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Sylvin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Sylvin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Der Name Sylvin wurde im Jahr 1832 in die mineralogische Literatur eingeführt; benannt wurde das Mineral Sylvin nach dem niederländischen Naturwissenschaftler Franciscus Sylvius (1614 bis 1672).

Eigenschaften
Chemisch betrachtet handelt es sich bei Sylvin um Kaliumchlorid (KCl), weshalb das Mineral der Mineralklasse der Halogenide zugeordnet wird.
Farblich variiert Sylvin – abhängig von Verunreinigungen in Form von diversen Elementen oder Störungen im Kristallgitter. So ist pures Kaliumchlorid farblos, währenddessen „verunreinigtes“ Sylvin weiß, gelb, rosa, rot, violett, blau oder grau sein kann. Die Strichfarbe ist trotzdem immer weiß.
Sylvin kristallisiert im kubischen Kristallsystem: Sylvinkristalle sind würfelig oder oktaedrisch, auch zu Kristallzwillingen miteinander verwachsen. Die Aggregate sind körnig, massig oder erscheinen als Krusten auf anderen Mineralen oder Gesteinen.
Sylvin weist einen glasartigen bis fettigen Glanz auf, ist dabei von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Mit einer Mohshärte von 2 ist Sylvin ein weiches Mineral, dessen spezifisches Gewicht 1,99 beträgt.

Entstehung und Verbreitung
Sylvin wird der Bildung nach in die Kategorie der Minerale sedimentären Ursprungs eingeordnet (mehr dazu: Die Entstehung von Mineralen). Demnach entsteht Sylvin, wenn Meerwasser in von der Frischwasserzufuhr abgeschiedenen Bereichen verdunstet und als Rückstand übrigbleibt (Evaporit/Eindunstungsmineral genannt). Allerdings ist Sylvin eines der Minerale, das zuletzt als Eindunstungsprodukt hervorgeht. Zuvor kristallisieren aus der Meerwasserlösung andere Salze wie Halit oder aber Gips und Calcit.
Des Weiteren kann Sylvin im Zusammenhang mit Vulkanismus entstehen, wenn vulkanische Gase, ohne vorher flüssig zu werden, als Feststoff: hier als Mineral auskristallisieren (sog. Resublimation).
Entsprechend den Bildungsbedingungen ist Sylvin mit Halit, Gips, Anhydrit und Carnallit vergesellschaftet.
Größere Vorkommen von Sylvin befinden sich u.a. in Island, Norwegen, Deutschland, Italien, Rumänien, Ukraine, Namibia, Kasachstan, Iran, China, Australien, Chile, Bolivien und in den USA.

Verwendung
Sylvin wird insbesondere für Herstellung von Kalidüngern in der Landwirtschaft genutzt.

Nachweis
Sylvin ist ein wasserlösliches Mineral, d.h. man sollte Sylvin luftdicht aufbewahren, da schon der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ausreicht, dass sich Sylvinkristalle auflösen. Ferner schmeckt Sylvin salzig und kann bspw. von Halit durch die Flammenfarbe unterschieden werden. Aufgrund des enthaltenen Kaliums verfärbt sich die Flamme, in welche man Sylvin hält, violett. Im Vergleich dazu zeigt Halit (NaCl) eine gelbe Flammenfärbung.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Altaba, M. F. und G. Tanelli (1995): Wissen heute auf einen Blick - Mineralogie. Neuer Kaiser Verlag GmbH, Klagenfurt
www.mindat.org - sylvite

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