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Olivin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Olivin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: olivine | französisch: olivine


Olivin
Olivin in Basalt

Der Name Olivin ist Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817), seines Zeichens Mineraloge aus Deutschland, zu verdanken. Für ihn war im Jahr 1790 die olivgrüne Farbe des Minerals (lat. oliva) ausschlaggebend für die Namensgebung von Olivinen.


Eigenschaften von Olivin

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Peridot mit Olivin gleichgesetzt. Richtigerweise handelt es sich bei Olivinen um eine Mineralreihe mit verschiedenen Gliedern; alternativ als Olivin-Gruppe bezeichnet.
Die chemische Zusammensetzung variiert und lässt sich vereinfacht zusammenfassen: [(Mg,Fe,Mn,Ni,Ca)SiO4].
Fayalit (FeSiO4), Forsterit (MgSiO4), Tephroit (MnSiO4) sowie Liebenbergit (NiSiO4) sind die jeweiligen Endglieder der Olivinreihe. Dabei sind die Endglieder durch einen bestimmten Eisen- und Mangangehalt gekennzeichnet, der beginnend von Fayalit zu Forsterit immer geringer wird. Des Weiteren existieren Zwischenglieder, zu denen auch Peridot, Monticellit, Kirschsteinit, Laihunit, Liebenbergit, Tephroit sowie Glaukochroit gehören.
Olivine werden der Mineralklasse der Silikate zugeordnet, sind demnach Verbindungen von Elementen der Metalle mit einzelnen oder verknüpften Silciumdioxid-Tetraedern. Mit steigendem Eisengehalt erhöht sich die Dichte von Olivinen von 3,27 bis auf 4,20 g/cm3.
Die Farbe von Olivinen variiert von grün, grüngelb, gelbbraun bis hin zu braun, aber auch weiß. Die Strichfarbe hingegen ist weiß, selten auch zartgelb und oxidiert rot.
Olivin kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, entsprechend ausgeprägt sind die Kristalle: tafelig, oft keilförmig an den Enden. Die Aggregate von Olivinen können körnig, massig oder kompakt sein, stets mit ausgeprägtem Glasglanz.
Gegen das Licht gehalten, sind Olivine von durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz. Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 zählt der Olivin zu den härteren Mineralen. Der Bruch ist muschelig und die Spaltbarkeit vollkommen.


Olivin
Olivin

Entstehung und Verbreitung von Olivin

Olivine entstehen sowohl in basischen als auch sauren magmatischen Gesteinen. Aufgrund des hohen Schmelzpunktes sind Olivine mit die ersten Minerale, die aus der Gesteinsschmelze auskristallisieren, wobei Forsterit eher kristallisiert als Fayalit.
Oftmals ist Olivin entstehungsbedingt auch in magmatischen Gesteinen wie Gabbro, Diabas, Melaphyr oder Basalt als gesteinsbildendes Mineral enthalten.

Die Vorkommen von Olivin werden häufig mit anderen Mineralen vergesellschaftet wie Diopsid, Augit, Hornblende, Spinell und Pyrop.
Bedeutende Vorkommen befinden sich zum Beispiel in Italien; Mosenberg, Daun/Eifel, Finkenberg/Siebengebirge, Hoher Hagen /Deutschland; Steiermark/Österreich, Ural, Transkaukasien, Südsibirien/GUS; Nordfjord/Norwegen auch Kanada; Island; Galapagos-Inseln, Brasilien; Vermont, North Carolina, Arizona, New Mexiko, Hawaii/USA sowie auf den Kanarischen Inseln/Spanien.


Verwendung und Bedeutung von Olivin

Olivin ist einer sehr begehrter Stein, der zu Schmuck (Ketten, Anhänger, Ohrringe, Ringe, Armbänder) verarbeitet wird - sowohl in Form von facettierten Schliffen wie auch in Glattschliffen (Kugeln, Perlen oder Cabochons) gehalten.
Danaben hat sich Olivin als Zuschlagstoff in Baumaterialien bewährt, da das Mineral die Feuerfestigkeit positiv beeinflußt.


Sonstiges

Olivine sind farblich den Mineralen Liebenbergit, Monticellit, Kirschsteinit, Tephroit und Glauchroit sehr ähnlich.


Siehe auch:
Die Entstehung von Mineralen
Zirkonia - Ein beliebter Schmuckstein
Minerale als Trendfarben



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 29. September 2017



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