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Mondstein Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Mondstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: moonstone | französisch: Pierre de Lune


Mondstein
Mondstein-Cabochon

Der Name Mondstein geht auf den blau-weißen Schimmer des Minerals zurück, der an die hell erleuchtete Mondoberfläche erinnert.


Eigenschaften von Mondstein

Mit der chemischen Zusammensetzung K(AlSi3O8) ist Mondstein ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate. Innerhalb der Silikatmineralien zählen Mondsteine zu den Feldspäten, ferner zu den Kalifeldspäten.
Mondstein kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend. Die Kristalle von Mondstein sind prismatisch, säulig oder dicktafelig (spatig); mitunter auch zu Zwillingen miteinander verwachsen. Die Aggregate erscheinen körnig oder massig.
Die Farbe von Mondstein variiert zwischen farblos, weiß, gelb (gelegentlich auch Edelorthoklas genannt), pfirsischfarben, rosa, grau und in seltenen Fällen auch grün und braun. Das gemeinsame Merkmal aller Mondsteine ist der bläulich-weiß, leicht silbrig wirkende Schimmer auf der Steinoberfläche. Die Strichfarbe von Mondstein ist trotz der Farbvielfalt stets weiß.
Mondsteine sind von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz, der Glanz perlmutt- oder glasartig mit bläulichem Schimmer. Die Spaltbarkeit der Orthoklas-Varietät ist vollkommen, der Bruch ist uneben bis muschelig-spröde. Die Mohshärte von Mondsteinen beträgt 6 bis 6,5 bei einer Dichte von 2,56 bis 2,58 g/cm3.



Entstehung und Verbreitung von Mondsteinen

Wie andere Feldspäte auch, kristallisiert Feldspat aus magmatischen Restschmelzen aus (Näheres siehe: Die Entstehung von Mineralien).
Das für Mondstein typische Schimmern ist eine Folge der Lamellenstruktur im Mineral, die sich bei Lichteinfall durch Lichtbrechung und Streuung in Form eines bläulich-weißen Schimmerns äußert (sog. Adulareszenz).
Nennenswerte Vorkommen von Mondsteinen befinden sich u.a. in Larvik und Iveland/Norwegen, Niederschlesien/Polen, Nieder- und Oberösterreich, Tirol/Österreich, Myanmar, Jharkhand/Indien, Queensland/Australien sowie an der Ost- und Nordostküste der USA.



Verwendung und Bedeutung von Mondstein

Mondsteinen kommt hauptsächlich die Bedeutung als Zier- und Schmuckstein zu. Um das Schillern zu betonen, werden Mondsteine insbesondere zu Trommelsteine, Donuts, Perlen und Cabochons geschliffen. Durch die glatten, ebenen Oberflächen kommt die Adulareszenz bestmöglich zur Wirkung.
Andere Schliffe, die sich durch zahlreiche Facetten auszeichnen, werden bei Mondsteinen seltenst angewendet. Der Grund: das Mineral ist zu spröde und zu splitternd in der Verarbeitung. Mondsteinschmuck in Form von Ketten, Anhängern, Steinen in Ringen und Ohrringen, Armbändern ist deshalb mit Vorsicht zu behandeln, damit der Stein nicht beschädigt wird.
Daneben werden Mondsteine als Heilsteine verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Mondstein in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Mondsteine kaufen

Auf dem Edelsteinmarkt gelten Mondsteine, die sich durch eine farblose bis weiße Grundfarbe und eine hohe Reinheit auszeichnen, als besonders wertvoll. Einschlüsse von anderen Mineralien oder Gasen wirken sich nachteilig auf das mondlichtartige Schimmern von Mondsteinen aus. Die beste Qualität bieten Mondsteine, die aus Indien stammen, was sich entsprechend im Preis der Mondsteine niederschlägt.
Vorsicht beim Kauf von Mondsteinen ist geboten, wenn die Rede von schwarzen, blauen, weißen Mondsteinen oder Regenbogenmondstein und Kanadischem Mondstein ist. Hierbei handelt es sich um Handelsnamen, d.h. hinter den Bezeichnungen stehen andere Mineralien als Mondsteine, die durch den Namen Mondstein scheinbar aufgewertet werden. Blauer Mondstein ist der Handelsnamen von Chalcedon, während sich hinter schwarzem Mondstein das Mineral Labradorit versteckt - genau wie bei weißen Mondsteinen und Regenbogenmondsteinen. Hinter dem Begriff Kanadischer Mondstein verbirgt sich ein weiterer Feldspat-Vertreter; namentlich Albit.



Nachweis von Mondstein

Neben Imitationen können Mondsteine mit einer Reihe weiterer Mineralien verwechselt werden, darunter zum Beispiel Milchopale, Albit, Chalcedon und weißer Labradorit
Eine Möglichkeit, ähnlich aussehende Mineralien von echten Mondsteinen zu unterscheiden ist die Prüfung auf Fluoreszenz. Mondstein fluoresziert unter langwelligem UV-Licht blau und unter kurzwelligem UV-Licht erscheint Mondstein orange und blau. Wird Mondstein zudem Röntgenstrahlen ausgesetzt, dann leuchtet das Mineral weiß bis violett auf.


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Siehe auch:
Wassersteine
Kristallwasser
Fulgurit


Quellen:
- Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
- www.mindat.org

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Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2019

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