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Heulandit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Heulandit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: heulandite | französisch: heulandite


Heulandit
Heulandit


Lange Zeit wurde das Mineral Heulandit für Stilbit gehalten, bis der deutsche Mineraloge Johann Friedrich August Breithaupt (1791 bis 1873) das Mineral im Jahr 1818 eingehend analysierte. Seitdem war das Mineral unter dem Namen Euzeolith bekannt, bis 1822 der englische Mineraloge Henry James Brooke (1771 bis 1857) das Mineral nach dem Sekretär der Geologischen Gesellschaft in London/England und Mineraliensammler John Henry Heuland (1778 bis 1856) benannte.


Eigenschaften von Heulandit

Heulandit ist mit der Zusammensetzung (A)Al2Si7O18·6H2O ein Mineral der Mineralklasse der Silikate, innerhalb derer ein Vertreter der Zeolithgruppe, speziell Blätterzeolithe, und bildet weiterhin die Heulandit-Gruppe.
Die Minerale der Heulandit-Gruppe werden unterschieden in

– entsprechend wird das namensgebende Element anstelle von „A“ in die Formel integriert.
Heulandit kann farblos sein, aber auch von weißer, oranger, rosa, roter, grauer oder brauner Farbe. Die Strichfarbe ist weiß.
Das Silikatmineral kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die Kristalle sind kurzsäulig, tafelig oder blättrig. Die Aggregate sind fächerförmig, schuppig, massig, derb oder spätig, vergleichbar mit Baryt.
Der Glanz von Heulandit ist glasartig, auf Spaltflächen auch perlmuttartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Die Spaltbarkeit des Minerals ist sehr vollkommen, der Bruch ist spröde und uneben. Die Mohshärte beträgt 3,5 bis 4, das spezifische Gewicht wird mit 2,1 bis 2,2 angegeben.


Entstehung und Verbreitung von Heulandit

Heulandit als Mineral magmatischen Ursprungs geht aus hydrothermalen Lösungen hervor und kristallisiert deshalb bevorzugt in Hohlräumen von magmatischen Gesteinen wie Basalt, Diabas oder Andesit, wird aber auch in Erzgängen gefunden werden. Mitunter ist Heulandit auch Bestandteil von kristallinen Schiefern oder entsteht aus der Eindampfung von salzhaltigen Seen.
Begleitende Minerale von Heulandit sind weitere Zeolith-Minerale wie Stilbit, Amicit, Phillipsit, Analcim, Natrolith, Skolezit, Chabasit oder Laumontit sowie Calcit und Apophyllit.
Nennenswerte Heulandit-Vorkommen existieren u.a. in Berufjörður, Hvalfjördur, Teigarhorn, Reydarfjördur/Island; Streymoy, Eysturoy/Färöer; Isle of Skye, Isle of Mull, Aberdeenshire/Schottland; Shropshire, Cornwall/England; Kongsberg/Norwegen; Limousin/Frankreich; Eifel, Siebengebirge, Odenwald, Kamsdorf (Thüringen), St. Andreasberg /Harz)/Deutschland; Niederschlesien/Polen; Böhmen, Mähren/Tschechien; Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg/Österreich; Wallis/Schweiz; Toskana, Sardinen, Fassatal/Italien; Ungarn; Borév/Rumänien; Kasachstan; Poona/Indien; Honshu/Japan; Südafrika; New South Wales/Australien; Neuseeland; Rio Grande do Sul/Brasilien; Mexiko; Kalifornien, Washington, Alaska, Hawaii, Colorado, Arizona, Pennsylvania/USA und Nova Scotia, Quebec, British Columbia/Kanada.


Nachweis von Heulandit

Wie alle Zeolithe schäumt und bläht auch Heulandit vorm Lötrohr auf.
Zudem gibt Heulandit bei Erwärmung kontinuierlich Kristallwasser frei, das durch Wasserdampf anschließend wieder eingelagert wird. Bei der Lagerung von Heulandit empfiehlt es sich deshalb, neben dem Mineral ein befeuchtetes Wattebällchen oder Taschentuch zu positionieren.
Weiterhin ist Heulandit in Salzsäure löslich.


Verwendung und Bedeutung von Heulandit

Heulandit ist der Seltenheit wegen vor allem für Mineraliensammlungen von Bedeutung. Vereinzelt wird das Zeolith-Mineral auch als Geruchsbinder in Katzenstreu oder Ställen verwendet.
Teilweise wird Heulandit auch als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Heulandit in klinischen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


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Siehe auch:
Kristallwasser
Seltene Mineralien
Zeolithe - Mineralien im Einsatz gegen Radioaktivität

Quellen:
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- www.mindat.org - heulandite

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Letzte Aktualisierung: 25. Juli 2019

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