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Nephelin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Nephelin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: nepheline | französisch: néphéline


Aufgrund der Beobachtung, dass in Nephelinkristallen bei Kontakt mit Salpetersäure nebelartige Trübungen entstehen, benannte der französische Mineraloge René-Just Haüy das bis 1801 unbekannte Mineral nach dem griechischen Wort für Wolke Nephelin. Sieben Jahre später führte der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) den alternativen Namen Eläolith (griech. für Öl- oder Fettstein), bezugnehmend auf den fettartigen Glanz von Nephelin.


Eigenschaften von Nephelin

Nephelin ist ein Silikatmineral, bestehend aus (Na,K)AlSiO4. Zusammen mit den Mineralen Analcim, Sodalith, Leucit, Nosean sowie Cancrinit wird Nephelin innerhalb der Silikate zusätzlich zu den Foiden gezählt. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Foiden im Vergleich zu Feldspäten, die Foiden chemisch ähnlich sind, sind die höheren Gehalte an Kalium und Natrium bei geringeren Werten hinsichtlich Silicium.
Nephelin ist von gelber, grüner, blaue, grauer oder brauner Farbe, kann aber auch farblos sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Das Mineral kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und bildete prismatische, kurzsäulige Kristalle, die häufig auch zu Kristallzwillingen miteinander verwachsen sind. Die Aggregate von Nephelin sind körnig oder massig.
Wie aus der Bezeichnung Fettstein bzw. Eläolith zu entnehmen ist, ist Nephelin von fett- bis glasartigem Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Mit einer Mohshärte von 5,5 bis 6 ist Nephelin ein hartes Mineral, das spezifische Gewicht beträgt 2,5 bis 2,65.


Entstehung und Verbreitung von Nephelin

Nephelin ist magmatischen Ursprungs, wobei die Magmen von alkalischem Chemismus sind. Als Gemengteil kommt Nephelin deshalb sowohl in intrusiven als auch extrusiven Magmatiten und in Pegmatiten vor, so bspw. in Syenit, Phonolith, Foidolith, Larvikit, Monzonit, Essexit oder Basanit. Mitunter werden entsprechende Gesteine um die Silbe Nephelin ergänzt, um das Vorhandensein von Nephelin zu betonen (z.B. Nephelinsysenit oder Nephelinbasanit). Begleitminerale von Nephelin sind Eudialyt, Apatit und Quarze.
Nephelin ist ein häufig vorkommendes Mineral, unter anderem in Grönland, Skandinavien, England, Deutschland, Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich, Italien (am Monte Somma wurde Nephelin erstmals entdeckt), Ukraine, mittleres und südliches Afrika, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan, Afghanistan, China, Japan, Nordkorea, Australien, Paraguay, Brasilien, Mexiko, Kanada und in den USA zu finden.


Bedeutung und Verwendung von Nephelin

Da Nephelin mit dem Metall Aluminium aufwartet, ist Nephelin ebenso wie andere Foide eine begehrte Quelle zur Gewinnung von Aluminium. Ferner ist Nephelin als mineralischer Rohstoff für die Herstellung von Porzellan und Glas von Bedeutung.


Nachweis von Nephelin

Hält man Nephelin in die Flamme, verfärbt sich diese der Natrium-Gehalte wegen gelb. Außerdem entsteht eine gelartige Masse, wenn Nephelin mit Salzsäure versetzt wird.


Siehe auch:
Seltene Mineralien
Coltan
Steine schleifen und polieren


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
⇒ Altaba, M. F. und G. Tanelli (1995): Wissen heute auf einen Blick - Mineralogie. Neuer Kaiser Verlag GmbH, Klagenfurt
- www.mindat.org - nepheline

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Letzte Aktualisierung: 29. Oktober 2018

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