichte Minerale. Zeolith-Gruppe

Unterscheidung der Zeolithe
Unterschieden werden Zeolithe nach der Ausbildung des Kristallsystems in kubische Zeolithe, Faser- und Blätterzeolithe.
Würfel- bzw. Kubische Zeolithe kristallisieren im kubischen Kristallsystem. Bsp: Bellbergit, Harmotom, Léyvn, Pollucit, Offretit, Chabasit, Analcim und Faujasit.
Faserzeolithe sind dem orthorhombischen Kristallsystem zugehörig. Bsp: Ferrierit, Natrolith, Dachiardit, Edingtonit, Skolezit, Laumontit, Mordenit, Mesolith, Boggsit, Gonnardit und Gotthardit.
Blätterzeolithe sind Vertreter des monoklinen Kristallsystems. Bsp: Brewsterit, Stilbit, Cowlesit, Goosecreekit, Gismondin, Klinoptilolith, Heulandit, Amicit und Phillipsit.

Entstehung und Verbreitung von Zeolithen
Zeolithe sind magmatischen Ursprungs, deshalb insbesondere in Plutoniten, hydrothermal oder kontaktmetamorph überprägt, und Vulkaniten wie Basalt enthalten. Ebenso wurden zahlreiche Vorkommen um heiße Quellen und innerhalb von vulkanischen Aschelagen belegt.
Bekannte Fundorte von Zeolithen sind Island; Irland; Indien; Harz, Eifel/Deutschland; Polen; Brasilien; Australien; Yellowstone Nationalpark/USA und die Azoren.

Verwendung von Zeolithen
Aufgrund der besonderen Eigenschaft der Kationenaustauschkapazität werden Zeolithe zu industriellen und wirtschaftlichen Zwecken genutzt. Zeolithe sind beispielsweise in Waschmitteln, Wasserenthärtern (Trinkwasserfilter und auch in der Aquaristik) und Benzin enthalten, werden aber auch in einigen Medikamenten als Absorber eingesetzt. Weiterhin werden Produkte mit Zeolithen als Kühlschrank-Deo (bindet Ammoniak und sonstige Fäulnisgerüche) und in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer eingesetzt.
Zudem macht man sich die Kationenaustauschkapazität von Zeolithen in der Dekontamination von radioaktiven Belastungen oder Verunreinigungen mit Schwermetallen zunutze. Untersuchungen von Böden, Gewässern, Tieren und Menschen zeigten, dass in Lösung gegebebene bzw. gegessene pulverisierte Zeolithe Caesium- und Strontium- sowie Bleigehalte ausschalten konnte. Auch im Fall des Reaktorunglücks im Kernkraftwerk Fukushima (Japan) im März/April 2011 hätte laut den Aussagen der österreichischen Mineralogin Anna Bieniok von der Universität Salzburg die Kontamination verhindert werden können: "Zeolith-Filterpatronen hätten bis zu 90 Prozent der abgeleiteten Verstrahlung verhindert", indem diese durch Zeolithe gebunden wären.

siehe auch:
Zeolithe - Mineralen im Einsatz gegen Radioaktivität
Zeolithe im Waschmittel

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.pte.at vom 07. April 2011

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