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Salmiak Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Salmiak - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: Sal ammoniac | französisch: Salmiac

Der Name Salmiak ist lateinischen Ursprungs. Sal ammoniacum wird mit Salz des Ammon übersetzt und bezieht sich sowohl auf die optische Ähnlichkeit mit Halitkristallen wie auch auf die frühesten Funde von Salmiak am Tempel des Amun in Ägypten.

Eigenschaften von Salmiak

Salmiak wird mit der chemischen Zusammensetzung NH4Cl der Mineralklasse der Halide zugeordnet, zu der u.a. auch Halit, Fluorit und Kryolith gehören.
Die Farbe von Salmiak variiert zwischen farblos, weiß, grau oder gelb bei weißer Strichfarbe.
Salmiak kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet dendritisch, skelettartige Kristalle, die in Form traubiger, derber Aggregate oder als krustiger Überzug erscheinen.
Der Glanz von Salmiak ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch des Minerals ist muschelig, die Spaltbarkeit ist undeutlich. Die Mohshärte von Salmiak beträgt 1 bis 2 – vergleichbar mit der Härte von Selenit (Marienglas). Salmiak ist aber nicht nur ein sehr weiches Mineral, sondern auch eines mit einem sehr geringen Gewicht: die Dichte beträgt 1,5 g/cm3.

Entstehung und Verbreitung von Salmiak

Salmiak ist ein Mineral sedimentären Ursprungs, entsteht in der Umgebung von Fumarolen, d.h. durch Vulkanismus entstandene Stellen, an denen neben heißem Wasserdampf auch vulkanische Gase austreten, die als Salmiak kristallisieren. Weitere Bedingungen, die zur Bildung von Salmiak führen, finden sich auf Halden, auf denen Kohle verbrannt wird und im Bereich ammoniakhaltiger Guanoablagerungen*. Die Funde von Salmiak werden von anderen Mineralen wie Schwefel und Realgar begleitet.
Nennenswerte Vorkommen von Salmiak existieren bspw. in Island, England, Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, Italien, Russland, Ungarn, Südafrika, China, Chile, Peru, Venezuela und in den USA.

Verwendung und Bedeutung von Salmiak

Salmiak ist vielen vermutlich als husten- und schleimlösende Salmiakpastillen oder Salmiakdrops bekannt – Bonbons aus einer Mischung von Salmiak, Anisöl und Süßholzwurzel bzw. Lakritze. Ferner kommt Salmiak als Lebensmittelzusatzstoff unter der E-Nummer E 510 sowie als Kühlsalz, Lötmaterial, Gerb- und Färbestoff, in Batterien und als Zusatz in Sprengstoffen zum Einsatz.

Nachweis von Salmiak

Salmiak ist in Wasser löslich.

*Guano = Ablagerungen, die im Zusammenspiel von Stoffwechselendprodukten von Seevögeln und kalkhaltigen Steinen entstehen.



Siehe auch:
Hildegard von Bingen und die Heilsteine
Alltägliches: Speisesalz
Mineralwasser

Quellen:
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
- www.mindat.org - salammoniac

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Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2018

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