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Paraiba-Turmalin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Paraiba-Turmalin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: paraiba tourmaline | französisch: paraiba tourmaline


Der Namenspate des Minerals Paraiba-Turmalin ist wie bei vielen anderen Mineralien auch die Typlokalität – der Ort, an dem ein Mineral zum ersten Mal gefunden wurde.
Der erste Paraiba-Turmalin wurden im Jahr 1987 in São José da Batalha im namensgebenden Bundesstaat Paraiba/Brasilien entdeckt.


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Eigenschaften von Paraiba-Turmalinen

Paraiba-Turmaline sind eine Varietät von Elbait, der wiederum zur Gruppe der Turmaline und Mineralklasse der Silikate zählt. Entscheidend für die Abgrenzung zu anderen Turmalinen ist die Zusammensetzung von Paraiba-Turmalinen, die über die Gehalte an Kupfer und Mangan definiert werden; in der allgemeinem Formel (Na(Li,Al)3Al6(BO3)3Si6O18(OH)4 ) zur Zusammensetzung jedoch keine Erwähnung finden.
Die Farbe von Paraiba-Turmalinen ist sehr vielfältig und reicht von Smaragdgrün und Mintgrün über Blaugrün, Türkis bis hin zu dunklem Violett (vergleichbar mit dem kräftigen Violett von Deep Russian Amethysten) und Blau.
Auf dem Edelsteinmarkt werden die Farben von Paraiba-Turmalinen mitunter mit Namenszusätzen wie „Neon“, „Electric“, „Vivid“ oder „Glow" (z.B. Electric Blue Paraiba, Electric Green Paraiba, Neon Blue Paraiba, Neon Green Paraiba oder Vivid Green, Vivid Blue“ versehen, um die Leuchtkraft und das Strahlen der Farbe von Paraiba-Turmalinen zu betonen.
Die leuchtenden, lebhaften Farben von Paraiba-Turmalinen sind unter allen Turmalinen einzigartig. Der Grund für die Farbe sind Beimengungen von Mangan und Kupfer. Abhängig vom Verhältnis Kupfer:Mangan variiert und ändert sich die Farbe des Minerals. Sind die Kupferwerte höher als die Anteile an Mangan, präsentiert sich der Paraiba-Turmalin in aquatischen, türkisen Farbtönen. Dominieren hingegen die Mangangehalte resultieren violett- bis blaustichige Farben.
Hinsichtlich der Sättigung der Farbe gibt es Unterschiede, die deutlich werden, wenn Paraiba-Turmalinen aus Brasilien mit solchen aus Mosambik und Nigeria verglichen werden. Nigerianische Paraiba-Turmaline sind dunkler als die brasilianischen „Verwandten“, während die Farbe von Paraiba-Turmalinen aus Mosambik leicht heller ist als Paraiba-Turmaline aus Brasilien.
Trotz der Farbvielfalt ist die Strichfarbe – die Farbe, die erscheint, wenn ein Mineral über eine unglasierte Porzellantafel gestrichen wird – weiß.

Paraiba-Turmaline kristallisieren dem trigonalen Kristallsystem folgend. Typisch für Paraiba-Kristalle ist die gestreifte bzw. geriefte Oberfläche. Genau wie bei der Farbe zeigen sich Unterschiede bezogen auf die Größe der Kristalle in Anbetracht der Herkunft. Brasilianische Paraiba-Turmalinkristalle sind von geringer Größe bzw. weisen ein geringes Karatgewicht auf. Wenn ein Kristall drei Karat (1 Karat = 0,2 g) auf die Feinwaage bringt, ist das für einen brasilianischen Paraiba-Turmalin viel. Die größten Kristalle von Paraiba-Turmalinen werden im afrikanischen Nigeria gefunden. Die Rohsteine wiegen teilweise bis zu 50 Karat.
Paraiba-Turmaline weisen eine durchsichtige bis undurchsichtige Transparenz bei glasartigem Glanz auf. Der Bruch des Minerals ist muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 erfüllen Paraiba-Turmaline das Kriterium der Edelsteinhärte. Das spezifische Gewicht des Turmalin-Minerals beträgt 3,02 bis 3,26.


Entstehung und Verbreitung von Paraiba-Turmalinen

Die Vorkommen von Paraiba-Turmalinen sind an kupfer- und manganhaltige Pegmatite gebunden (weitergehende Informationen siehe: Die Entstehung von Mineralien). Auch wenn es weltweit zahlreiche Pegmatitvorkommen gibt, sind bislang lediglich in drei Ländern Fundstellen des sehr seltenen Minerals bekannt.
Die ersten Paraiba-Turmaline wurden in Brasilien entdeckt, weshalb der Name Paraiba-Turmalin lange Zeit nur auf die dort gefundenen Turmaline beschränkt war. Nachdem sich herausstellte, dass Turmaline in Nigeria und Mosambik, deren früheste Funde zu Beginn der 2000er Jahre dokumentiert wurden, denselben Chemismus aufweisen, wurden auch diese als Paraiba-Turmaline bezeichnet.


Verwendung und Bedeutung von Paraiba-Turmalin

Paraiba-Turmaline sind Mineralien von äußerster Seltenheit und erfreuen sich deshalb nicht zuletzt als Mineral für Sammlungen oder für hochwertigen Echtsteinschmuck.


Der Preis von Paraiba-Turmalinen

Paraiba-Turmaline sind exquisite Mineralien, die ihren Preis haben. Vor allem die Seltenheit des Minerals ist die wesentliche Größe, die den Preis von Paraiba-Turmalinen bestimmt. So werden selbst kleinste Exemplare auf dem Edelsteinmarkt zu hohen Preisen gehandelt.
Üblich sind bei besonders schönen Paraibas mit kräftigen Farben (sog. AAA Paraiba-Turmaline), einem hohen Grad an Reinheit und einer sehr hohen Qualität des Schliffs 10.000 bis 50.000 US-Dollar pro Karat. Vor allem facettenreich geschliffene Paraiba-Turmaline gelten wertiger als Steine, die im simplen Cabochonschliff gehalten sind.
Auch einen Einfluss auf die Preisbildung von Paraiba-Turmalinen hat die Tatsache, dass die wertvollen Mineralien nicht maschinell abgebaut werden, sondern in mühsamer Handarbeit geschürft werden.
Trotz der hohen Qualität werden Paraiba-Turmaline teilweise einer Veredelung unterzogen; weniger um die Farbe zu verändern, vielmehr wird durch vorsichtiges Erhitzen die Reinheit, bspw. In Form von Einschlüssen von Gasblasen, korrigiert.
Ein weiterer Faktor, der sich im Preis niederschlägt. Unbehandelte Steine weisen einen höheren Wert auf als behandelte Paraiba-Turmaline.


Paraiba-Turmalin und ähnlich aussehende Mineralien

Aufgrund der Farbe können Paraiba-Kristalle leicht mit anderen farbigen Mineralien verwechselt werden.

Noch verwirrender ist es, wenn im Handelsnamen von Paraiba-Turmalinen zudem der Name eines anderen Minerals auftaucht (wenn auch nur, um die farbliche „Verwandtschaft“ zu symbolisieren“); bpsw.


Siehe auch:
Mineralien kaufen und tauschen
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität (A-AA-AAA-System)
Die Farben von Turmalin und Schwarzer Turmalin



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- http://paraibadealers.com
- www.gia.edu - Tourmaline quality factor

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Letzte Aktualisierung: 3. Dezember 2018

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