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Topas Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Topas - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: topaz | französisch: topaze


Topas
Topas

Über den Ursprung des Namens Topas herrscht Uneinigkeit – Topas kann sowohl aus dem Arabischen hergeleitet und mit der endlich Gefundene übersetzt werden, kann aber auch bezugnehmend auf erste Funde des Minerals auf einer Insel namens Topaxin (heute Zebirget/ Rotes Meer) hergeleitet werden.
Jedoch stellten sich die damals von Plinius dem Älteren beschriebenen grünen Topase der Insel Topaxin als Olivine heraus.


Eigenschaften von Topas

Topas ist ein Silikatmineral mit der chemischen Zusammensetzung Al2(F,OH)2SiO4.
Die Farbe von Topas ist sehr variabel. Bekannt sind farblose (sogenannter Silbertopas), gelbe, grüne, braune, blaue (auch bekannt als Blautopas) oder rote Topase, wobei Eisen und Chrom im Mineral am häufigsten die Ursache für blaue und gelbe bzw. rote Topase sind. Farbveränderungen bzw. –veredelungen können bei Topasen durch Brennen und Bestrahlen erreicht werden, wobei der Wert von naturbelassenen Topasen höher ist als von behandelten oder gebrannten Topasen.
Beim Brennen von Topas, d.h. dem vorsichtigen, fachkundigen Erhitzen von Mineralien, kommen insbesondere helle und braunstichige Topase zum Einsatz. Durch das Brennen schlägt die ursprüngliche Farbe um. Die Farben, die sowohl durch das Brennen wie auch die Bestrahlung erreicht werden, sind violett und blau.
Beim Bestrahlen von Topas werden Topase von minderer Qualität Gamma- und Elektronenstrahlung ausgesetzt. Die Folge: die Farbe des unbehandelten Steins verändert sich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellen derartig behandelte Steine keine Gefahr für die Gesundheit dar.
Die Strichfarbe ist trotz der vielen Farben des Minerals weiß.
Topas kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die ein- und aufgewachsenen Kristalle sind prismatisch, kurz- oder langsäulig. Die Aggregate zeichnen sich durch Formenvielfalt aus – möglich sind derbe, massige, säulige und stengelige Aggregate. Nicht selten sind die Kristalle von Topasen von beachtlicher Größe. Der größte Topaskristall der Welt misst einen Meter in der Länge und bringt ein Gewicht von 2,5 Tonnen auf die Waage.
Topase weisen einen glasartigen Glanz auf, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Die Spaltbarkeit ist vollkommen, der Bruch ist muschelig-spröde. Mit einer Mohshärte von 8 erfüllt Topas das Kriterium der Edelsteinhärte. Die Dichte beläuft sich auf 3,53 bis 3,56 g/cm3.


Mystik-Topas

Eine scheinbare Topas-Varietät, die es immer häufiger zu kaufen gibt, ist der Mystik-Topas oder auch Regenbogentopas.
Das Merkmal von Mystik-Topasen ist das irrisierende, metallische Schimmern in Gelb, Rot, Rosa, Violett, Blau und Grün – gleichzeitig. Ein Farbspiel, das so in der Natur bei Topasen nicht vorkommt.
Vielmehr wird heller oder farbloser Topas mit einer dünnen Schicht aus Titan bedampft, die das farbige Schillern erzeugt.
Die Titan-Beschichtung ist nur oberflächlich, weshalb die Bedampfung erst nach dem Schleifen aufgetragen wird.


Topas
Gelber Topas

Entstehung und Verbreitung von Topas

Die Bildung von Topas ist eng mit der Entstehung von magmatischen Gesteinen verbunden, insofern dass Topas in der pneumatolytischen Phase aus fluorhaltigen Restlösungen, die durch Spalten und Gänge im Gestein zirkulieren, auskristallisiert. Gelegentlich kann man auch in Sedimentgesteinen Topase finden.
Die Vorkommen von Topas werden von einer Vielzahl verschiedener Gesteine und Mineralien begleitet, darunter zum Beispiel Gneis, Granit, Rhyolith, Beryll, Quarz, Turmalin, Wolframit, Muskovit, Zinnwaldit, Phenakit, Kassiterit und Biotit.
Bedeutende Vorkommen von Topas befinden sich unter anderem in Norwegen; Nordirland; Schottland; Cornwall/England; Erzgbirge, Schneckenstein (Fichtelgebirge)/Deutschland; Ural/Russland; Ukraine; Algerien; Namibia; Simbabwe; Madagaskar; Nigeria; Sri Lanka; Afghanistan; Pakistan; Japan; Minas Gerais, Esparto Santo/Brasilien; Mexiko; USA und Australien.



Topas
Stengeltopas


Verwendung und Bedeutung von Topas

Topase in Edelsteinqualität - hohe Reinheit und gleichmäßige Farbverteilung - werden zu Schmuck (Ringe, Ketten, Anhänger, Ketten, Armbänder) verarbeitet. Die Farbe und Reinheit von Topas kommt am besten in Form von Facettenschliffen zur Wirkung, auch wenn die Bearbeitung des Minerals aufgrund des splitternden, sich spaltenden Charakters des Minerals teilweise schwierig ist. Dabei hat sich gezeigt, dass Topase, die in Hohlräumen von kieselsäurereichen Gesteinen aufgewachsen sind, von besserer, schleifwürdigerer Qualität sind als spaltenausfüllende Topase.
Doch nicht jeder Topas, den es zu kaufen gibt, ist ein echter Topas. Oftmals werden andere Mineralien mit irreführenden Handelsnamen versehen, die den Zusatz Topas im Namen tragen, um eine scheinbare Aufwertung des Minerals zu erreichen. So handelt es sich beim Madeira-Topas um gebrannte Amethyste oder Citrin, die aufgrund der Farbe teilweise auch als Goldtopas bezeichnet werden. Rauchtopase sind ebenfalls keine Topas-Varietät, sondern das Quarzmineral Rauchquarz. Damit echte Topase von Imitationen und "Scheintopasen" zu unterscheiden, wird häufig die Bezeichnung Edeltopas verwendet.
Desweiteren findet Topas Einsatz in der Herstellung von Porzellan.
Daneben werden Topase als Heilsteine verkauft, mit denen bereits Hildegard von Bingen arbeitete, ohne dass die Wirkung der Steine auf die Gesundheit in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Topas

In die offene Flamme gehalten, zeigt Topas keine Anzeichnen des Schmelzens, ab einer Temperatur von 1.350 °C entweicht Fluor aus dem Mineral. Topas ist resistent gegen Säuren. Lediglich von konzentrierter Schwefelsäure wird das Mineral oberflächlich angegriffen.
Abhängig von der Farbe ist Topas verschieden pleochroitisch und fluoresziert unterschiedlich. Gelber Topas weist einen intensiven gelben Pleochroismus auf, die Fluoreszenz ist orange. Blauer Topas zeigt einen weißblauen, hellroten bis farblosen Pleochroismus, während roter Topas gelb bis dunkelrot erscheint und gelbbraun fluoresziert.


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Siehe auch:
- Topasfarben - Natürliche und künstliche Farben von Topas
- Aquamarin und Blautopas unterscheiden
- Sächsische Diamanten oder Der Topas vom Schneckenstein

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - topaz

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Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2018

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