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Kunzit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Kunzit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: kunzite | französisch: kunzite

KunzitDie erste Funde des Minerals Kunzit gehen auf das Jahr 1902 zurück. Der für das Schmuckunternehmen Tiffany & Co. tätige US-amerikanische Mineraloge Dr. George Frederick Kunz (1856 bis 1932) entdeckte das nach ihm benannte Mineral am Pala, einem 636 m hohen Berg im Süden von Kalifornien/USA.

Eigenschaften von Kunzit
Kunzit wird mit der chemischen Zusammensetzung LiAl(Si2O6) der Mineralklasse der Silikate zugeordnet. In der weiteren Unterteilung ist Kunzit eine Varietät von Spodumen, genau wie die Minerale Hiddenit und Triphan.
Die Farbe von Kunzit variiert von rosa, rosaviolett bis violett. Aufgrund der Farbe und der Lithium-Gehalte wird Kunzit mitunter auch als Lithium-Amethyst bezeichnet. Das farbgebende Element von Kunziten ist dennoch Mangan. Farblich nicht perfekte, grün- oder braunviolette Kunzite können durch Erhitzen auf 400°C qualitativ ausgebessert werden. Die Strichfarbe von Kunzit ist weiß.
Kunzite kristallisieren im monoklinen Kristallsystem. Kunzitkristalle sind dicktafelig und säulig, weisen zudem eine vertikale Riefung auf. Die Aggregate sind massig, derb, spätig oder stengelig.
Der Glanz des Silikatminerals ist glasartig, auf den Spaltflächen zeigt sich ein perlmuttähnlicher Glanz. Die Transparenz ist durchscheinend bis durchsichtig. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Die Mohshärte beträgt 6,5 bis 7 bei einer Dichte von 3,1 bis 3,2 g/cm3.

Kunzit Entstehung und Verbreitung von Kunzit
Die Bildung von Kunziten steht in engem Zusammenhang mit lithiumreichen Granitpegmatiten.
Turmaline, insbesondere Rubellit und das Glimmermineral Lepidolith sind mit Kunzit vergesellschaftete Minerale. Der Farbe wegen besteht die Möglichkeit der Verwechslung mit Amethyst, Topas, Skapolith, rosa eingefärbtem Glas, Zirkonia und Amblygonit.
Bedeutende Vorkommen befinden sich z.B. in Island; Västerbotten/Schweden; Vaasa/Finnland; Nuristan/Afghanistan; Pakistan; Sri Lanka; Myanmar; Nigeria; Fianarantsoa, Antananarivo/Madagaskar; Simbabwe; Minas Gerais/Brasilien; New Hampshire, Kalifornien, South Dakota, Connecticut, Maine/USA; Tungsten/Kanada.

Verwendung und Bedeutung von Kunzit
Auch wenn Kunzit ein potentielles Lithiumerz ist, ist das Mineral der Seltenheit wegen vorrangig als Edelstein von Bedeutung. Um die Farbe und Reinheit des Minerals zu betonen, werde Kunzite vor allem in facettierten Schliffen gehalten. Die Bearbeitung des Minerals erfordert viel Erfahrung, Fingerfertigkeit und Aufmerksamkeit. Beim Schleifen können mitunter hohe Temperaturen entstehen, welche die 300 °C-Marke nicht überschreiten dürfen. Oberhalb dieser Temperatur geht die Farbe von Kunziten verloren; eine nicht unwichtige Tatsache, die auch bei Farbkorrektur mittels Brennen (d.h. vorsichtiges Erhitzen von Mineralen) nicht vernachlässigt werden sollte.
Hochwertige Exemplare der besten Qualität erzielen auf dem Edelsteinmarkt Preise, die mit Edelsteinen wie Rubin, Smaragd und Diamant mithalten können.
Die größten und schönsten Kunzite befinden sich heute in den Sammlungen des Natural History Museum in London/England; American Museum of Natural History in New York/USA sowie der Tiffany Company in den USA.

Nachweis von Kunzit
Kunzit wird bei Kontakt mit Flußsäure oberflächlich angeätzt und färbt die Flamme vom Lötrohr rot. Die Fluoreszenz erscheint in orange bis rot, der Pleochroismus erscheint farblos, hellrot bis blauviolett.

Siehe auch:
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von Farbedelsteinen
Aufbewahrung und Lagerung von Mineralien und Edelsteinen
Rosa und pinke Diamanten

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - kunzite
- "Kunzite the Precious" by William B. Gross

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 7. August 2017

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