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Kassiterit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Kassiterit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: cassiterite | französisch: cassitérite


Kassiterit
Kassiterit

Der Name Kassiterit wurde 1832 vom französischen Geologen und Mineralogen François Sulpice Beudant geprägt. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Griechischen und wird mit Zinnstein übersetzt (kassiteros), der auf die Zusammensetzung des Minerals verweist.


Eigenschaften von Kassiterit

Kassiterit ist ein Oxidmineral bestehend aus SnO2.
Die Farbe von Kassiterit variiert zwischen schwarz, braun bis gelb, rot, gelbbraun und rotbraun. Die Strichfarbe ist hellbraun bis nahezu weiß.
Kassiterit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem. Die Kristalle sind ein- und aufgewachsen, dipyramidal und gedrungen. Möglich sind ebenso langnadelige Kristalle wie bei Nadelzinn oder massige, faserige Kristalle des Holzzinns. Charakteristisch für Kassiterit sind senkrechte Streifen der Kristalle, die häufig zu Zwillingen oder Viellingen verwachsen sind.
Kassiterit weist Diamantglanz auf, auf frischen Bruchflächen zeigt sich Fettglanz. Die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig. Kassiterit bricht muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Die Mohshärte beträgt 6 bis 7, das spezifische Gewicht liegt bei 6,8 bis 7,1.


Entstehung und Verbreitung von Kassiterit

Kassiterit ist ein Mineral, das relativ spät aus granitischen Gesteinsschmelzen hervorgeht. Die Ausprägung entsprechender Kristalle ist bedingt durch die Temperaturen während der Kristallisation. Im Temperaturbereich von 400 bis 600°C (pneumatolytisches Stadium) werden prismatische Kristalle gebildet, unterhalb von 400 °C (hydrothermales Stadium) entstehen nadelige Kristalle.
Kassiterit ist deshalb in Pegmatiten und Greisen sowie in imprägnierten Gängen als sogenannter Bergzinn und in Form von Seifenzinn kantengerundet in Seifenlagerstätten zu finden.
Als Fundorte dokumentiert sind u.a. Grönland, Skandinavien; Schottland; England; Frankreich, Löbau, Altenberg, Ehrenfriedersdorf (Erzgebirge), Fichtelgebirge, Iserlohn, Bensheim und Oberwolfach/Deutschland; Schweiz; Schladming und Moschkogel/Österreich; Horní Slavkov/Tschechien; Slowakei; Spanien; Portugal; Ukraine; Kasachstan; Russland; Bolivien; Mexiko; Ruanda; Südafrika; Madagaskar; Namibia; Indonesien; Philippinen; Thailand; Argentinien; USA und Mexiko. Bereits in der Antike wurde auf Inseln des Vereinigten Königreiches Zinn abgebaut, weshalb diese mitunter die Bezeichnung Kassiterit-Inseln heißen.
Mit Kassiterit vergesellschaftete Minerale sind unter anderem Arsenopyrit, Arsenkies, Apatit, Fluorit, Scheelit, Molybdänit, Chalkopyrit, Bismutit, Muskovit und Biotit, Wolframit, Turmalin, Topas, Stannin, Quarz, Pyrit und Kupferkies.


Bedeutung und Verwendung von Kassiterit

Kassiterit ist mit einem Zinngehalt von 80 % ein bedeutsames Erz zur Gewinnung von Zinn.


Kassiterit und ähnlich aussehende Minerale

Die Gefahr der Verwechslung besteht mit Granat, Rutil, Magnetit, Ilmenit, Sphalerit und Turmalin, speziell die Varietät Schörl.


Nachweis von Kassiterit

Kassiterit fluoresziert nicht, der Pleochroismus ist unterschiedlich ausgeprägt, kann rot, gelb, grün und braun.
Das Mineral reagiert nicht auf Säuren und schmilzt nicht in der Flamme.


Siehe auch:
Erz
Schwarze Diamanten
Der Fluorit von Annaberg-Buchholz

Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - cassiterite

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Letzte Aktualisierung: 12. November 2018

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