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Muskovit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Muskovit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: muscovite | französisch: muscovite


Muskovit
Muskovit

Der Name Muskovit wird von Vitrum Moscoviticum (lat. für Glas aus Moskau) abgeleitet und geht auf die Verwendung von Muskovit als Bestandteil von Fenstern und Gläsern in Russland in der Vergangenheit zurück. Namensgeber von Muskovit ist der US-amerikanische Geologe und Mineraloge James Dwight Dana (1813 bis 1895).


Eigenschaften von Muskovit

Bei Muskovit handelt es sich um ein Silikatmineral mit der chemischen Zusammensetzung KAl2(Si3Al)O10(OH,F)2. Muskovit ist das am meisten verbreitete Mineral der Glimmergruppe.
Die Farbe von Muskovit ist stets schimmernd, kann sowohl farblos, weiß und hellbraun oder silbergrau als auch grünlich, gelblich und rötlich sein. Am häufigsten zu finden sind silbriggraue und weiße Muskovite, weshalb Muskovit auch weißer Glimmer genannt wird. Der Grund für die helle Farbgebung von Muskoviten sind besonders hohe Gehalte an Aluminium. Die Strichfarbe ist hingegen bei allen Farbvarianten weiß.
Muskovit kristallisiert im monoklinen, teilweise auch trigonalen Kristallsystem und bildet dabei tafelige, pseudo-hexagonale Kristalle aus. Charakteristisch für das aluminiumhaltige Mineral sind lamellenförmige, schuppige oder kompakte Ausprägungen. Die dünnen Platten des Muskovits (Lamellen) sind sehr elastisch, weisen keinen Bruch auf, und lassen sich mühelos abblättern, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend, der Glanz ist glas- bis perlmuttartig oder seidig. Muskovit verfügt über eine Mohshärte von 2 bis 3, die Dichte beträgt 2,77 bis 3,0 g/cm³.


Muskovit
Muskovit-Varietät Serizit

Entstehung und Verbreitung von Muskovit

Muskovit ist ein metamorph gebildetes Mineral, das aus der Umwandlung unter hohen Temperaturen und Druckverhältnissen aus Tonmineralen hervorgeht. Aus diesem Grund findet sich der helle Glimmer auch als Gemengeteil in vielen metamorphen Gesteinen, ist aber auch in insbesondere sauren Erstarrungsgesteinen enthalten; bspw. in Quarzit, Glimmerschiefer, Anorthosit, Granodiorit, Granit, Grauwacke, Lapislazuli und Marmor.
Gelegentlich ist Muskovit Bestandteil von Sedimentgesteinen, wobei das Mineral in diesem Fall ursprünglich aus physikalisch verwitterten, muskovithaltigen Gesteinen entstammt.
Zusammen mit Muskovit können Feldspat, Aquamarin, Apatit, Kassiterit, Biotit, Magnetit, Quarz, Siderit, Schörl, Elbait, Fluorit und Topas auftreten.
Bedeutende Fundorte von Muskovit befinden sich z.B. in Grönland; Skandinavien; Schottland; England; Irland; Frankreich; Belgien; Harz, Löbau, Altenberg, Ehrenfriedersdorf, Johanngeorgenstadt, Vogtland, Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald, Siegerland, Eifel, Spessart, Odenwald, Pforzheim, Oberwolfach, Haslach und Kaiserstuhl/Deutschland; Wallis, Graubünden/Schweiz; Brixlegg, Hohe Tauern, Katschberg, Koralpe, Graz, Leoben, Eisenerz, Fischbacher Alpen/Österreich; Portugal; Spanien; Italien; Tschechien, Slowakei; Slowenien; Ukraine; Türkei; Marokko; Elfenbeinküste; Ghana; Äthiopien; Tansania; Sambia; Russland; Georgien; Kasachstan; Afghanistan; Pakistan; Indien; China; Japan; Indonesien; Australien; Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika.


Muskovit
Muskovitkristalle

Verwendung von Muskovit

Muskovit findet vor allem Einsatz in elektrischen Isolatoren, Farben, Poliermitteln und ist Bestandteil besonders gegen hohe Temperaturen beständige Fenster.
Weiterhin wird Muskovit fein pulverisiert als glänzendes Pigment in diversen Kosmetikprodukten eingesetzt, aufgelistet in den Inhaltsstoffen als Mica.


Nachweis von Muskovit

Muskovit ist gegenüber Salz- und Schwefelsäure resistent. Im Elektroofen schmilzt das Mineral bei 1.320 °C. Muskovit fluoresziert nicht, der Pleochroismus ist schwach ausgeprägt und erscheint grünblau, gelbbraun und grüngelb.



Siehe auch:
Muskovit und Biotit unterscheiden
Alltägliches - Kosmetik aus Mineralen: Muskovit alias Mica
Katzensilber


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - muscovite

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 5. September 2017



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