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Tirolit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Tirolit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: tyrolite


Tirolit
Tirolit


Erstmals erwähnt wurde das Mineral Tirolit oder auch Tyrolit 1817 vom deutschen Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817). Bezugnehmend auf die Lokalität der ersten Funde des Minerals bei Schwaz im österreichischen Bundesland Tirol erhielt das Mineral den Namen Tirolit.


Eigenschaften von Tirolit

Tirolit ist mit der chemischen Zusammensetzung
CaCu5(AsO4)2(CO3)(OH)4 •6H2O ein Vertreter der Mineralklasse der kristallwasserhaltigen Phosphate, Arsenate und Vanadate.
Die Farbe von Tirolit ist hellgrün, hellblau bis grünblau und türkis - vergleichbar mit dem Mineral Türkis. Die Strichfarbe ist ein helles Blaugrün.
Tirolit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die Kristalle sind von geringer Größe und blättchen- oder lanzenenartig. Die Aggregate sind strahlenförmig, erdig, krustig, nierenförmig, gefächert oder auch schaumartig ausgeprägt. In Anlehnung an die letztgenannte Aggregatform sowie der Zusammensetzung wegen wird Tirolit alternativ auch Kupferschaum genannt.
Der Glanz von Tirolit ist glas- bis perlmuttartig bei durchscheinender bis durchsichtiger Transparenz. Der Bruch blättrig, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Auffälliges Merkmal von Tirolit ist dessen Tenazität – das Arsenat lässt sich mühelos schneiden, ist biegsam und elastisch. Tirolit ist ein sehr weiches Mineral: die Mohshärte beträgt 1,5 bis 2 – vergleichbar mit Selenit und Auripigment. Das spezifische Gewicht variiert von 3 bis 3,2.


Entstehung und Verbreitung von Tirolit

Tirolit ist ein Sekundärmineral, das aus der Verwitterung von Kupfererzen und –mineralen, insbesondere Tennantit, hervorgeht.
Begleitende Mineralien sind weiterhin Brochantit, Azurit, Malachit und Chrysokoll.
Die Fundmöglichkeiten des Kupferminerals sind beschränken sich auf Vorkommen der Nordhalbkugel. Neben der Typlokalität im Tirol (Schwaz, Brixlegg, Wörgl, Flirsch) befinden sich weitere Fundorte in Österreich in Steiermark (Liesing, Bad Aussee), Kärnten (Karawanken, Gailtaler Alpen), Niederösterreich (Gloggnitz), Salzburg (Leogang, St. Martin) und Vorarlberg. Als weitere Vorkommen seien bspw. Cornwall, Devon, Somerset, Derbyshire, Cumbria/England; Schottland; Wales; Irland; Elsass, Pyrenäen/Frankreich; Spanien; Graubünden, Wallis/Schweiz; Taunus, Thüringer Wald (Gräfenroda, Schmalkalden, Kamsdorf), Erzgebirge (Schneeberg, Johanngeorgenstadt), Spessart, Odenwald, Schwarzwald, Harz/Deutschland; Polen; Böhmen, Mähren, Karlsbad/Tschechien; Banská Bystrica, Košice/Slowakei; Rumänien; Ungarn; Ural, Sibirien/Russland; Kasachstan; Kirgisien; Balkan/Bulgarien; Italien; Laurion/Griechenland; China; Tarapaca, Atacama/Chile und Utah, Arizona, Nevada, Michigan/USA genannt.


Nachweis von Tirolit

Tirolit weist einen intensiv grünen bis gelbgrünen Pleochroismus auf. Zudem ist Tirolit in Salzsäure und Ammoniak löslich.



Siehe auch:
Seltene Mineralien
Aufbewahrung von Mineralien
Gesteine und Mineralien finden


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
- www.mindat.org - tyrolite

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Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2018

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