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Kryolith Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Kryolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung


englisch: cryolite | französisch: cryolite


Das Mineral Kryolith wurde im Jahr 1799 in Ivittuut im Südwesten von Grönland entdeckt. In Anlehnung an die Ähnlichkeit mit gefrorenem Eis wurde der aus dem Griechischen übernommene Name Kryolith – Eisstein gewählt.


Eigenschaften von Kryolith

Kryolith wird aufgrund der chemischen Zusammensetzung (Na3AlF6) der Mineralklasse der Halide zugeordnet.
Die Farbe von Kryolith variiert – kann sowohl farblos bzw. wasserklar, aber auch weiß, gräulich, bräunlich, gelblich oder rötlich sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Kryolith kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Kryolithkristalle sind pseudokubisch oder prismatisch, auch zu Zwillingen miteinander verwachsen. Die Aggregate des aluminiumhaltigen Minerals sind körnig oder massig.
Der Glanz von Kryolith ist glasartig bis fettig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch des Minerals ist uneben, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Mit einer Mohshärte von 2,5 zählt Kryolith zu den weicheren Mineralen, das spezifische Gewicht beträgt 2,97.


Entstehung und Verbreitung von Kryolith

Kryolith ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, das aus magmatischen Schmelzen zu einem vergleichsweisen späten Zeitpunkt bzw. im niedrigtemperierten Stadium – so genanntes hydrothermales Stadium – bei Temperaturen unterhalb von etwa 400 °C auskristallisiert. Der bevorzugte Ort der Entstehung von Kryolithen sind Pegmatite mit saurem Chemismus.
Als geologisches Thermometer kann Kryolith auch bei Temperaturen über 560 °C gebildet werden. Das eindeutige Merkmal dieser Entstehungstemperatur ist neben den besonders klaren Kristallen die Form der Kristalle. Während „normaler“ Kryolith im monoklinen Kristallsystem kristallisiert, bildet höher temperierter Kryolith Kristalle dem kubischen Kristallsystem folgend aus.
Häufig nimmt Kryolith die äußere Gestalt anderer Minerale an und zeigt Pseudomorphosen nach Siderit, Pyrit, Quarz, Galenit oder Kassiterit.
Begleitet wird Kryolith zudem von weiteren Mineralen wie Fluorit, Topas, Quarz, Pyrit, Zinkblende, Galenit, Siderit, Kassiterit, Sodalith, Natrolith, Chabasit und Ägirin.
Lange Zeit galt die Typlokalität Ivittuut in Grönland, d.h. der Ort des ersten Fundes, als weltweit einziges Kryolithvorkommen, auch erwähnt in Peter Hoegs 1992 veröffentlichtem Roman Fräulein Smillas Gespür für Schnee. Daneben sind jedoch weitere Lagerstätten in Norwegen; Zinnwald im Erzgebirge/Deutschland; Tschechien; Spanien; Kasachstan; Russland; Nigeria; Namibia; Brasilien; Kanada und in den USA bekannt.


Verwendung und Bedeutung von Kryolith

Kryolith wurde viele Jahre in Ivittuut des Aluminiums wegen abgebaut. Heute noch wird das Mineral als Rohstoff für die Herstellung von Emaille und Glas, auch für Glasaugen, sowie als Schleifmittel eingesetzt.


Nachweis von Kryolith

Um Verwechslungen mit ähnlich aussehenden Mineralen wie Baryt, Fluorit oder Anhydrit auszuschließen, kann Kryolith in die offene Flamme gehalten werden. Eventuell vorhandene Trübungen klären sich schnell, bei weiterer Erwärmung schmilzt Kryolith ohne weiteres. Aufgrund der Natriumgehalte von Kryolith, verfärbt sich die Flamme gleichzeitig gelb und das geschmolzene Mineral nimmt nach folgender Abkühlung die Form einer wasserklaren Kugel an, die später trüb wird. Wird Kryolith in Wasser gelegt, ist dieser nahezu unsichtbar, da Kryolith und Wasser den gleichen Brechungsindex von einfallendem Licht aufweisen. Zudem ist Kryolith in Schwefelsäure löslich, in Salzsäure hingegen nicht zwingend.


Siehe auch:
Eis ein Mineral?
Seltene Minerale
Kristallwasser


Quellen:
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
- www.mindat.org

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 4. Oktober 2017



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