Logo

Malachit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Malachit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: malachite | französisch: malachite



Malachit
Malachit mit Azurit

Die früheste Erwähnung des Minerals Malachit geht auf den römischen Gelehrten Plinius der Ältere (23 bis 79) zurück. In seinem Werk "Naturalis historia" beschreibt Plinius d.Ä. das grüne Mineral, das seinen Namen sowohl der Farbe als auch der geringen Härte zu verdanken hat. Malache wird aus dem Griechischen mit "grün" übersetzt - angelehnt an die Farbe sattgrüner Malvenblätter, und malakos ist die Vokabel für "weich".


Eigenschaften von Malachit

Das Mineral Malachit zählt zur Klasse der Carbonate, dessen Zusammensetzung über die chemische Formel Cu2[(OH)2CO3] definiert wird.
Die charakteristische Farbe von Malachit ist ein intensives Grün. Daneben gibt es Exemplare, die hellgrün, aber auch schwarz- oder smaragdgrün sein können. Infolge des schalenartigen Aufbaus kann das Malachitgrün von helleren und dunkleren Bändern durchzogen sein. Ursache für die Farbe ist Kupfer, das bis zu 57 % im Malachit enthalten sein kann. Die Strichfarbe ist hellgrün.
Das Mineral gehört zum monoklinen Kristallsystem und bildet kleine, nadelige Aggregate aus. Der Habitus ist knollig, traubig, stalaktitisch, mitunter bildet Malachit auch krustenartige Platten.
Mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4 zählen Malachite zu den mittelharten Mineralen. Ein Edelstein ist Malachit aufgrund der Härte nicht. Entscheidend für das Prädikat Edelstein ist die Härte, die auf der Mohs´schen Skala über 7 liegen muss. Mineralien mit einer geringeren Härte werden als Schmucksteine bezeichnet. Bis vor wenigen Jahren war vor allem in der Schmuckbranche der Begriff Halbedelstein geläufig. Die Spaltbarkeit ist vollkommen und der Bruch ist muschelig. Malachit weist eine glasartigen Glanz auf, der poliert auf Seidenglanz gesteigert werden kann. Die Dichte von Malachit beläuft sich auf 3,75 bis 3,95 g/cm3, die Transparenz ist undurchsichtig, aber auch durchscheinend.



Malachit
Malachit

Entstehung und Verbreitung von Malachit

Malachite sind Sekundärminerale, die aus der Verwitterung kupferhaltiger Gesteine wie Kupferkies hervorgehen. In die Oxidationszone von Kupferlagerstätten eindringendes karbonathaltiges Wasser reagiert mit den metallreichen Erzen. Dabei fließt überschüssiges Wasser ab, oxidiert an anderer Stelle, weshalb Malachit auch als Lösungsprodukt in Sandsteinen vorhanden sein kann oder als Überzug an Stalaktiten.
Die Vorkommen von Malachit werden von einer Reihe weiterer Minerale begleitet, allen voran von blauem Azurit, Chrysokoll, Shattuckit, Cuprit, Goethit, Calcit, gediegen Kupfer und Limonit.
Finden kann man das grüne Mineral zum Beispiel in Norwegen; Schweden; Schottland; England; Irland; Frankreich; Deutschland; Tschechien; Slowakei; Spanien; Schweiz; Österreich; Italien; Ungarn; Griechenland; Kongo; Namibia; Kasachstan; Russland; Iran; Afghanistan; Mongolei; China; Japan; Australien; Südamerika; Mexiko und in den USA.



Malachit
Malachit mit typischer "Marmorierung"

Verwendung und Bedeutung von Malachit

Malachit ist eines der Minerale, das schon lange von Menschen verwendet wird.
Pulverisiert fand Malachit bereits in der Antike Gebrauch als grüner Lidschatten, wurde aber als Pigment ebenso in der Malerei genutzt.
Beeindruckend ist auch die Verwendung von Malachit als Wandvertäfelung. In russischen Zarenpalästen wurden ganze Wände mit dem grünen Mineral verkleidet, genau wie im Kreml in der Hauptstadt Russlands, in Moskau, ganze Säulen mit Malachit verziert wurden.
Zudem ist Malachit ein beliebter Werkstoff im Kunstgewerbe, das aus dem Stein diverse Gegenstände fertigt - Dekoobjekte und Tiere werden aus Malachit gemacht genau wie es Tischplatten und Vasen aus Malachit zu kaufen gibt.
Nicht zuletzt ist Malachit ein beliebter Schmuckstein - Ketten, Armbänder, Anhänger, Ringe, zu Perlen verarbeitet oder Ohrringe. Kein Schmuckstück, das nicht auf Malachit setzt. Da Malachit ein vergleichsweise empfindlicher Stein mit geringer Härte ist, sollte Malachitschmuck mit Vorsicht behandelt werden. In Schmuck eingefasster Malachit wird oftmals mit Wachsen oder Harzen überzogen, um dem Mineral eine gewisse Härte zu verleihen. Damit die Oberflächenbehandlung von Dauer ist, sollte Malachitschmuck nicht in Kontakt mit Reinigungsmitteln oder Kosmetik kommen. Zudem wird empfohlen, Malachite vor Sonnenlicht geschützt aufzubewahren, das Licht den Stein ausbleichen kann.
Des Weiteren wird Malachit als Heilstein gehandelt, ohne dass die Heilwirkung von Malachit in klinischen Studien belegt werden konnte.
Neben echten Malachiten gibt es auch Fälschungen; dabei handelt es sich vorrangig um eingefärbten Marmor oder Achat, aber auch Jaspis. Letzteres Mineral ist auch gemeint, wenn die Rede von rotem Malachit ist. Rote oder blaue Malachite sind keine Varietät des Kupferminerals. Malachite existieren ausschließlich in Grüntönen. Blauer Malachit ist ein Handelsname für Azurit.



Nachweis und Bestimmung von Malachit

Malachit ist in Salzsäure und Ammoniak löslich. Bei höheren Temperaturen verliert der Malachit den Glasglanz.
Der Pleochroismus von Malachit ist farblos bis grün. Die Fluoreszenz ist nicht vorhanden.

Sonstiges: Bei der Verarbeitung von Malachit sollte stets ein Mundschutz getragen werden, insofern der anfallende stark kupferhaltige Staub giftig ist. Gleiches gilt für Wasser, in dem sich Malachit befindet.



Werbung: Malachit kaufen - Unsere Empfehlung

*

Siehe auch:
Pseudomalachit
Grüne Diamanten
Grünfluss, Blaufluss, Purpurfluss und Goldfluss


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München**
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
www.mindat.org - malachite

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2019

Unsere Mineralien-Empfehlungen

Grüner Fluorit Oktaeder

Fluorit Oktaeder in grüner Farbe

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe