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Weißer Topas Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Weißer Topas - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: white topaz | französisch: topaze blanche


Topas
Weißer Topas

Der Name weißer Topas bezieht sich sowohl auf die Farbe des Minerals wie auch indirekt auf die Herkunft. Die frühesten Beschreibungen von Topasen stammen aus der Feder des Gelehrten Plinius des Älteren (23/24 bis 79 n.Chr.), der in seinen Aufzeichnungen die grünen Steine der Insel Topaxin beschrieb. Topaxin ist heute unter der Insel Zebirget im Roten Meer bekannt.


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Eigenschaften von Weißtopas

Mit der chemischen Zusammensetzung Al2(F,OH)2SiO4 ist weißer Topas ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate.
Die Farbe von weißem Topas ist nicht weiß, sondern farblos. Geschliffen erweckt das Mineral jedoch den Eindruck eines weißen Steins. Topase sind farbfrohe Mineralien, die infolge von im Kristallgitter eingelagerten, farbgebenden Elementen wie Eisen und Chrom ebenfalls von gelber, grüner, blauer, brauner oder roter Farbe sein können. Weißtopas hingegen ist die reinste Form von Topas.
Die Strichfarbe von Weißtopas ist weiß, d.h., wenn weißer Topas über ein unglasiertes Prozellantäfelchen gestrichen wird – die sog. Strichtafel, entsteht ein weißer pulverisierter Abrieb.
Weißer Topas kristallisiert dem orthorhombischen Kristallsystem folgendund bildet prismatische, kurz- oder langsäulige Kristalle. Große Topaskristalle sind keine Seltenheit, so wiegt der größte, jemals gefundene Topaskristall 2,5 Tonnen.
Weißer Topas ist von glasartigem Glanz und durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Die Spaltbarkeit ist vollkommen, der Bruch ist muschelig spröde. Ein weiteres Merkmal von weißem Topas ist die Mohshärte von 8. In der Mineralogie werden die Mineralien der Härte in ein 10-stufiges System „einsortiert“. Mineralien mit der Mohshärte 1 sind sehr weich, bspw. Talk. Mineralien mit einer Härte nach Mohs von 10 zählen zu den härtesten Mineralien der Welt, repräsentiert durch Diamanten. Weißer Topas wird demnach den sehr harten Mineralien zugeordnet, die das Prädikat Edelsteinhärte erhalten. Der Definition von Edelsteinen zufolge, ist eine notwendige Voraussetzung eine Mohshärte über 7.
Die Dichte von weißen Topasen beträgt 3,53 bis 3,56 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Weißtopas

Weißer Topas ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, das in der pneumatolytischen Phase vergleichsweise spät aus fluorhaltigen Lösungen auskristallisiert.
Die Vorkommen von weißem Topas sind entstehungsbedingt an entsprechende Gesteine wie Granit und Rhyolith gebunden; das Mineral wird aber auch in Gesteinsklüften und Gängen gefunden. Sehr häufig sind Funde von weißen Topasen mit den Mineralien Beryll, Quarz, Turmalin, den Glimmermineralien Muskovit und Biotit, Zinnwaldit, Kassiterit sowie Phenakit vergesellschaftet.
Weißer Topas ist ein weit verbreitetes Mineral, das unter anderem in Norwegen; Nordirland; Schottland; Cornwall/England; Erzgbirge/Deutschland; Ural/Russland; Ukraine; Algerien; Namibia; Simbabwe; Madagaskar; Nigeria; Sri Lanka; Afghanistan; Pakistan; Japan; Minas Gerais, Esparto Santo/Brasilien; Mexiko; USA und Australien abgebaut wird.


Diamant und weißer Topas

Aufgrund der Farbe wird weißer Topas im geschliffenen Zustand oftmals als Alternative zu Diamanten angeboten. Auf den ersten Blick sehen sich die beiden weißen Edelsteine vergleichsweise ähnlich, insbesondere wenn Weißtopas-Synonyme wie Sächsischer Diamant, Mogok-Diamant oder Finder´s Diamant verwendet werden.
Bei genauerer Betrachtung wird jedoch auffällig, dass sich vor allem der Glanz deutlich voneinander unterscheidet.

Weitere prägnante Unterschiede ergeben sich hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung (Diamant: Kohlenstoff) und der Härte. Diamanten sind mit einer Mohshärte von 10 härter als weißer Topas.
Zudem ist der Wert von Diamanten gegenüber dem Preis von Weißtopas bei gleichem Karat-Gewicht um ein Vielfaches höher.


Weißer Topas, Blautopas und Mystik-Topas

Weißer Topas, gelber und hellbrauner Topas werden im Schmuckbranche oftmals als Grundlage für die Herstellung andersfarbiger Topase verwendet.
Der sehr seltene natürlich vorkommende Blautopas kann mittels Brennen aus weißen Topasen gewonnen werden. Dazu wird das Mineral vorsichtig erhitzt mit der Folge, dass die Farbe des Rohsteins in Blau umschlägt. Eine Farbänderung kann zudem erreicht werden, indem Weißtopas der Bestrahlung im Elektronen ausgesetzt wird; die Steine erstrahlen dann in violett und blau.
Das Verfahren zur Herstellung von Mystik-Topas unterscheidet sich vom Brennen und Bestrahlen. Anders als bei Blautopas existiert unter allen Topasfarben keine vergleichbare Farbgebung, die kopiert werden könnte. Mystik-Topas ist ein farbveränderter Topas, der metallisch in Regenbogenfarben schimmert und das Resultat einer physikalischen Gaspahsenabscheidung (PVD = Physical Vapour Deposition) ist. Dazu wird der geschliffene Stein oberflächlich mit einer feinen Schicht aus Titan bedampft, die metallisch schillert. Auf die gleiche Weise werden Regenbogenbergkristalle und Aqua Aura gewonnen.


Verwendung und Bedeutung von Weißtopas

Weißtopas ist ein bedeutender Edelstein in der Schmuckbranche. Der Stein wird entweder als Einzelstein, Solitär, in Ketten, Ringe, Ohrringe oder Armschmuck verarbeitet, oder zusammen mit Farbedelsteinen wie Tansanit, farbigen Diamanten, Saphir, Rubin, Smaragd, Zirkon und Spinell eingefasst.
Eine weitere Rolle kommt weißen Topasen in der Steinheilkunde zu. Bereits Hildegard von Bingen arbeitete mit Topasen als Heilsteinen, wobei die Heilwirkung von Steinen in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.


Siehe auch:
A, AA und AAA – Die Qualität von Edelsteinen
Die teuersten Edelsteine der Welt
Zirkonia – Ein beliebter Schmuckstein aus dem Labor


Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - topaz

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Letzte Aktualisierung: 18. April 2019

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