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Proustit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Proustit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: proustite | französisch: proustite


Namenspate des Minerals Proustit ist der französische Chemiker Joseph Louis Proust (1754 bis 1826). Er war es, der 1804 anhand Untersuchungen zur Zusammensetzung von Lichtem und Dunklem Rotgültigerz belegen konnte, dass es sich um zwei verschiedene Minerale handelt und nicht um unterschiedliche Farbgebungen eines Minerals. Fortan war das Lichte Rotgültigerz ab 1832 unter dem Namen Proustit bekannt, währenddessen das Dunkle Rotgültigerz das Synonym Pyrargyrit trägt.


Eigenschaften von Proustit

Eine weitere Bezeichnung für Proustit ist Arsensilberblende, angelehnt an die chemischen Bestandteile des Sulfidminerals: Ag3AsS3.
Scheinbar sind die Namen für Proustit unendlich: der Farbe wegen wird das silberhaltige Mineral auch Rubinblende tituliert. Die Farbe reicht von einem leuchtendem Zinnober- oder Scharlachrot bis nahezu schwarzrot. Die Strichfarbe ist ebenfalls rot, allerdings in der Intensität schwächer als das Mineral selbst.
Proustit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, bildet kurz- und langprismatische, skalenoedrische und rhomboedrische Kristalle, wobei auf den Kristallen oberflächliche Streifen ausgeprägt sind. Die Aggregate sind krustenartig oder massig.
Proustit weist bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz Diamantglanz auf. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Mit einer Mohshärte von 2 bis 2,5 zählt Proustit zu den weichen Mineralen; das spezifische Gewicht beträgt 5,5 bis 5,64.


Entstehung und Verbreitung von Proustit

Proustit wird unter hydrothermalen Bedingungen mit Niedrigtemperaturbereich gebildet. Man findet das Mineral insbesondere in entsprechenden Erzgängen, die zudem reich an Blei, Nickel, Kobalt und Blei sind. Weitere Minerale, die zusammen mit Proustit vorkommen, sind unter anderem Silber, Argentit, Pyrit, Calcit, Galenit, Dolomit, Fluorit, Baryt, Tennantit, Tetraedrit und Pyrargyrit.
Besonders reichhaltige Fundorte von Proustit befinden sich bspw. in Schweden, Irland, England, Deutschland, Spanien, Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, in der Mongolei, in China, Japan, Australien, in den Ländern der Westküste Südamerikas, Mexiko und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Proustit

Proustit als Silbermineral ist vor allem für die Gewinnung von Silber von Bedeutung.


Nachweis von Proustit

Proustit ist Pyrargyrit optisch sehr ähnlich und auch hinsichtlich der Mohshärte sowie des Gewichts bestehen Gemeinsamkeiten. Auch das chemische Verhalten in Säuren ist nicht dazu geeignet, Unterschiede zwischen beiden Mineralen aufzuzeigen, denn sowohl Proustit wie auch Pyrargyrit lösen sich in Salpetersäure auf. Allerdings entstehen, wenn Proustit erhitzt wird, nach Knoblauch riechende Dämpfe, die auf die Gehalte an Arsen im Mineral zurückzuführen. Eine weitere Methode, die beiden Silberminerale zu unterscheiden, ist der Vergleich der Strichfarbe; die von Proustit, dem Lichten Rotgültigerz, ist heller als die von Pyrargyrit, dem Dunklen Rotgültigerz.


Siehe auch:
Sterlingsilber
Der Fluorit von Annaberg-Buchholz
Aufbewahrung von Mineralien


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
- www.mindat.org - proustite

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Letzte Aktualisierung: 2. November 2018

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