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Pyromorphit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Pyromorphit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: pyromorphite | französisch: pyromorphite


Pyromorphit
Pyromorphit

Die früheste Erwähnung des Minerals Pyromorphit stammt aus dem Jahr 1693, wo das Mineral noch als Grün-Bley-Ertz bezeichnet wird. 1747 wurde das Mineral erstmals von Johan Gottschalk Wallerius (1709 bis 1785), ein schwedischer Mineraloge und Chemiker, genauer untersucht. Den Namen Pyromorphit erhielt das Mineral allerdings erst im Jahr 1813 vom deutschen Mineralogen Friedrich Hausmann (1782 bis 1859). Ausschlaggebend für die griechisch-stämmige Bezeichnung ist das Verhalten von Pyromorphit, in der Flamme zunächst zu schmelzen und anschließend zu rekristallisieren.


Eigenschaften von Pyromorphit

Pyromorphit ist ein Vertreter der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate mit der Zusammensetzung Pb(PO4)3Cl.
Das bleihaltige Phosphatmineral ist überwiegend von grüner Farbe, kann aber auch farblos, schwarz, rotgelb oder braun sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Pyromorphit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, die Kristalle sind langprismatisch. Die Aggregate erscheinen traubig, nierenförmig, radialstrahlig angeordnet, nadelig oder tafelig.
Das Mineral ist von Harz- bis Diamantglanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch von Pyromorphit ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Die Mohshärte beträgt 3,5 bis 4, die Dichte beläuft sich auf 6,7 bis 7 g/cm³.


Pyromorphit
Pyromorphit

Entstehung und Verbreitung von Pyromorpit

Pyromorphit ist ein Sekundärmineral, das im Zusammenhang mit der Verwitterung in bleihaltiger Lagerstätten hervorgeht. Neuen Erkenntnissen zufolge wird Pyromorphit aber auch mittels bestimmter Pilzkulturen, die im Boden leben, gebildet; diese wandeln Blei, welches beispielsweise in kontaminierten Böden enthalten ist, in Pyromorphit um. Auf diese Weise liegt Blei als unlösliches Mineral vor und wird an einer weiteren Verlagerung in die Umwelt gehindert (Quelle: www.cell.com).
Die Vorkommen von Pyromorphit können mit weiteren Mineralen vergesellschaftet sein, darunter u.a. Descloizit, Vanadinit, Mimetesit, Limonit, Anglesit, Galenit, Cerussit und Hemimorphit.
Bedeutende Funde von Pyromorphit wurden bspw. in Cornwall/England; Erzgebirge, Rheinland-Pfalz/Deutschland; Böhmen/Tschechien; Ural, Sibirien/Russland; Frankreich; Sardinien/Italien; Spanien; Belgien, Kongo; Sambia; Mexiko; Argentinien; Idaho, Pennsylvania, Nord Carolina/USA bestätigt.


Bedeutung und Verwendung von Pyromorphit

In der Vergangenheit war Pyromorphit aufgrund der Gehalte an Blei für die Verhüttung des Schwermetalls von Interesse. Heutzutage sind die globalen Vorräte selten, deshalb gilt Pyromorphit als begehrtes Mineral für Sammlungen.


Nachweis von Pyromorphit

Pyromorphit ist sowohl in Säuren als auch in der Flamme löslich. In letzterer schmilzt das Mineral wie andere Bleiminerale zunächst zusammen und kristallisiert nach der Abkühlung wieder aus.


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Siehe auch:
Grüne Diamanten
Erz
Alltägliches - Bleistifte


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - pyromorphite

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Letzte Aktualisierung: 7. November 2018

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