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Phlogopit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Phlogopit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: phlogopite | französisch: phlogopite


Namensgeber des Minerals Phlogopit ist August Breithaupt (1791 bis 1873) – ein deutscher Mineraloge, auf den die Erstbeschreibung von Phlogopit im Jahr 1841 zurückgeht. Der Name Phlogopit selber ist griechischen Ursprungs und verweist wortwörtlich auf die feuerähnliche Farbe der Kristalle.


Eigenschaften von Phlogopit

Mit der chemischen Zusammensetzung KMg3(OH,F)2(AlSi3O10] wird Phlogopit der Systematik der Minerale zufolge den Silikaten zugeordnet. Innerhalb der Silikatminerale ist Phlogopit ein Vertreter der Glimmergruppe, speziell der dunklen, eisen- oder/und magnesiumreichen Glimmern. Neben Biotit werden auch Zinnwaldit und Lepidolith zu den Dunkelglimmern gezählt.
Die Farbe von Phlogopit ist verglichen mit hellen Glimmermineralen wie Muskovit und Serizit dunkel. Typische Farben von Phlogopit sind grünbraun, rotbraun, braun oder gelbbraun – ähnlich wie Bernsteine. Phlogopit kann aber auch farblos sein. Die Strichfarbe ist dennoch in allen Fällen weiß.
Phlogopit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet prismatische, pseudohexagonale (sechseckige) Kristalle, angeordnet zu schuppigen, plattigen bis massigen Aggregaten.
Der Glanz von Phlogopit ist perlmuttartig bis metallisch bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen – einzelne "Täfelchen" lassen sich mühelos voneinander trennen und weisen dabei eine elastische, biegsame Tenazität auf (Kristalle lassen sich verbiegen und springen anschließend ohne zu zerbrechen in die ursprüngliche Form zurück). Phlogopit ist mit einer Mohshärte von 2 bis 2,5 ein weiches Mineral, dessen Dichte 2,75 bis 3 g/cm³ beträgt.


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Entstehung und Verbreitung von Phlogopit

Phlogopit entsteht sowohl unter magmatischen wie auch metamorphen (Kontaktmetamorphose und Kontaktmetasomatose) Bedingungen und ist deshalb mineralischer Bestandteil zahlreicher Gesteine entsprechenden Ursprungs wie Kimberlit, Pikrit, Peridotit, Lamproit, Marmor, Granulit, Glimmerschiefer, Pyroxenit oder Serpentinit.
Zu den häufigsten Begleitmineralen von Phlogopit zählen weitere Glimmer wie Biotit und Muskovit. Phlogopit kann aber auch in Gegenwart von Olivin, Epidot, Serendibit, Magnetit, Sapphirin, Dolomit, Augit, Diopsid, Apatit und Anthophyllit vorkommen.
Erwähnenswerte Vorkommen von Phlogopit befinden sich zum Beispiel in Grönland; Skandinavien; britische Inseln; Erzgebirge, Eifel, Kaiserstuhl und Hegau/Deutschland; Tessin und Binntal/Schweiz; Kärnten und Koralpe/Österreich; Spanien; Italien; Polen; Tschechien; Slowakei; Rumänien; Griechenland; Türkei; südliche Staaten Afrikas; Russland; Afghanistan; Indien; China; Japan; Philippinen; Australien; Neuseeland; Chile; Brasilien; Argentinien; Peru; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Phlogopit

Phlogopit ist insbesondere von wirtschaftlicher Bedeutung, insofern das Glimmermineral in elektrischen Isolatoren eingesetzt wird.


Nachweis von Phlogopit

Phlogopit wird in konzentrierter Schwefelsäure gelöst, während verdünnte Salzsäure das Mineral nicht aufzulösen vermag. Zudem weist Phlogopit einen farblosen, gelbbraunen bis braunen Pleochroismus auf.


Siehe auch:
Hermanova-Kugeln/Hermanover-Kugeln
Biotit und Muskovit unterscheiden
Die Bedeutung von "Feldspat, Quarz und Glimmer - die drei vergess´ ich nimmer"


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
- www.mindat.org - phlogopite

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Letzte Aktualisierung: 2. September 2018

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