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Türkis Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Türkis - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: turquoise | französisch: turquoise


Türkis
Türkis

Namensgebend für das Mineral Türkis ist die Farbe des Steins. Die französische Bezeichnung pierre turquoise – türkiser Stein wurde im 15. Jahrhundert umgewandelt in türkischer Stein als Ausdruck früher Handelsbeziehungen zwischen Persien, wo Türkise gefunden wurden, und der Türkei. Hier wurden die türkisfarbenen Steine verarbeitet und weltweit gehandelt. Die ältesten Funde von Türkisen stammen aus Ägypten und werden auf ein Alter von 8000 Jahren datiert.


Eigenschaften von Türkis

Türkise gehören mit der chemischen Zusammensetzung CuAl6(PO4)(OH)8·4-5H2O zur Mineralklasse der Phosphate.
Typisch für Türkis ist die strahlend blaugrüne Farbe, möglich sind aber auch rein grüne oder blaue sowie gelbgraue Türkise.
Die Ursache für das charakteristische Türkis-Blau sind Beimengungen von Kupfer im Mineral; bei grünlicheren Exemplaren ist es Eisen. Oftmals sind Türkise von einem Netz schwarzer (Jaspis und Psilomelan) oder brauner (Limonit) Adern durchdrungen, die in der Mineralogie als Matrix bzw, Türkis-Matrix bezeichnet werden. Die Strichfarbe von Türkis ist weiß bis hellgrün.
Türkise reagieren empfindlich auf Sonnenlicht und hohe Temperaturen, infolge dessen verblasst die Farbe - zurückzuführen auf den Verlust des enthaltenen Kristallwassers in Türkis. Bei Temperaturen von 250 °C, wie sie bei der Verarbeitung auftreten können, verfärben sich Türkise graugrün. Am farbbeständigsten sind iranische Türkise, die als besonders kompakt gelten. Bei der Reinigung des Minerals empfiehlt es sich, destilliertes Wasser zu verwenden, da Türkise durch Fette und Schmutzpartikel eine grüne Farbe annehmen. Die genannten Farbänderungen sind irreversibel. Schutz bietet eine Imprägnierung mit Harz oder Wachs.
Türkise kristallisieren nach dem triklinen Kristallsystem. Die Aggregate sind überwiegend klumpig und traubenförmig. Der entsprechende Habitus ist mikrokristallin prismatisch bis nadelig.
Der Glanz ist variabel: massige Türkise glänzen wachsartig, einzelne Kristalle oder frische Bruchstellen glänzen glasartig. Die Mohshärte beträgt 5 bis 6 abhängig von der Dichte, das spezifische Gewicht liegt zwischen 2,6 bis 2,8 und wird mit geringer werdender Porosität höher. Türkise verfügen über eine unvollkommene Spaltbarkeit, der Bruch ist muschelig und die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig.


Türkis
Hellblauer Türkis

Entstehung und Verbreitung von Türkis

Türkise sind Sekundärminerale – Umwandlungsprodukte bereits existenter Minerale oder Gesteine.
Voraussetzung für die Bildung von Türkis sind kupfer- und aluminiumhaltige Gesteine wie beispielsweise Malachit, Azurit, Chalkopyrit, Feldspäte und Apatit sowie Wasser. Dabei erscheinen Türkise entweder als Aggregate oder als Spaltenfüllungen.
Die Vorkommen von Türkis sind mit zahlreichen Mineralen vergesellschaftet, darunter zum Beispiel Chalcedon, Limonit, Psilomelan, Malachit und Chrysokoll.
Finden kann man Türkis bspw. in Schottland; England; Irland; Frankreich; Deutschland; Österreich; Polen; Tschechien; Russland; Spanien; Portugal; Tansania; Israel; Iran; Kasachstan; Mongolei; China; Japan; Australien; Süd-, Mittel- und Nordamerika.


Türkis
Türkis-Manipulation: eingefärbter Howlith

Verwendung und Bedeutung von Türkis

Bereits vor 8000 Jahren wurde Türkis in Verbindung mit Gold als Schmuckstein verwendet. Auch heute noch ist Türkis ein Stein, der zu Schmuck verarbeitet wird, wobei glatte Schliffe wie der Cabochonschliff im Vordergrund stehen, die die Farbe und Musterung von Türkisen hervorheben.
Während der Biedermeierzeit wurden Türkise pulverisiert als Lidschatten genutzt.
Weiterhin sind Türkise beliebte Objekt für Ziergegenstände und werden als Heilsteine/Chakrasteine gehandelt, wobei die Heilwirkung von Türkis in klinischen Untersuchungen nicht nachgewiesen werden konnte.


Nachweis von Türkis

Aufgrund der Farbe kann Türkis mit vielen weiteren türkisfarbenen Mineralen verwechselt werden, allen voran Amazonit, Chrysokoll, Variscit, Hemimorphit, Lazulith, Smithsonit oder Serpentin.
Zudem handelt es sich bei einigen im Handel angebotenen Türkisen nicht immer um echte Türkise. Vielmehr werden entsprechend eingefärbte Materialien wie Emaille, Glas, Fossilienbruchstücke (sog. Knochentürkis), Kalkstein oder in Farbe getränkte Minerale wie Chalcedon, Howlith, Magnesit oder Variscit als Türkis ausgegeben.
Eine Zwischenstellung zwischen echten Türkisen und synthetischen Steinen nehmen zusammengepresste Türkise ein. Press-Türkis besteht aus Türkisstaub oder Türkissplittern und -bruchstücken, die bei der Verarbeitung anfallen, und mit Kunststoff zu einem großen Türkis zusammen geklebt werden.
Ebenso im Umlauf sind synthetische Türkise, die erstmals 1972 in Frankreich hergestellt wurden und nach dem Erfinder Gilson-Türkis genannt werden. Von echten Türkisen unterscheidet sich dieser unter dem Mikroskop durch die rechteckigen Kristalle und die matte, hellblaue oder grüngelbe Färbung bei Behandlung mit langwelligem UV-Licht. Aber auch unter anderen Handelsnamen sind Türkis-Imitationen bekannt, bspw. Hamburger Türkis, Wiener Türkis, Reese-Türkis, Neotürkis oder Neolith.
Die Echtheit von Türkisen kann mittels erwärmter Salzsäure und Kalilauge geprüft werden; das Mineral löst sich in beiden Substanzen auf. Wird Türkis bis auf Temperaturen von 600 °C erhitzt, zerfällt der Stein zu einem schwarzen Pulver.


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Siehe auch:
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
Türkis-Imitationen und Fälschungen
Mineralien reinigen


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - turquoise

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Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2018

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