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Vermiculit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Vermiculit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

VermiculitÜbersetzt wird Vermiculit aus dem Lateinischen mit kleiner Wurm (vermiculus); verweist namentlich auf das wurmförmig gekringelte Aussehens des Minerals nach Erhitzung. Erstmals entdeckt wird Vermiculit 1824 in Millbury im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts.

Eigenschaften
Vermiculit ist ein Silikatmineral mit der Zusammensetzung (Mg,Fe,Al)3((Al,Si)4O10))(OH)2·4H2O; ferner wird Vermiculit der Gruppe der Tonminerale zugeordnet.
Die Farbe von Vermiculit kann farblos, gold- bis hellbraun, grünbraun oder gräulich sein. Die Strichfarbe ist hellgelb bis gelbgrün.
Vermiculit Vermiculit kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend: die Kristalle können sowohl dünn- als auch dicktafelig und blättrig mit pseudohexagonalem Umriss sein. Die Aggregate des Schichtsilikats (Phyllosilikat) sind schuppig und massig.
Der Bruch von Vermiculit ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Der Glanz des Tonminerals ist glas- bis perlmuttartig, teilweise auch metallisch bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Vermiculit ist ein sehr weiches Mineral: die Mohshärte beträgt 1,5 bis 2 bei einem spezifischen Gewicht von 2,1 bis 2,7.

Entstehung und Verbreitung
Vermiculit geht aus der Verwitterung der Glimmerminerale Biotit und Phlogopit hervor. Begleitend mit Vermiculit können weitere Minerale wie Apatit, Chlorit, Phlogopit, Korund, Magnesit und Talk vorkommen.
Auch wenn Vermiculit vergleichsweise selten ist, befinden sich nennenswerte Lagerstätten z.B. in Südgrönland; Värmland/Schweden; Halbinsel Kola/Russland; Auvergne/Frankreich; Andalusien, Katalonien und Kanarische Inseln/Spanien; Niederschlesien/Polen; Mähren/Tschechien; Steiermark/Österreich; Uganda; Zaire; Burundi; Namibia; Südafrika; Madagaskar; China; Kyushu, Honshu/Japan; Südaustralien; Minas Gerais/Brasilien; mittlerer Westen und Ostküste der USA.

Verwendung
Vermiculit ist in vielerlei Hinsicht von Bedeutung.
Als Pflanzsubstrat in der Hydrokultur ersetzt Vermiculit handelsübliche Erde, wird aber auch in Aufzucht von Pflanzen pur oder in der Kakteenhaltung verwendet. Weiterhin wird Vermiculit Gartenerden in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen untergemischt. Untersuchungen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zeigen, dass beste Wachstumsergebnisse erfolgten, wenn der Vermiculitanteil im Boden 25 Vol-% nicht überstieg. Höhere Vermiculitgaben ließen die Pflanzen im Experiment hingegen verkümmern (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (2009): Mineralische Substrate und Substratzuschlagstoffe).
Die Gründe, weshalb Vermiculit sich positiv auf das Wachstum von Pflanzen auswirken, sind vielfältig: neben der Bindung von Wasser und bedarfsgerechter Abgabe selbigens sorgt Vermiculit auch für die Bereitstellung und Speicherung von Nährstoffen via Kationenaustausch, vor allem Magnesium, Eisen und Silicium. Zudem lockert Vermiculit im Boden diesen auf, so dass die Gefahr von Staunässe und möglicher einhergehender Wurzelfäule unterbunden wird.
Aufgrund der geringen Härte wird Vermiculit ebenso in der Terrarienhaltung verwendet – sowohl als Einstreu als auch als weiches Nistmaterial, sorgt aber der Wasserspeicherfähigkeit wegen auch für eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit.
Außerdem wird gepuffter Vermiculit als Schall- und Wärmedämmmaterial genutzt, aber auch als feuerfester Isolator, da das Mineral erst bei einer Temperatur von 1315 °C zu schmelzen beginnt. Weitere Einsatzmöglichkeiten von Vermiculit sind die als Zusatzstoff in Katzenstreu oder Zuschlagmittel in Putz und Beton.

Nachweis
Wird Vermiculit auf Temperaturen bis zu 1000 °C erhitzt, dehnt sich das Mineral unter 10 bis 35-facher Volumenzunahme bei gleichzeitiger Veränderung zu gekräuselten wurmähnlichen Formen aus – wird deshalb auch Blähglimmer genannt.
Der Pleochroismus von Vermiculit variiert zwischen farblos, gelbgrün bis braungrün.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
- www.mindat.org - vermiculite

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