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Sanidin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Sanidin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: sanidine | französisch: sanidine


Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Sanidin gehen auf das Jahr 1808 zurück. Als Typlokaltät, d.h. Ort der Erstentdeckung, gilt der Berg Drachenfels bei Königswinter. Benannt wurde das Mineral nach den griechischen Vokabeln für Tafel und Aussehen – bezugnehmend auf die tafelförmige Gestalt der Kristalle.


Eigenschaften von Sanidin

Das Mineral Sanidin ist mit der chemischen Zusammensetzung KAlSi3O8 ein Vertreter der Silikatminerale, wird ferner den Alkali-Feldspäten zugeordnet und ist innerhalb dessen eine Varietät von Orthoklas.
Die Farbe von Sanidin kann sowohl farblos als auch weiß, rosa, gelb oder grau sein. Farblose Sanidinkristalle erinnern mitunter an filigrane Eiskristalle, weshalb auch die Bezeichnung Eisspat für farblose Exemplare geläufig ist. Die Strichfarbe ist weiß.
Sanidin kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet prismatische, tafelige oder nadelförmige Kristalle, die häufig miteinander zu Zwillingen verwachsen sind. Die Aggregate sind körnig oder massig.
Der Glanz von Sanidin ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch des Feldspat-Minerals ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist wie für Feldspäte typisch sehr vollkommen. Die Mohshärte beträgt 6 bis 6,5 bei einem spezifischen Gewicht von 2,56 bis 2,62.


Entstehung und Verbreitung von Sanidin

Sanidin kristallisiert aus magmatischen Schmelzen bei Temperaturen zwischen etwa 870 bis über 1000 °C im Hochtemperaturbereich aus. Entsprechende Entstehungsbedingungen sind mitunter auch bei kontaktmetamorphen Vorgängen– aufsteigende Magma verändert durch bis zu 1300 °C heiße flüssige Gesteinsschmelzen den existenten Mineralbestand, der aufgeschmolzen wird und anschließend rekristallisiert – gegeben. Als gesteinsbildendes Mineral ist Sanidin deshalb in zahlreichen Gesteinen wie Trachyt, Rhyolith oder Phonolith vertreten.
Daneben sind die Vorkommen von Sanidin unter anderem vergesellschaftet mit Biotit und Muskovit, Plagioklas, Orthoklas, Nephelin, Quarz sowie Amphibolen wie Hornblende.
Nennenswerte Fundorte von Sanidin befinden sich bspw. in Schweden; Schottland; England; Frankreich; Oberwiesenthal, Großer Teichelberg und Eifel/Deutschland; Italien; Österreich; Tschechien; Slowakei; Türkei; Namibia; Burma; China; Australien; Bolivien; Paraguay; Mexiko; Kanada und in den USA.


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Bedeutung und Verwendung von Sanidin

Auch wenn viele Feldspat-Vertreter in der Herstellung von Porzellan zum Einsatz kommen, kommt Sanidin keine wirtschaftliche Bedeutung zu. Allenfalls wird Sanidin als Schmuckstein verarbeitet, was aufgrund der sehr vollkommenen Spaltbarkeit des Minerals schwierig ist.


Nachweis von Sanidin

Sanidin ist in Flusssäure löslich.


Siehe auch:
Feldspat, Quarz und Glimmer. Die drei vergess´ ich nimmer.
Das am häufigsten auf der Erde vorkommende Mineral
Der Wert von Mineralien


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
- www.mindat.org - sanidine

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Letzte Aktualisierung: 27. Oktober 2018

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