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Kyanit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Kyanit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: kyanite | französisch: disthéne


Kyanit
Kyanit

Ein Mineral mit zwei Namen. Während der Name Kyanit auf die cyanblaue Farbe des Minerals zurückzuführen ist, bezieht sich die alternative Bezeichnung Disthen auf die Eigenschaft des Minerals, zwei unterschiedliche Mohshärten in verschiedenen Richtungen aufzuweisen (dis – zweimal, sthenos – Stärke).
Erstmals erwähnt wurde der Name Kyanit im Jahr 1789 in den Aufzeichnungen des deutschen Mineralogen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817). Jahre später, 1801, erwähnte sein französischer Kollege René-Just Haüy (1743 bis 1822) dasselbe Mineral unter dem Namen Disthen.


Eigenschaften von Kyanit

Kyanit ist ein Silikatmineral mit der chemischen Zusammensetzung Al2O(SiO4).
Wie bereits aus dem Namen des Minerals hervorgeht, ist die Farbe von Kyanit hauptsächlich blau, graublau und blaugrün (Chromcyanit|Handelsname: Pfauen-Kyanit), kann aber auch gelb, rosa, schwarz, braun oder weiß sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Kyanit kristallisiert im triklinen Kristallsystem und bildet langsäulige, flachtafelige Kristalle. Häufig sind diese gestreift und zu Berührungszwillingen verwachsen. Die Aggregate des Minerals sind strahlig bis blättrig oder derb-massig.
Disthen bzw. Kyanit ist von vollkommener Spaltbarkeit, der Bruch ist faserig spröde. Die Transparenz von Kyanit ist durchsichtig bis durchscheinend, der Glanz ist glasartig bis matt, auf den Spaltflächen ähnelt der Glanz dem von Perlmutt. Die Mohshärte variiert innerhalb des Minerals – in der vertikalen Richtung beträgt die Härte 4 bis 4,5 und horizontal beläuft sich die Härte auf 6 bis 7. Die Dichte wird mit 3,53 bis 3,69 g/cm3 angegeben.


Kyanit
Disthen

Entstehung und Verbreitung von Kyanit

Disthen bzw. Kyanit ist ein Mineral metamorphen Ursprungs, gut zu erkennen anhand der Schieferung des Minerals. Aufgrund der Tatsache, dass Kyanit unter Hochdruckbedingungen gebildet wird, dient das Mineral der Abschätzung des Metamorphosegrades (Leitmineral). Deshalb ist Kyanit u.a. in Eklogit, Glimmerschiefer und Gneis enthalten.
Begleitend zu den Vorkommen von Disthen können unter anderem folgende Minerale mit Kyanit vergesellschaftet sein: Glimmer, Sapphirin, Kornerupin, Rubin und Saphir (Korund-Gruppe), Andalusit, Rutil, Staurolith und Zoisit.
Nennenswerte Vorkommen befinden sich unter anderem in Grönland; Skandinavien; Schottland; Irland; Frankreich; Oberpfälzer Wald, Niederzissen, Wachtberg und Finkenberg/Deutschland; Zermatt, Tessin und Davos/Schweiz; Zillertal, Stubachtal, Gurktaler Alpen, Klagenfurt, Saualpe, Koralpe, Fischbacher Alpen, Mostviertel und Waldviertel/Österreich; Tschechien; Slowakei; Ukraine; Türkei; Tansania; Kongo; Naimbia; Südafrika; Afghanistan; Pakistan; China; Australien; Brasilien; Bolivien und in den USA.


Kyanit
Kyanit im Detail

Verwendung und Bedeutung von Kyanit

Das Mineral Kyanit wird teilweise zu Schmuck verarbeitet, der faserige Bruch und die unterschiedlichen Härten erschweren jedoch die Bearbeitung. Zudem wird Kyanit für die Fertigung feuerfester und säureresistenter Produkte verwendet.


Nachweis von Kyanit

Kyanit löst sich, wenn auch nur schwer, in Fluorwasserstoffsäure auf.
Daneben weist Kyanit eine rote Fluoreszenz auf, genau wie der Pleochroismus vorhanden ist und intensiv in hell- bis dunkelblau, mitunter auch in weiß, erscheint.


Sonstiges

Bedingt durch die blaue Farbe liegt die Verwechslung mit anderen blauen Mineralen nahe, insbesondere Aquamarin, Benitoit, Cordierit, Saphir, Dumortierit und Indigolith.


Siehe auch:
Hildegard von Bingen und die Heilsteine
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
Minerale kaufen und tauschen


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Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - kyanite

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Letzte Aktualisierung: 20. September 2018

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