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Goethit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Goethit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: goethite | französisch: goethite


Namenspate des Minerals Goethit ist Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1843), der neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch Naturwissenschaftler war. Davor war das Mineral der Zusammensetzung und Form der Kristalle wegen unter dem Namen Nadeleisenerz bekannt.


Eigenschaften von Goethit

Goethit, bestehend aus FeO(OH), wird der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide zugeordnet.
Die Farbe von Goethit kann orange, gelbbraun, braun bis schwarz sein, mitunter auch bläulich anlaufend. Die Strichfarbe ist gelbbraun.
Goethit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch, nadelig oder gleichen feinen Haaren. Die entsprechenden Aggregate erscheinen feinfaserig, erdig, massig, nierig, stalaktitisch oder traubenförmig bis warzig, deshalb auch bezeichnet als Brauner Glaskopf.
Der Glanz von Goethit ist matt, metallisch bis seidig, auf Kristallflächen zeigt sich bisweilen auch Diamantglanz. Aufgrund des matten, samtartigen Glanzes wird das Hydroxid auch Samteisenerz oder Samtblende genannt. Die Transparenz ist durchscheinend bis undurchsichtig, der Bruch ist uneben-spröde und die Spaltbarkeit ist vollkommen.
Die Mohshärte beträgt 5 bis 5,5 bei einem spezifischen Gewicht von 3,3 bis 4,3.


Entstehung und Verbreitung von Goethit

Als eisenhaltiges Mineral wird Goethit durch die Oxidation von Eisenerzlagerstätten gebildet, kann aber auch hydrothermalen Ursprungs sein.
Neben Hämatit und Ilmenit sind Siderit, Pyrit, Magnetit, Manganit und Pyrolusit mit Goethit assoziierte Minerale. Zudem ist Goethit als Gemengteil in Limonit vertreten.
Goethit ist ein häufig vorkommendes Mineral, als Fundorte nennenswert sind u.a. Kitaa/Grönland; Nordland, Froland, Rogaland/Norwegen; Värmland/Schweden; Irland; Argyllshire, Lothian, Ayrshire, Lanarkshire/Schottland; Cumbria, Derbyshire, Durham, Leicestershire, Sommerset, Devon, Cornwall/England; Wales; Bretagne, Limousin/Frankreich; Belgien; Sauerland, Westerwald, Eifel, , Odenwald, Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Harz/Deutschland; Wallis/Schweiz; Kärnten, Steiermark, Tirol/Österreich; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Rumänien; Polen; Russland; Italien; Griechenland; Spanien; Ukraine; Marokko; Nigeria; Namibia; Südafrika; Kongo; Madagaskar; Iran; Afghanistan; Pakistan; Indien; China; Philippinen; Australien; Neuseeland; Länder in Süd- und Nordamerika.


Bedeutung und Verwendung von Goethit

Mit einem Eisengehalt von bis zu 62% ist Goethit für die Gewinnung des Erzes von Interesse. Zudem wurde Goethit als ockerfarbenes Pigment in der Malerei genutzt.


Nachweis von Goethit

Beim Erhitzen von Goethit wird Kristallwasser freigesetzt, zudem verfärbt sich das Mineral schwarz und wird magnetisch (Ferromagnetismus). Weiterhin ist Goethit in Salpetersäure löslich und weist einen Pleochroismus in gelb, orange, orange-rot und braun auf.


Siehe auch:
Kristallwasser
Erz
Johann Wolfgang von Goethe: Geologe und Mineraloge


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - goethite

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Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2018

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