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Hyazinth Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Hyazinth - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hyacinth/jacinth | französisch: hyacinth


Der Name Hyazinth ist altgriechischen Ursprungs und wird mit Jüngling übersetzt. Der griechischen Mythologie zufolge erscheint nach dem Tod des Jünglings Hyacinth eine Blume – die Hyazinthe.
Eine der frühesten Erwähnungen von Hyazinth im Zusammenhang mit Mineralien findet sich 1546 bei Georgius Agricola (1494 bis 1555, deutscher Geologe und Mineraloge) wieder: „Bei den Mineralogen bezeichnet das Wort Hyacinth einen Allgemeinbegriff, in welchen drei Edelsteingattungen verschmolzen sind: nämlich der Granat, welcher nichts anderes ist als ein Chrysolith; der Citrin, wahrer ein echter Hyacinth ist und der Venetianische Hyacinth, welcher unser Cyanus1 ist.“ Demzufolge handelt es sich nach Agricolas Definition bei dem Mineral Hyazinth um eine Vielzahl von Mineralien, die weder farblich noch im Hinblick auf die Zusammensetzung Gemeinsamkeit aufweisen. Erst 1810 erfolgte mit René-Just Hauy (1743 bis 1822, französischer Mineraloge) die Erhebung von Hyazinth zu einem eigenständigen Mineral.


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Eigenschaften von Hyazinth

Das Mineral Hyazith ist eine Varietät von Zirkon. Mit der chemischen Zusammensetzung ZrSiO4 ist Hyazinth ein Vertreter der Silikatmineralien.
Agricola umschrieb seinerzeit die Farbe von Hyazinth als „hyacinthroth“ - vergleichbar mit der Blütenfarbe roter Hyazinthen. Neben einem rötlichen Braun können Hyazinthe ebenfalls rotorange oder gelbrot sein. Die Strichfarbe ist in allen Fällen weiß.
Hyazinth kristallisiert dem tetragonalen Kristallsystem folgend und bildet prismatische Kristalle aus. Die Aggregate sind körnig oder massig.
Das Mineral Hyazinth ist von glas- bis diamantartigem Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Die Mohshärte von Hyazinth beträgt 6,5 bis 7,5, weshalb das Mineral der Definition eines Edelsteins entspricht. Die Dichte von Hyazinth beläuft sich auf 3,9 bis 4,8 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Hyazinth

Hyazinth ist ein Mineral vorrangig magmatischen Ursprungs, kann aber auch infolge der Verwitterung aus dem Muttergestein herausgelöst und in Sedimentgesteinen angelagert, in Gesteinen sedimentären Ursprungs vorkommen.
Neben Quarz und Granat sind vor allem Amphibole, Spinell, Topas, Kyanit, Korund und Turmalin mit Hyazinth vergesellschaftete Mineralien.
Hyazinth ist ein vergleichsweise selten vorkommendes Mineral, das bislang nur in Russland, China, Sri Lanka und in den USA gefunden wurde.


Verwendung und Bedeutung von Hyazinth

In der Vergangenheit ist Hyazinth vor allem als Heilstein bekannt geworden. Bereits Hildegard von Bingen arbeitete im 11. Jahrhundert im Rahmen ihrer Heilsteinkunde mit Hyazinthen, wenngleich nicht zwingend das Mineral Hyazinth nach heutigem Verständnis gemeint war. Auch heute noch wird Hyazinth als Heilstein gehandelt, wobei die Heilwirkung von Hyazinth in klinischen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.
Des Weiteren ist Hyazinth als Edelstein für Schmuck von großem Interesse.


1 = Cyanus steht für das Mineral Saphir, siehe Balmore de Valmont


Siehe auch:
Braune Diamanten - Fancy Diamanten
Farbedelsteine
Deep Russian Amethyst – Sibirischer Amethyst


Quellen:
⇒ Lehmann, E. (1810): Georg Agrikola´s Oryktognosie (De natura fossilium), übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen begleitet von Ernst Lehmann, königlicher Sächsischer Bergmeister und Zehndner zu Voigtsberg und Falkenstein, der Jenaischen Societät für die gesamte Mineralogie. Freyberg 1810
⇒ René-Just Haüy (1810): Lehrbuch der Mineralogie, 4. Teil
⇒ Valmont, Balmore (1769): Mineralogie, oder Neue Erklärung des Mineral-Reichs, darinnen jeder zu diesem Reich gehörige Körper, auch desselben Eigenschaften und Gebrauch angezeigt werden, mit Tabellen. 1. Teil.
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
www.mindat.org - Hyacinth


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Letzte Aktualisierung: 20. September 2018

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