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Tansanit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Tansanit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: tanzanite | französisch: tanzanite

TansanitDer erste Tansanit wurde im Jahr 1967 von Manuel d`Souza entdeckt, der eigentlich nach Gold schürfen wollte. Der Fundort befand sich in den Merelani Hills in der Region Arusha im Nordosten Tansanias, wo das blaue Mineral auch heute noch abgebaut wird.
Manuel d´Souza ging bei seinem Fund allerdings davon aus, dass es sich bei dem entdeckten Mineral um Dumortierit handelte. Eingehende Untersuchungen des Gemological Institute of America in den USA belegten jedoch, dass das Mineral aus Afrika ein bislang unbekanntes Mineral ist.
Anfangs wurde das "neue" Mineral blauer Zoisit getauft, doch alsbald erkannte der US-amerikanische Juwelier das Potential des sehr seltenen Minerals und gab ihm 1968 den Namen Tansanit - angelehnt an die Vorkommen in Tansania.

Eigenschaften von Tansanit
Tansanit ist ein Silikatmineral bestehend aus Ca2Al3(SiO4)3OH, ferner die blaue Varietät von Zoisit.
Typisch für Tansanit sind blaue Farben, die zwischen hellblau, violettblau, ultramarinblau, indigoblau und saphirblau variieren. Direkt ins künstliche Licht gehalten, erscheinen Tansanite violett – farblich ähnlich mit der Quarzvarietät Amethyst. Tansanite, deren Farbe unrein ist und von gelben oder braunen Flecken durchzogen ist oder von zu hellem Blau ist können nachträglich in der Farbe korrigiert bzw. intensiviert werden. Dazu wird das Mineral auf Temperaturen zwischen 370 und 390 °C erhitzt wird. Die Prozedur dauert maximal eine halbe Stunde, dann schlägt die Farbe in das begehrte dunkle Tansanitblau um. Allerdings ist eine derartige Farbbehandlung deklarationspflichtig und muss beim Verkauf angegeben werden, bspw. in Form eines Hinweises wie "gebrannter Tansanit" oder "wärmebehandelter Tansanit". Die Strichfarbe von Tansanit ist weiß.
Tansanit kristallisiert nach dem orthorhombischen Kristallsystem; Tansanitkristalle sind prismatisch und meistens gerieft. Große Kristalle sind bei Tansaniten eine Seltenheit. Durchschnittlich bringen die aktuellen Funde zwischen einem halben bis zehn Karat auf die Feinwaage.
Der Glanz von Tansanit ist glasartig, auf frischen Spaltflächen auch perlmuttartig. Die Transparenz ist durchsichtig, das Mineral erscheint sehr klar. Die Spaltbarkeit ist vollkommen, der Bruch ist uneben bis spröde. Tansanit weist eine Mohshärte von 6,5 bis 7 auf, zählt damit zu den harten Mineralen; die Dichte beträgt 3,2 bis 3,4 g/cm3.

Entstehung und Verbreitung von Tansanit
Tansanit ist ein Mineral hydrothermalen Ursprungs, kristallisiert aus heißen Fluiden vor allem in Gängen und Klüften aus.
Auch heute noch wird Tansanit am gleichen Fundort abgebaut, wo das erste Exemplar gefunden wurde. Die Tansanit-Lagerstätte in den Merelani Hills in Tansania ist der weltweit einzig bekannte Fundort des raren Minerals. Da sich die Menge der abbaubaren Tansanite zunehmend dem Ende entgegen neigt, ist in Zukunft mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen; teilweise werden fingernagelgroße Tansanite für 500 bis 800 US-$ verkauft. Für ein 240,4 Karat (48,8 g) schweres und 4,8 x 2,1 x 2 cm großes Exemplar wurde bei einem Online-Auktionshaus unlängst für einen Preis von 15.000 US-$ angeboten.

Verwendung und Bedeutung von Tansanit
Tansanit ist vor allem als Edelstein für hochpreisigen Schmuck von Bedeutung. Seit der Entdeckung in den späten 1960er Jahren fasziniert der blaue Stein durch seine Farbe und etablierte sich als beliebter Schmuckstein; nicht zuletzt durch die Präsentation des Edeljuwelliers Tiffany & Co. Aber auch in Mineraliensammlungen avancierten Tansanite zu begehrten Mineralien, die mitunter zu den teuersten Mineralien der Welt aufgestiegen sind.
Bei der Preisbildung von Tansaniten spielt vor allem die Seltenheit eine bedeutende Rolle. Die Blütezeit der großen Tansanit-Vorkommen ist vorüber, die Lagerstätten sind erschöpft und große Kristalle von hoher Qualität (Reinheit, Farbe) werden immer weniger aufgespürt.
Viele Tansanite, die auf dem Mineralienmarkt zum Kauf angeboten werden, sind behandelt. Sei es, um die Farbe zu verbessern oder zu veredeln oder die Reinheit von deutlich sichtbaren Einschlüssen auf lupenrein oder augenrein zu erhöhen. Am wertvollsten gelten nach wie vor Tansanite, die unbehandelt sind; deren Farbe naturbelassen ist, die keine Einschlüsse zeigen und von einem kräftigen Dunkelblau sind. Behandelte bzw. gebrannte Tansanite sind im Preis günstiger zu bekommen.

Der größte Tansanit der Welt
Der größte Tansanit, der jemals gefunden wurde, trägt den Namen "The Mawenzi"-Tansanit. Entdeckt wurde der 16.839 Karat (= 3,367 kg) schwere blaue Tansanit im Jahr 2005. Ebenfalls hochkarätig ist der "Kilimandscharo-Tansanit", der im ungeschliffenen Zustand ein Gewicht von 11.000 Karat auf die Waage bringt.

Nachweis von Tansanit
Tansanit weist einen sehr ausgeprägten Pleochroismus auf und erscheint in intensivem Violett, Blau, Grüngelb und Braun.

Sonstiges
Tansanitschmuck wie Ringe, Anhänger oder Ketten sollte niemals im Ultraschallgerät gereinigt werden. Das Mineral ist sehr spröde und kann infolge der Ultraschallwellen förmlich bersten.
Die Farbe von Tansaniten weist eine hohe Ähnlichkeit mit anderen blauen Mineralien auf, darunter beispielsweise Spinell, Amethyst, Lazulith, Saphir und Cordierit.

Siehe auch:
Blaue Diamanten
Die größten Edelsteine der Welt
Mineralien und Edelsteine als Wertanlage
Seltene Mineralien


Quellen:
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
www.mindat.org

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2017



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