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Magnesit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Magnesit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: magnesite | französisch: magnésite



Das Mineral Magnesit wurde im Jahr 1808 erstmals beschrieben und von Dietrich Ludwig Gustav Karsten (1768 bis 1810), seines Zeichens Mineraloge aus Deutschland, auf den Namen Magnesit getauft. Namensgebend ist das Metall Magnesium, das wesentlicher Bestandteil des Minerals ist. In der Vergangenheit war Magnesit auch unter der Bezeichnung Bitterspat bekannt, was auf den bitteren Geschmack von Magnesium zurückzuführen ist, der sich ebenfalls bei Mineralwasser mit hohen Magnesiumgehalten bemerkbar macht.



Eigenschaften von Magnesit

Magnesit ist mit der chemischen Zusammensetzung MgCO3 (Magnesiumcarbonat) ein Vertreter der Mineralklasse der Carbonate.
Die Farbe von Magnesit reicht von farblos und weiß bis hin zu gelb, braun, und schwarz – wobei intensive Braun- und Schwarzfärbungen des Minerals auf hohe Eisengehalte schließen lassen. Häufig ist Magnesit von grauen bis schwarzen Adern durchzogen. Weitere Metalle, die Einfluss auf die Färbung von Magnesit haben, sind Calcium und Mangan. Die Strichfarbe ist dennoch weiß.
Magnesit kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet rhomboedrische, tafelige und spatige (rautenförmig, siehe Synonym Bitterspat) Kristalle aus. Die Aggregate sind körnig, nierig, massig oder weisen die Form einer Knolle (sog. Magnesitknolle).
Der Glanz von Magnesit ist matt bis glasartig bei durchsichtiger bis undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch ist muschelig bis uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Mit einer Mohshärte von 3 bis 4 ist Magnesit ein weiches Mineral, dessen Dichte 3,0 bis 3,1 g/cm3 beträgt.



Entstehung und Verbreitung von Magnesit

Magnesit kann sowohl hydrothermalen als auch metamorphen und metasomatischen Ursprungs sein; deshalb ist Magnesit häufig in Gängen und Pegmatiten zu finden. Die weltweit sehr häufigen Vorkommen von Magnesit sind mit einer Vielzahl weiterer Mineralien vergesellschaftet, darunter unter anderem Dolomit, Calcit, Talk, Chlorit, Antigorit und Ankerit vergesellschaftet.
Die bedeutendsten Lagerstätten von Magnesit befinden sich in Schweden, England, Frankreich, Göttingen, Fichtelgebirge, Eifel, Bensheim, Hegau und Oberwolfach/Deutschland, Schweiz, Zillertal, Hohe Tauern, Salzburg, Gurktaler Alpen, Leoben, Weiz, Mitterdorf, Erzberg und Mostviertel/Österreich, Spanien; Italien, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Griechenland, Türkei, Russland, Ägypten, Äthiopien, Tansania, Kongo, Namibia, Südafrika, Saudi-Arabien, Kasachstan, Afghanistan, Mongolei, China, Japan, Australien, Neuseeland, Argentinien, Chile, Brasilien, Mexiko, Kanada und in den USA.



Verwendung und Bedeutung von Magnesit

Bedingt durch die Tatsache, dass Magnesit bis zu 29 % aus Magnesium besteht, ist das Mineral ein wertvoller Rohstoff in der Magnesiumgewinnung. Ferner dient Magnesit als mineralischer Rohstoff in der Herstellung von Papier, Glas und feuerfestem Porzellan und Ziegeln. Magnesit zeichnet sich durch eine äußerst hohe Hitzebeständigkeit bis zu 3.000 °C aus, weshalb Magnesit zum Einsatz bei der Fertigung von feuerfesten Sintermagnesit-Ziegeln verwendet werden. Mit derartigen Ziegeln werden nicht nur Hochtemperaturöfen ausgekleidet, sondern auch in Nachtspeicherheizungen verwendet.
Magnesit ist auch im Schmuckbereich von Interesse. Bedingt durch den porösen Charakter ist Magnesit in der Lage, färbende Flüssigkeiten aufzusaugen. Am häufigsten wird Magnesit mit blaugrüner Farbe geimpft, und als Türkis-Imitation- bisweilen unter dem Namen Türkinit - verkauft, das dem Mineral täuschend ähnlich sieht. Nicht zuletzt aufgrund der braun-schwarzen Adern, die Magnesit durchziehen. Da Magnesit per se sehr empfindlich ist und sehr weich ist, wird Magnesit, der zu Handschmeichlern, Trommelsteinen oder Schmuck (Kette, Ringe, Ohrringe, Armbänder, Anhänger, Donuts) mit Wachsen, Harzen und Ölen behandelt, um den Mineral eine Schutzschicht zu verleihen. Aufgrund der geringen Härte gilt Magnesit auch nicht als Edelstein, sondern als Schmuckstein. Schmucksteine wurden bis vor wenigen Jahren noch als Halbedelsteine gehandelt, wurden aber wegen des negativen Beigeschmacks in Schmucksteine umbenannt.
Magnesit wird vor allem zu Steinen mit glatt polierter Oberfläche verarbeitet. Facettenschliffe sind der Härte wegen selten und finden nur bei durchsichtigen Exemplaren Anwendung.
Daneben wird Magnesit als Wasserstein für die Zubereitung von Kristallwasser/Edelsteinwasser verwendet und als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Magnesit in klinischen Untersuchungen nachgewiesen werden konnte.



Magnesit und Howlith

Magnesit und Howlith sind diejenigen Mineralien, die am häufigsten zur Imitation von Türkisen verwendet werden. Beide Steine sind porös und nehmen die grüne, blaue oder türkise Farbe von Türkisen sehr gut an.
Die Unterscheidung von Magnesit und Howlith ist auf den ersten Blick schwierig. Naturbelassener Howlith und Magnesit sind durch die gleichen Farben und eine feine Äderung bzw. Marmorierung gekennzeichnet. Eingefärbt ist zudem der Unterschied zu echtem Türkis nur schwer auszumachen.
Das Mineral Howlith ist mit einer Mohshärte von 3 bis 3,5 geringfügig weicher als Magnesit mit 3,5 bis 4.
Gewissheit, um welches Mineral es sich handelt, liefert der Test in Salzsäure. Während Howlith sich unter der Säure in ein Gel verwandelt, schäumt Magnesit unter Gasbildung auf.



Nachweis von Magnesit

Magnesit ist in Salzsäure löslich, schäumt dabei auf, da enthaltenes CO2 freigesetzt wird. Unter UV-Licht fluoresziert Magnesit grünlich bis bläulich.


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Siehe auch:
Mineralien im Mineralwasser
Erz
Gefälschte Edelsteine und Manipulationen



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- www.mindat.org - magnesite

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Letzte Aktualisierung: 9. November 2018

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