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Tigerauge Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Tigerauge - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: tiger´s eye | französisch: Œil de tigre


Tigerauge
Bild 1: Tigerauge

Der Name Tigerauge ist auf einen besonderen Effekt des Minerals zurückzuführen, der beim Schleifen zu ovalen Stücken entsteht. Durch den angerundeten Schliff präsentiert sich ein feiner Lichtschein, ähnlich wie die Schlitzpupillen von Tigern bzw. Katzen (Chatoyieren).


Eigenschaften von Tigerauge

Das Mineral Tigerauge ist eine Varietät der Quarz-Gruppe und weist die chemische Zusammensetzung SiO2 auf. Tigeraugen werden deshalb zur Klasse der Oxidminerale gezählt.
Die Farbe von Tigerauge ist goldgelb bis goldbraun gebändert. Farbgebend ist in das Kristallgitter eingebautes Eisenoxid. Bisweile werden im Handel rote Tigeraugen mit einem Stich ins Kupferfarbene angeboten. Rote Tigeraugen sind jedoch keine Varietät, sondern Tigeraugen, die erhitzt wurden. Infolge des Brennens, d.h. vorsichtiges Erhitzen, schlägt die goldbraune Ursprungsfarbe in kupferrot um. Wird das Mineral zusätzlich in Spiritus getränkt, ändert sich die Farbe abermals und wird violett.
Die Strichfarbe ist braungelb.
Ein wesentliches Merkmal des Minerals Tigerauge ist die Chatoyance, die auf die Absorption von Licht auf die im Mineral eingeschlossenen Krokydolithfasern zurückzuführen ist. Für die Intensität des Lichtspiels sind neben der Dichte auch die Anzahl und Verteilung der Einschlüsse sowie die Ausrichtung der Fasern ausschlaggebend.
Tigeraugen kristallisieren im trigonalen System. Der Bruch ist faserig, die Spaltbarkeit ist nicht gegeben. Der Glanz von Tigerauge ist seidig bei undurchsichtiger Transparenz. Tigerauge ist mit einer Mohshärte von 7 ein härteres Mineral, die Dichte beträgt 2,64 bis 2,71 g/cm3.


Tigerauge
Bild 2: naturbelassener, ungeschliffener Tigerauge


Entstehung und Verbreitung von Tigerauge

Tigerauge entsteht durch die Pseudomorphose nach Krokydolith, bei der das Ausgangsmineral durch eisenreichen Quarz substituiert wird. Dieser Prozess wird häufig in metamorphen Schiefern und Magmatiten beobachtet. Die faserige Struktur des Krokydolith wird beibehalten, wobei die Fasern lotrecht zur Plattenfläche ausgerichtet sind.
Finden kann man Tigeraugen unter anderem in Namibia; Südafrika; Myanmar; China; Sri Lanka; Australien; Brasilien und in den USA.


Tigerauge
Bild 3: gebrannter Tigerauge (rot), natürlich gefärbter Tigerauge


Verwendung und Bedeutung von Tigerauge

Das Mineral Tigerauge wird vor allem zu Ziergegenständen und Schmuck verarbeitet. Dabei finden insbesondere Glattschliffe (Cabochon, Donuts, Trommelsteine) Anwendung, welche die Farbe und die Wirkung des Chatoyierens unterstützen.
Des Weiteren wird Tigerauge als Heilstein/Chakrastein verkauft, wobei die Heilwirkung von Tigerauge in klinischen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.


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Nachweis von Tigerauge

Tigeraugen sind weder pleochroitisch noch fluoreszieren diese.


Siehe auch:
Quarzfarben - Natürliche und künstliche Farben von Quarz
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von Farbedelsteinen
Braune Diamanten


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - tiger´s eye

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Letze Aktualisierung: 27. Oktober 2018

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