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Magnetit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Magnetit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung


englisch: magnetite | französisch: magnétite


Magnetit
Magnetitkristall an einem Stabmagnet

Bereits Plinius d.Ä. (25 bis 79) beschrieb seinerzeit das Mineral Magnetit, nannte das Mineral aber Magnetis. Daraus abgeleitet entwickelte sich der seit 1845 übliche Name Magnetit.

Eigenschaften von Magnetit

Das Oxidmineral Magnetit ist ein Vertreter der Spinellgruppe mit der chemischen Zusammensetzung Fe3O4.
Die Farbe von Magnetit ist schwarz. Die Strichfarbe ist auch schwarz, aber leicht glänzend.
Magnetite kristallisieren dem kubischen Kristallsystem folgend. Die Form der Kristalle gleicht Oktaedern und Rhombendokaedern. Die Aggregate erscheinen kantengerundet-würfelig, körnig, dicht und massig, gelegentlich sind auch Zwillinge möglich.
Magnetit ist von metallischem Glanz, kann aber auch matt sein. Die Transparenz ist undurchsichtig. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Die Mohshärte von Magnetit beträgt 5,5 bei einer Dichte von 5,2 g/cm3.



Magnetit
Magnetit

Entstehung und Verbreitung von Magnetit

Magnetit ist ein Mineral, dessen Bildung an hohe Temperaturen gebunden ist. Als magmatisches Mineral kristallisiert Magnetit bei etwa 600 °C aus. Magnetit entsteht des Weiteren durch Kontaktmetamorphose, wenn kalk-, sulfid- und silikathaltige Gesteine durch magmatische Gase überprägt werden (sog. Kontaktpneumatolyse). In Sedimenten kann Magnetit aufgrund der Verwitterungsstabilität ebenfalls enthalten sein.
Magnetit ist weiterhin als Gemengteil in nahezu allen magmatischen Gesteinen enthalten; darunter zum Beispiel in Basalt, dem Gestein, aus dem der Meeresgrund der Weltozeane besteht. Interessant ist die Verteilung der Magnetitkristalle des untermeerischen Basalts. Basalt als magmatisches Gestein tritt nicht nur an der Erdoberfläche zutage, auch im Meer wird stetig durch untermeerischen Vulkanismus neuer Basalt gebildet. Der im Basalt vorkommende Magnetit orientiert sich bei der Kristallisation am magnetischen Nord- und Südpol. Da diese beiden Punkte nicht ortsfest sind und der Lage variieren, zeigt die Ausrichtung der Magnetitkristalle im Basalt auch die Änderung der magnetischen Pole an.
An der Atmosphäre verwittert Magnetit mit der Zeit zu Limonit, gelegentlich auch zu Hämatit.
Magnetit ist auf der Erde weit verbreitet, so bspw. in Grönland und Skandinavien; auf den Britischen Inseln; in West-, Süd- und Mitteleuropa; Kenia; Tansania; Sambia; Namibia; Südafrika; Madagaskar; Türkei; Ukraine; Russland; Kasachstan; Iran; Afghanistan; Mongolei; Indien; China; Japan; Australien; Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika.
Zusammen mit Magnetit sind Funde von Hämatit, Ilmenit, Apatit, Olivin, weiteren Vertretern der Spinellgruppe, Titanit, Basalt, Gabbro und Diabas möglich.



Magnetit
Magnetit auf Glimmerschiefer


Bedeutung und Verwendung von Magnetit

Magnetit ist von besonderem Interesse für die Wissenschaft, insofern anhand von magnetithaltigen Basalten am Meeresgrund die Theorie der Kontinentalverschiebung nachgewiesen werden konnte und auch die Verschiebung der Pole belegt werden kann.
Mit einem Anteil von etwa 70 % Eisen ist Magnetit von großer Bedeutung für die Erzgewinnung. Pulverisiert dient das Mineral als farbgebendes Pigment in Lacken und Anstrichen.



Nachweis von Magnetit

Der einfachste, mit geringstem Aufwand zu erreichende Test ist die Prüfung des Minerals auf Magnetismus.
Magnetit zeigt in der offenen Flamme keine Auflösungserscheinungen, schmilzt erst bei 1527 °C im Elektroofen.
Bei der Erhitzung des Minerals auf 580 °C fängt Magnetit an, rot zu glühen. Anschließendes, schnelles Abkühlen führt dazu, dass Magnetit nicht länger magnetisch ist, erst nach vollständiger Erkaltung des Minerals zeigt sich der Magnetismus wieder.



Siehe auch:
Das älteste Gestein der Welt
Das Gestein des Jahres
Almandin (Granat) und Magnetit unterscheiden



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - magnetite

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 25. September 2017



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