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Schörl Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Schörl - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: schorl | französisch: schorl


Schörl
Schörl

Der Name Schörl ist ursprünglich ein Begriff aus dem Wortschatz der Bergleute aus dem Erzgebirge. Als Schorl oder Schorlit wurden im Mittelalter Minerale bezeichnet, die optisch mit Erzen verwechselt wurden.


Eigenschaften von Schörl

Schörl ist die am häufigsten vorkommende Varietät von Turmalin. Das Mineral gehört zur Klasse der borhaltigen Silikate mit der chemischen Zusammensetzung Na(Mg,Fe,Li,Mn,Al)3Al6(OH)4/(BO3)3Si6O18. Im Gegensatz zu anderen Turmalinen ist der Eisengehalt im Schörl sehr hoch, weshalb mitunter der Ausdruck Eisenturmalin geläufig ist. Beimengungen von Eisen sind es, die für die schwarze, blauschwarze Farbe des kristallwasserhaltigen Minerals ausschlaggebend sind. Aufgrund der Farbe und Zugehörigkeit zur Turmalingruppe wird Schörl auch Schwarzer Turmalin genannt. Die Strichfarbe ist weiß.
Schörl kristallisiert im trigonalen System und bildet Kristalle mit massigem, kompaktem Habitus. Das Mineral zählt mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 zu den harten Mineralen, das spezifische Gewicht beträgt 3,18 bis 3,2. Der Glanz ist glasartig, die Transparenz opak bis durchsichtig. Der Bruch ist uneben und muschelig, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.


Entstehung und Verbreitung von Schörl

Schörl ist ein Mineral magmatischen Ursprungs und entsteht während der Abkühlung von an die Erdoberfläche aufdringenden, eisenreichen Gesteinsschmelzen.
Ebenso möglich ist die Entstehung von Schörl im Zuge metamorpher Vorgänge - durch Aufschmelzung und Neukristallisation eisenhaltiger Ausgangsgesteine unter Einfluss borhaltiger Lösungen werden diese chemisch umgewandelt und rekristallisieren in einer thermo-dynamisch angepaßten Form, bspw. als Schörl.
Durch die Verwitterungsstabilität des Minerals lagert sich aus dem Muttergestein herausgelöster Schörl auch in Seifen ab.
Die Vorkommen von Schörl sind neben Apatit, Beryll und Feldspat auch mit Glimmer, Quarz und Topas vergesellschaftet.
Als Fundorte von Schörl sind unter anderem Grönland; Skandinavien; England; Schottland; Irland; Oberlausitz, Ehrenfriedersdorf, Vogtland, Spessart, Odenwald, Straubing und Oberwolfach/Deutschland; Schweiz; Zillertal, Stubachtal, Villach, Klagenfurt und Koralpe/Österreich; Tschechien; Slowakei; Slowenien; Italien; Ukraine; Ruanda; Namibia; China; Japan; Australien; Argentinien; Brasilien; USA und Kanada.


Schörl
Turmalin-Varietät Schörl

Verwendung und Bedeutung von Schörl

Das Mineral Schörl ist wegen der hohen Gehaltes an Bor und Eisen eine begehrte Rohstoffquelle.
Des Weiteren wird Schörl zur Herstellung von feuerfestem Porzellan und Glas verwendet. Aufgrund der Fähigkeit, sich bei Zufuhr von Wärme oder bei Reibung elektrostatisch aufzuladen, wird Schörl sowohl in der Elektronik als auch in der Textilreinigung eingesetzt, z.B. um Staub anzuziehen. Daneben ist Schörl bzw. Schwarzer Turmalin in der Edelsteinheilkunde als Heilstein von hoher Bedeutung, ohne dass die Heilwirkung von Schörl in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Nachweis von Schörl

Schörl ist in Säuren löslich, in der Flamme aber nur schwer schmelzbar. Das Mineral fluoresziert nicht.


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Siehe auch:
Industrieminerale
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
Schwarze Diamanten - Fancy Diamanten


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - schorl

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Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2018

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