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Hauyn Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Hauyn - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hauyne | französisch: haünye


Hauyn
Hauyn

Nachdem das Mineral Hauyn im Jahr 1807 am Nemisee, einem Kratersee in den italienischen Albaner Bergen erstmals entdeckt wurde, folgte die Namensgebung zu Ehren des französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743 bis 1822).


Eigenschaften von Haüyn

Das Mineral Hauyn ist mit der chemischen Zusammensetzung Na5-6Ca2[(SO4,Cl)2|Al6Si6O24] ein Vertreter der Silikatminerale, gehört innerhalb der Klasse der Silikate zur sogenannte Sodalith-Reihe. Neben dem namensgebenden Mineral Sodalith besteht die Sodalith-Reihe unter anderem noch aus Helvin, Nosean, Hauyn, Lasurit, Tugtupit und Danalith.


Hauyn
Hauyn

Die Farbe von Hauyn ist unterschiedlich, kann sowohl weiß, orange, grau oder grünlichblau sein. Am bekanntesten jedoch sind ultramarinblaue Hauynkristalle. Die Strichfarbe ist weiß mit einem Blaustich.
Hauyn kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet oktaedrische oder dodekaedrische Kristalle; häufig zu Zwillingen miteinander verwachsen. Die Aggregate sind körnig.
Der Glanz von Hauyn ist glasartig bis fettig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Hauyn weist eine Mohshärte von 5,5 bis 6 auf, das spezifische Gewicht beträgt 2,4 bis 2,5.


Hauyn
Hauyn

Entstehung und Verbreitung von Haüyn

Hauyn geht aus basischen, kieselsäurearmen Magmen hervor; ist deshalb insbesondere in entsprechenden Gesteinen wie Phonolith, Basalt und Bims enthalten.
Weitere Begleitminerale sind Sanidin, Nosean, Apatit, Biotit, Phlogopit, Leucit, Augit und Melilith. Verwechslungsgefahr besteht der Farbe wegen mit Nosean, Sodalith und Chalkanthit.
Hauyn ist nicht weit verbreitet. Nennenswerte Vorkommen befinden sich bspw. in Schweden; Frankreich; Eifel, Odenwald, Schwarzwald, Hegau/Deutschland; Kobersdorf und Wilhelmsdorf/Österreich; Schaffhausen/Schweiz; Spanien; Italien; Armenien; Tadschikistan; Afghanistan; Russland; Namibia; Australien; Kanada und in den USA.


Bedeutung und Verwendung von Haüyn

Aufgrund der strahlend-blauen Farbe ist Hauyn ein begehrtes Sammlermineral, wird aber auch zu Schmuck verarbeitet. Allerdings ist Hauyn verarbeitet bzw. geschliffen nicht besonders groß, insofern die Kristalle von Natur aus von geringer Größe sind.
Aufgrund der Seltenheit hat sich Hauyn in den vergangenen Jahren zu einem der teuersten Minerale der Welt etabliert, sodass bei facettierten Steinen Preise von 60 bis 90 € pro 0,10 Karat nicht unüblich sind.


Nachweis von Haüyn

Hauyn ist in Säuren löslich, tönt die entstehende Lösung gelb ein. Wird Hauyn erhitzt, schmilzt dieser zu einer grünblauen, glasartigen Masse zusammen. Zudem fluoresziert Hauyn: unter langwelligem UV-Licht erscheint Hauyn orange, unter kurzwelligem UV-Licht zeigt sich das Mineral rotgelb bis rosa mit einem Stich ins Violette.


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Siehe auch:
Die teuersten Edelsteine der Welt
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
Blaue Diamanten


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
- www.mindat.org - haüyne

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Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2018

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